Wildbiologie: Begriffe für die Jägerprüfung

Wildbiologie ist das Fundament der Jägerprüfung: Wer Wild richtig ansprechen will, muss Körpermerkmale, Lebensweise, Fortpflanzung und Lebensraum der heimischen Arten kennen. Hier stehen die Fachbegriffe zu Haarwild und Federwild, zu Kopfschmuck, Körperteilen und Verhalten.

129 Begriffe · alphabetisch sortiert

A

Adler
Adler sind sehr große Greifvögel mit breiten Schwingen und kräftigen Fängen. In Deutschland sind vor allem Seeadler, Steinadler und Fischadler prüfungsrelevant; alle drei sind streng geschützt.
Afterklaue
Afterklauen sind die kleinen Zehen, die beim Schalenwild hinter den beiden Hauptklauen, den Schalen, sitzen. In der Jägersprache heißen sie zusammen Geäfter.
Alpenschneehase
Als Alpenschneehase bezeichnet man die Gebirgsform des Schneehasen (Lepus timidus). Er lebt in Deutschland nur im Hochgebirge, trägt im Winter einen weißen Balg mit schwarzen Löffelspitzen und zählt zu den Hasenartigen.
Alpenschneehuhn
Das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist ein Raufußhuhn des Hochgebirges oberhalb der Waldgrenze. Es kommt in Deutschland nur in den Alpen vor und trägt im Winter ein fast weißes Gefieder.
Auerwild
Auerwild ist die jägersprachliche Sammelbezeichnung für das Auerhuhn (Tetrao urogallus), den größten Hühnervogel Europas. Der Hahn heißt Auerhahn, die Henne Auerhenne; jagdlich zählt es zum Hochwild.

Ä

Äser
Äser ist das jägersprachliche Wort für das Maul des Schalenwildes, also etwa von Reh, Rot-, Dam- oder Sikawild. Beim Schwarzwild heißt der entsprechende Bereich dagegen Gebrech.
Äsung
Äsung ist das jägersprachliche Wort für die Nahrung des Wildes, vom Reh über den Hasen bis zum Schwarzwild. Im Alltag würde man von Futter sprechen.

B

Bache
Bache ist die jägersprachliche Bezeichnung für das weibliche Stück Schwarzwild, also die Wildsau. Führende Bachen mit abhängigen Frischlingen stehen unter dem Elterntierschutz.
Balg
Balg ist das jägersprachliche Wort für das Fell samt Haut von Raubwild und Niederwild, etwa von Fuchs, Marder oder Hase. Beim Schalenwild heißt es Decke, beim Schwarzwild und Dachs Schwarte.
Balz
Balz bezeichnet das Paarungswerben bei Vögeln, vor allem bei Hühnervögeln: Dabei umwerben die Hähne die Hennen durch Rufe, Körperhaltung, Gefieder, Kämpfe oder auf festen Balzplätzen.
Bast
Bast ist die behaarte, gut durchblutete Haut, die das wachsende Geweih oder Gehörn überzieht und mit Nährstoffen versorgt. Ist der Kopfschmuck fertig, streift das Stück den Bast durch Fegen ab.
Baummarder
Der Baummarder (Martes martes), im Volksmund auch Edelmarder, ist ein waldgebundener Marder mit gelblichem, meist ungegabeltem Kehlfleck, dunkler Nase und sehr guter Kletterfähigkeit.
Biber
Der Biber ist das größte heimische Nagetier: ein reiner Pflanzenfresser mit breiter, flacher Kelle als Schwanz, der Gewässer durch Dämme und Burgen umgestaltet und streng geschützt ist.
Birkwild
Birkwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix), ein Raufußhuhn offener Moor-, Heide- und Hochlagen, dessen Hahn blauschwarz gefärbt ist und einen leierförmigen Stoß trägt.
Bisam
Der Bisam ist ein kleines, aus Nordamerika stammendes Nagetier, das am Wasser lebt, einen fast kahlen, seitlich abgeplatteten Schwanz hat und Ufer und Dämme unterwühlen kann.
Blattzeit
Blattzeit ist das Jägerwort für die Brunft, also die Paarungszeit, des Rehwilds; sie fällt in den Sommer, meist von Mitte Juli bis Mitte August.
Blume
Blume ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz von Feldhase und Wildkaninchen. In Prüfungsantworten wird die Blume zudem als Körperteil des Fuchses geführt.
Bodenbrüter
Bodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
Brunft
Brunft ist das Jägerwort für die Paarungszeit des Schalenwilds, vor allem der Hirscharten; beim Reh heißt sie Blattzeit, bei Schwarz- und Muffelwild Rauschzeit.
Bussard
Bussarde sind mittelgroße Greifvögel mit breiten, gerundeten Flügeln und kurzem Stoß, die oft kreisend segeln; in Deutschland prüfungsrelevant sind Mäuse-, Wespen- und Raufußbussard.

