Wildbiologie · Jägersprache
Schwarte
Schwarte ist die jägersprachliche Bezeichnung für die Haut samt Borstenkleid des Schwarzwildes; auch das Fell des Dachses heißt Schwarte.
Was bedeutet „Schwarte“?
Wo man im Alltag von Haut oder Fell sprechen würde, benutzt die Jägersprache je nach Wildart verschiedene Wörter. Beim Schwarzwild heißt die Haut Schwarte. Ihr Haarkleid setzt sich aus groben Borsten und einer feinen Unterwolle zusammen. In der kalten Jahreszeit wird sie merklich dichter und dunkler, woher auch der Name Schwarzwild rührt. Eine Besonderheit ist der Dachs: Obwohl er zum Raubwild gehört, bei dem man sonst vom Balg spricht, heißt sein Fell ebenfalls Schwarte. Beim übrigen Schalenwild und vielen weiteren Haarwildarten spricht man dagegen von der Decke.
Die Schwarte in der Wildbrethygiene
Beim Versorgen erlegter Stücke spielt die Schwarte eine praktische Rolle. Zerwirken bedeutet, den Wildkörper aus Decke oder Schwarte zu schlagen und zu zerlegen; nach EU-Hygienerecht endet damit die Primärproduktion. Wild, das verzehrt werden soll, darf nicht in der Schwarte eingefroren werden. In einer Kühlzelle dürfen Stücke in der Schwarte nicht neben bereits enthäuteten Stücken hängen. Bis die Trichinenuntersuchung freigegeben ist, darf das Stück aufgebrochen werden und in der Schwarte gekühlt hängen. Beim Lüften der Blätter kann durch das Durchtrennen der Schwarte Schmutz an das Wildbret gelangen. Auch beim Dachs ist vor dem Verzehr, etwa als Schinken, eine Trichinenuntersuchung zu veranlassen.
„Schwarte“ in der Jägerprüfung
Abgefragt wird vor allem die Jägersprache: Wie heißen Haut, Ohren und weitere Körperteile beim Schwarzwild, und wie das Fell des Dachses? Weitere Fragen betreffen die Wildbrethygiene, etwa Einfrieren, Lagern in der Kühlzelle und Zerwirken. Ein häufiger Fehler ist, beim Dachs von Balg zu sprechen oder Balg, Decke und Schwarte beliebig zu verwenden.
Häufige Fragen zu „Schwarte“
Warum heißt das Fell des Dachses Schwarte?
Das ist eine feste Regel der Jägersprache: Obwohl der Dachs zu den Marderartigen gehört, heißt sein Fell Schwarte und nicht Balg. In der Prüfung wird diese Ausnahme gezielt abgefragt.
Darf man Wild in der Schwarte einfrieren?
Nein, nicht wenn es zum Verzehr bestimmt ist. Bis zur Freigabe nach der Trichinenuntersuchung darf das Stück aber in der Schwarte in der Kühlung hängen.
Wie heißen Haut und Ohren beim Schwarzwild?
Die Haut heißt Schwarte, die Ohren heißen Teller. Weitere Begriffe sind Gebrech für den Rüsselbereich und Pürzel für den Schwanz.
„Schwarte“ kommt in 15 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
- DachsDer Dachs (Meles meles) ist der größte heimische Marderartige: ein kräftiger, grabender Allesfresser mit schwarz-weiß gestreiftem Gesicht, der in weitverzweigten, oft über Generationen genutzten Bauen lebt.
- DeckeDecke ist das jägersprachliche Wort für Haut und Fell des Schalenwildes und vieler weiterer Haarwildarten, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild.
- BalgBalg ist das jägersprachliche Wort für das Fell samt Haut von Raubwild und Niederwild, etwa von Fuchs, Marder oder Hase. Beim Schalenwild heißt es Decke, beim Schwarzwild und Dachs Schwarte.
- TellerTeller ist das jägersprachliche Wort für die Ohren des Schwarzwildes. Bei Reh- und Rotwild heißen die Ohren dagegen Lauscher, bei Hase und Kaninchen Löffel.
- GebrächGebräch hat zwei jagdliche Bedeutungen: Es bezeichnet den Rüssel des Schwarzwildes (meist Gebrech geschrieben) und den Wildschaden, bei dem Sauen den Boden mit diesem Rüssel umbrechen.
- PürzelPürzel ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz, vor allem beim Schwarzwild. Auch beim Dachs, bei Gams- und Muffelwild wird der kurze Schwanz so genannt.
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