D

Dachs
Der Dachs (Meles meles) ist der größte heimische Marderartige: ein kräftiger, grabender Allesfresser mit schwarz-weiß gestreiftem Gesicht, der in weitverzweigten, oft über Generationen genutzten Bauen lebt.
Damwild
Damwild (Dama dama) ist eine mittelgroße Hirschart aus der Gruppe der Echten Hirsche, deren männliche Stücke ein Schaufelgeweih tragen; jagdlich zählt es zum Schalenwild und zum Hochwild.
Decke
Decke ist das jägersprachliche Wort für Haut und Fell des Schalenwildes und vieler weiterer Haarwildarten, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild.
Duftdrüse
Eine Duftdrüse ist ein Hautorgan, über das Wild Geruchsstoffe abgibt – etwa zur Reviermarkierung, zum Anlocken eines Partners, zur Verständigung oder zur Abwehr von Feinden.

E

Einstand
Einstand ist der jägersprachliche Begriff für den deckungsreichen Bereich, in dem sich Wild bevorzugt aufhält, ruht und bei Störungen Schutz sucht – vereinfacht gesagt sein Rückzugsort.
Elchwild
Elchwild meint den Elch (Alces alces), den größten heute lebenden Hirsch; er gehört nach § 2 BJagdG zum Schalenwild und kommt in Deutschland vor allem als Zuwanderer im Osten und Nordosten vor.
Eule
Eulen (Ordnung Strigiformes) sind nacht- und dämmerungsaktive Nachtgreifvögel mit Gesichtsschleier, lautlosem Flug und sehr gutem Gehör; alle heimischen Arten sind streng geschützt.

F

Fährte
Fährte ist das jägersprachliche Wort für die Spur des Schalenwildes, also die Abfolge seiner Tritte im Boden; den einzelnen Abdruck eines Laufes nennt man Tritt oder Trittsiegel.
Falke
Falken (Familie Falconidae) sind schnelle Greifvögel mit langen, spitzen, sichelförmigen Flügeln und einem Falkenzahn am Oberschnabel; in Deutschland prüfungsrelevant sind vor allem Wander-, Turm- und Baumfalke.
Fang
Fang hat jagdlich mehrere Bedeutungen: Es bezeichnet das Maul des Fuchses und anderer Hundeartiger, im Plural (Fänge) die Greifwerkzeuge von Greifvögeln und Eulen und schließlich das Fangen von Wild als Teil der Jagdausübung.
Fasan
Der Fasan, genauer Jagdfasan (Phasianus colchicus), ist ein ursprünglich asiatischer Hühnervogel, der in Europa eingebürgert wurde und heute als typisches Niederwild reich gegliederter Feldfluren gilt; jagdrechtlich zählt er zum Federwild.
Federwild
Federwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle wildlebenden Vogelarten, die dem Jagdrecht unterliegen – etwa Hühnervögel, Enten, Gänse, Tauben, Schnepfen, Rabenvögel sowie Greifvögel und Falken.
Feist
Feist ist das jägersprachliche Wort für das Körperfett des Schalenwildes. Beim Rotwild heißt die Zeit, in der die Hirsche sich im Sommer Reserven anfressen, Feistzeit.
Feldhase
Der Feldhase (Lepus europaeus) ist ein Niederwild der offenen Kulturlandschaft aus der Ordnung der Hasenartigen. Er ist kein Nagetier, ruht in einer oberirdischen Sasse und bringt behaarte, sehende Junge zur Welt.
Fischotter
Der Fischotter (Lutra lutra) ist ein ans Wasserleben angepasster Marderartiger. Er steht zwar im Bundesjagdgesetz, ist aber nach FFH-Anhang II und IV streng geschützt; eine Jagdzeit ist bundesrechtlich nicht festgesetzt.
Frischling
Ein Frischling ist ein Stück Schwarzwild im ersten Lebensjahr. Anfangs trägt es ein längs gestreiftes Tarnkleid, das es mit etwa vier bis fünf Monaten verliert.
Fuchs
Der Fuchs, genauer Rotfuchs (Vulpes vulpes), ist ein Hundeartiger und das häufigste heimische Raubwild in Deutschland. Er ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger und Allesfresser mit Schwerpunkt auf Mäusen und anderen Kleinsäugern.

G

Gabler
Gabler ist die jagdliche Bezeichnung für einen Rehbock oder Hirsch, dessen Stangen sich jeweils zu einer Gabel mit zwei Enden verzweigen. Der Name beschreibt nur die Form des Kopfschmucks, nicht ein festes Alter.
Gamswild
Gamswild, auch Gämse oder Gams (Rupicapra rupicapra), ist ein ziegenartiger Hornträger der Gebirge und zählt jagdrechtlich zum Schalenwild. Bock und Geiß tragen Krucken, die nie abgeworfen werden.
Gebräch
Gebräch hat zwei jagdliche Bedeutungen: Es bezeichnet den Rüssel des Schwarzwildes (meist Gebrech geschrieben) und den Wildschaden, bei dem Sauen den Boden mit diesem Rüssel umbrechen.
Gehörn
Gehörn ist die jagdsprachliche Bezeichnung für den Kopfschmuck des Rehbocks. Biologisch ist es ein Geweih aus Knochen, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
Gesäuge
Gesäuge ist das Euter bzw. die Milchdrüsen weiblicher Wildtiere. Bei Reh- und Hirscharten heißt es jägersprachlich auch Spinne; es verrät, ob ein weibliches Stück Nachwuchs führt.
Gesperre
Gesperre ist die jägersprachliche Bezeichnung für die Küken eines Hühnervogels zusammen mit der Henne, die sie führt. Der Begriff wird etwa bei Auer-, Birk-, Hasel- und Fasanenwild verwendet.
Gewaff
Gewaff heißen in der Jägersprache die vergrößerten Eckzähne des Keilers. Es setzt sich aus den unteren Eckzähnen, den Gewehren oder Hauern, und den oberen, den Haderern, zusammen.
Geweih
Ein Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
Goldschakal
Der Goldschakal (Canis aureus) gehört zu den Hundeartigen, ist mittelgroß und dehnt sein Verbreitungsgebiet seit Jahrzehnten aus eigener Kraft nach Mittel- und Westeuropa aus. Er ist kein Neozoon und steht nicht im Bundesjagdgesetz.
Grandeln
Grandeln sind die zurückgebildeten oberen Eckzähne des Rotwildes, die Hirsch und Tier im Oberkiefer vor den Backenzähnen tragen. Sie gelten als begehrte Trophäe und werden als Schmuck gefasst.
Greifvögel
Greifvögel sind meist tagaktive Beutegreifer mit Hakenschnabel, kräftigen Fängen und sehr scharfem Sehvermögen, etwa Bussarde, Habicht, Sperber, Milane, Weihen und Adler. Sie können dem Jagdrecht unterliegen, sind aber streng geschützt und nicht regulär bejagbar.
Gründelente
Gründelenten, auch Schwimmenten genannt, sind Enten flacher Gewässer, die ihre Nahrung durch Gründeln aufnehmen: Kopf und Vorderkörper tauchen ins Wasser, der Hinterkörper ragt nach oben. Leitart ist die Stockente.

H

Haarwild
Haarwild ist der jagdliche Sammelbegriff für alle wildlebenden Säugetiere, die nach Bundesjagdgesetz und gegebenenfalls Landesrecht dem Jagdrecht unterliegen – im Gegensatz zum Federwild, den jagdrechtlich erfassten Vögeln.
Habicht
Der Habicht (Gattung Accipiter) ist ein kräftiger Greifvogel, der mit kurzen, abgerundeten Flügeln und langem Stoß wendig in Wald und Deckung jagt und mittelgroße Vögel und Säuger schlägt.
Haderer
Haderer sind die oberen Eckzähne des Keilers. Zusammen mit den Gewehren im Unterkiefer bilden sie das Gewaff des männlichen Schwarzwildes.
Haken
Haken heißen in der Jägersprache bestimmte Eckzähne: bei der Bache die kleinen Eckzähne, beim Fuchs die Fangzähne und beim Rotwild in manchen Prüfungsfragen die Grandeln.
Haselwild
Haselwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Haselhuhn (Tetrastes bonasia), das kleinste heimische Raufußhuhn, das sehr heimlich in unterholzreichen Wäldern lebt.
Hermelin
Das Hermelin (Mustela erminea), auch Großes Wiesel genannt, ist ein kleiner Marderartiger, der sich vom Mauswiesel vor allem durch die ganzjährig schwarze Schwanzspitze unterscheidet und im Winter oft ein weißes Haarkleid trägt.
Hühnervögel
Hühnervögel (Galliformes) sind kräftig gebaute, überwiegend am Boden lebende Vögel mit starken Ständern, kurzen runden Schwingen und schnellem Startflug; alle heimischen Arten brüten am Boden und sind Nestflüchter.

I

Iltis
Der Iltis (Mustela putorius) ist ein kräftiger, dämmerungs- und nachtaktiver Marderartiger mit heller Gesichtsmaske und stark riechendem Analdrüsensekret; er ist die Wildform des Frettchens.

K

Kahlwild
Kahlwild ist der Sammelbegriff für alle weiblichen Stücke und Kälber bei Rot-, Dam- und Sikawild – also für alles, was kein Geweih trägt.
Kalb
Kalb heißt in der Jägersprache das Jungtier von Rot-, Dam-, Sika- und Elchwild im ersten Lebensjahr; beim Rotwild unterscheidet man Hirschkalb (männlich) und Wildkalb (weiblich).
Keiler
Keiler heißt in der Jägersprache das männliche Wildschwein ab dem dritten Lebensjahr; kennzeichnend ist sein Gewaff aus vergrößerten Eckzähnen, den Gewehren und Haderern.
Kette
Kette nennt der Jäger den Familienverband der Rebhühner aus Hahn, Henne und den Jungvögeln, der vom Spätsommer bis zur Paarbildung im Frühjahr zusammenbleibt.
Kitz
Kitz heißt in der Jägersprache das Jungtier des Rehwilds im ersten Lebensjahr; auch bei Gams- und Steinwild spricht man von Kitzen.
Kolbenhirsch
Ein Kolbenhirsch ist ein Hirsch in der Zeit, in der er sein neues Geweih schiebt und dieses noch unter der Basthaut wächst. Beim Rotwild betrifft das etwa die Monate ab März bis zum Fegen im Sommer.
Krautschicht
Die Krautschicht ist die bodennahe Pflanzenschicht aus Kräutern, Gräsern und Beersträuchern; im Wald bietet sie Wildarten wie Hasel- und Auerwild Nahrung und Deckung.
Krucken
Krucken sind die Hörner des Gamswildes: hakenförmig nach hinten gebogene Hornscheiden über einem Knochenzapfen, die Bock und Geiß tragen und die zeitlebens nicht abgeworfen werden.

L

Läufe
Läufe ist das Wort der Jägersprache für die Beine des Haarwildes, zum Beispiel bei Reh, Rot- oder Damwild; man unterscheidet Vorder- und Hinterläufe.
Lauscher
Lauscher ist das Wort der Jägersprache für die Ohren des Schalenwildes, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild; andere Wildarten haben eigene Ohrbezeichnungen.
Lichter
Lichter ist das Wort der Jägersprache für die Augen des Wildes, etwa bei Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild; beim Hasen spricht man auch von Sehern.
Löffel
Löffel ist das Wort der Jägersprache für die Ohren von Hase und Kaninchen. Beim Feldhasen sind sie lang und schwarz gespitzt, beim Wildkaninchen kürzer und ohne schwarze Spitze.
Losung
Losung ist das Wort der Jägersprache für den Kot des Wildes. Sie gehört zu den Pirschzeichen und hilft, Wildvorkommen im Revier nachzuweisen.
Luchs
Der Luchs, genauer Eurasischer Luchs (Lynx lynx), ist Europas größte Katze und ein streng geschützter Lauer- und Pirschjäger mit Pinselohren, Backenbart, Stummelwedel und Tellertatzen.
Lunte
Lunte ist die jägersprachliche Bezeichnung für den Schwanz des Fuchses. Sie ist buschig, beim Rotfuchs etwa 30 bis 45 cm lang und meist hell gespitzt.

M

Malbaum
Ein Malbaum ist ein Baum, an dem sich Schwarzwild nach dem Suhlen reibt und scheuert. Das Reiben heißt jägersprachlich Malen und hinterlässt Schlamm und Borsten an der Rinde.
Marderhund
Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides), auch Enok genannt, stammt aus Ostasien und gehört zu den Hundeartigen. Hierzulande gilt er als etabliertes Neozoon und invasive Art; mit Mardern ist er nicht verwandt.
Mauswiesel
Das Mauswiesel (Mustela nivalis), auch Kleines Wiesel genannt, ist das kleinste heimische Raubtier. Es gehört zu den Marderartigen und hat eine kurze Rute ohne schwarze Spitze.
Muffelwild
Muffelwild, auch Mufflon genannt, ist das kleinste Wildschaf. Es gehört zu den Hornträgern und Wiederkäuern und wird jagdrechtlich als Schalenwild geführt; der Widder trägt Schnecken.
Murmeltier
Das Alpenmurmeltier (Marmota marmota) ist ein Nagetier aus der Familie der Hörnchen, das im Hochgebirge in Familienverbänden lebt, bei Gefahr pfeift und echten Winterschlaf hält.

N

Nestflüchter
Nestflüchter sind Jungtiere, die schon kurz nach Schlupf oder Geburt weit entwickelt sind, das Nest verlassen und dem führenden Elterntier folgen. Typisch sind Hühnervögel, Enten und Junghasen.
Nutria
Die Nutria (Myocastor coypus), auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt, ist ein aus Südamerika stammendes, am Wasser lebendes Nagetier mit rundem, beschupptem Schwanz und orangefarbenen Nagezähnen. Mit dem Biber ist sie nicht gleichzusetzen.

P

Pinsel
Pinsel ist in der Jägersprache das äußerlich sichtbare männliche Geschlechtsmerkmal von Rehbock, Keiler und Damhirsch. Beim Luchs heißen außerdem die Haarbüschel an den Ohrspitzen Pinsel.
Pürzel
Pürzel ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz, vor allem beim Schwarzwild. Auch beim Dachs, bei Gams- und Muffelwild wird der kurze Schwanz so genannt.

R

Rabenvögel
Rabenvögel (Corvidae) sind eine Familie besonders intelligenter, lernfähiger Singvögel. Zu ihnen gehören unter anderem Rabenkrähe, Nebelkrähe, Saatkrähe, Kolkrabe, Elster, Eichelhäher und Dohle.
Ranzzeit
Ranzzeit, kurz Ranz, ist die Paarungszeit beim Raubwild, etwa bei Fuchs, Mardern, Dachs, Luchs und Wolf. Je nach Art liegt sie im Winter oder im Hochsommer.
Raubwild
Raubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.
Rauschzeit
Rauschzeit ist die Paarungszeit des Schwarzwildes, klassisch im November und Dezember. Auch beim Muffelwild spricht man von der Rauschzeit.
Rebhuhn
Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
Rehwild
Rehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
Ricke
Ricke ist die jägersprachliche Bezeichnung für das weibliche Stück Rehwild. Sie trägt kein Gehörn und ist im Winter an der Schürze am Spiegel zu erkennen.
Rosen
Rosen sind beim Schalenwild die kranzförmigen Verdickungen am unteren Ende der Geweih- oder Gehörnstangen, direkt über dem Rosenstock. Bei Raufußhühnern und Fasan heißen die roten Stellen über den Augen ebenfalls Rosen.
Rosenstock
Der Rosenstock ist der knöcherne Stirnzapfen, auf dem Geweih oder Gehörn der Hirscharten sitzt. Er bleibt dauerhaft bestehen, während der Kopfschmuck darauf jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
Rotte
Rotte ist die jägersprachliche Bezeichnung für den Familienverband des Schwarzwildes. Zu ihr gehören überwiegend Bachen mit Frischlingen und Überläufern; sie wird meist von einer erfahrenen Leitbache geführt.
Rotwild
Rotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
Rudel
Ein Rudel ist ein fester Verband mehrerer Stücke derselben Wildart, die gemeinsam äsen, ziehen und ruhen – typisch für Rot-, Dam-, Gams- und Muffelwild; auch Wölfe leben im Rudel.

S

Schalen
Schalen sind in der Jägersprache die beiden Hauptklauen der Paarhufer, auf denen das Tier läuft; nach ihnen ist das Schalenwild benannt.
Schalenwild
Schalenwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer mit Schalen – Hirschartige, Hornträger und Schwarzwild.
Schmalreh
Ein Schmalreh ist ein weibliches Reh im zweiten Lebensjahr, das in der Regel noch kein eigenes Kitz geführt hat; das gleichaltrige männliche Stück heißt Jährlingsbock.
Schmaltier
Schmaltier heißt bei Rot-, Dam- und Sikawild das weibliche Stück im zweiten Lebensjahr. Es trägt kein Geweih, lebt im Kahlwildrudel und hat in der Regel noch kein eigenes Kalb.
Schnecken
Schnecken heißen in der Jägersprache die spiralig eingedrehten Hörner des Muffelwidders; im allgemeinen Sinn sind Schnecken zudem Weichtiere, die als Nahrung vieler Wildarten und als Zwischenwirt des Leberegels vorkommen.
Schwarte
Schwarte ist die jägersprachliche Bezeichnung für die Haut samt Borstenkleid des Schwarzwildes; auch das Fell des Dachses heißt Schwarte.
Schwarzwild
Schwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
Schwingen
Schwingen ist das jägersprachliche Wort für die Flügel des Federwildes und der Greifvögel; gemeint sind die Flügel samt ihren großen Flugfedern.
Setzzeit
Die Setzzeit ist der Zeitraum, in dem weibliches Haarwild, vor allem Schalenwild, seine Jungen zur Welt bringt (jägersprachlich: setzt); sie fällt bei den meisten Arten in das Frühjahr oder den Frühsommer.
Sikawild
Sikawild (Cervus nippon) ist eine aus Ostasien stammende, in Deutschland eingebürgerte Hirschart, die jagdlich zum Schalenwild und zum Hochwild zählt und in Größe zwischen Reh- und Rotwild steht.
Sperber
Der Sperber (Accipiter nisus) ist ein kleiner, wendiger Greifvogel der Wälder und Deckungen, der vor allem Kleinvögel schlägt und dem größeren Habicht in Gestalt und Jagdweise stark ähnelt.
Spiegel
Der Spiegel ist die helle, meist weiße Haarfläche am Hinterteil von Schalenwild wie Reh-, Dam- und Sikawild; er dient beim Ansprechen als Merkmal für Art, Geschlecht und Gesundheit.
Spießer
Ein Spießer ist ein junger männlicher Geweih- oder Gehörnträger, dessen Stangen noch unverzweigt sind, also je nur einen Spieß ohne Enden tragen; beim Rot- und Damhirsch ist das meist der erste Kopf.
Sprung
Sprung ist das jägersprachliche Wort für eine Gruppe von Rehen, wie man sie vor allem im Winter zusammenstehen sieht.
Ständer
Ständer ist das jägersprachliche Wort für die Beine der Vögel, insbesondere des Federwildes; bei Greifvögeln und Eulen heißen die Greifwerkzeuge dagegen Fänge.
Stangen
Stangen sind die beiden Hauptäste von Geweih oder Gehörn, die auf den Rosenstöcken wachsen und Sprossen bzw. Enden tragen. Abgeworfene Stangen heißen Abwurfstangen und unterliegen dem Aneignungsrecht.
Steinmarder
Der Steinmarder (Martes foina) ist ein Marderartiger aus der Gruppe des Raubwildes und ein ausgeprägter Kulturfolger; von seinem Verwandten, dem Baummarder, unterscheidet ihn vor allem der weiße, oft gegabelte Kehlfleck.
Steinwild
Steinwild ist die jagdliche Bezeichnung für den Alpensteinbock (Capra ibex), einen Hornträger des Hochgebirges, der zum Schalenwild und zum Hochwild zählt; das männliche Stück heißt Steinbock, das weibliche Steingeiß.
Stoß
Stoß ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz der Vögel, also die Gesamtheit der Schwanzfedern; seine Form ist ein wichtiges Merkmal bei der Bestimmung von Federwild und Greifvögeln.
Strauchschicht
Die Strauchschicht ist die Vegetationsebene aus Sträuchern und jungen Bäumen im Wald, umgangssprachlich oft Unterholz genannt; sie bietet Wild Deckung.
Suhle
Die Suhle ist eine schlammige, wassergefüllte Bodenstelle, in der sich Schwarz-, Rot- und Sikawild wälzen; das Bad im Schlamm kühlt und hält Parasiten fern.

T

Tauchente
Tauchenten sind Entenvögel, die zur Nahrungssuche ganz unter Wasser gehen. Sie liegen tiefer im Wasser als Gründelenten und laufen beim Auffliegen meist über die Oberfläche an.
Teller
Teller ist das jägersprachliche Wort für die Ohren des Schwarzwildes. Bei Reh- und Rotwild heißen die Ohren dagegen Lauscher, bei Hase und Kaninchen Löffel.
Trittsiegel
Ein Trittsiegel ist der Abdruck eines einzelnen Laufs im Boden, etwa die Schalen eines Rehs oder die Zehen und Krallen eines Dachses. Es gehört zu den Pirschzeichen, mit denen der Jäger Wild nachweist.

Ü

Überläufer
Ein Überläufer ist ein Stück Schwarzwild im zweiten Lebensjahr – also kein Frischling mehr, aber noch keine ausgewachsene Bache und kein Keiler.

W

Wachtel
Die Wachtel (Coturnix coturnix) ist der kleinste heimische Hühnervogel. Sie lebt versteckt in der offenen Feldflur, brütet am Boden und zieht – anders als fast alle anderen heimischen Hühnervögel – über weite Strecken.
Waldschnepfe
Die Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist ein heimlich lebender Schnepfenvogel feuchter Wälder. Kennzeichen sind der lange, gerade Stecher, das laubfarbene Tarngefieder und weit hinten sitzende Augen.
Waschbär
Der Waschbär (Procyon lotor) ist ein Kleinbär nordamerikanischer Herkunft aus der Ordnung der Raubtiere, der in Deutschland als etabliertes Neozoon und invasive gebietsfremde Art gilt.
Wechsel
Ein Wechsel ist in der Jägersprache ein Pfad, den Wild regelmäßig benutzt, etwa zwischen Einstand, Äsung und Ruheplätzen; im Alltag spricht man von einem Wildpfad.
Wedel
Wedel ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz des Schalenwildes, vor allem bei Rot-, Dam- und Sikawild. Beim Reh ist er so kurz, dass er von außen kaum zu sehen ist.
Wildkaninchen
Das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ist ein in Kolonien und unterirdischen Bauen lebender Hasenartiger, die Stammform des Hauskaninchens und jagdrechtlich Haarwild.
Wildkatze
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) ist eine in Deutschland heimische, streng geschützte Waldkatze – eine eigene Wildart und keine verwilderte Hauskatze.
Wildtaube
Wildtauben sind die frei lebenden Taubenarten, die zum Federwild zählen; in Deutschland sind es vier: Ringeltaube, Hohltaube, Türkentaube und Turteltaube.
Windfang
Windfang ist das jägersprachliche Wort für die Nase – beim Schalenwild ebenso wie bei vielen weiteren Haarwildarten, etwa beim Hasen.
Wisent
Der Wisent (Bison bonasus) ist Europas größtes frei lebendes Landsäugetier, ein Hornträger aus der Unterfamilie der Rinder, der nach § 2 BJagdG zum Schalenwild zählt.
Wolf
Der Wolf (Canis lupus) ist der größte wild lebende Vertreter der Hundeartigen in Deutschland; er lebt im Rudel als Familienverband und unterliegt nach aktuellem Bundesrecht besonderen jagdrechtlichen Vorschriften.
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