Ziehen
Ziehen heißt in der Jägersprache die ruhige Fortbewegung des Schalenwildes im Schritt; bei Zugvögeln meint es dagegen die Wanderung in die Winterquartiere.
Vertraut ziehendes Wild bewegt sich ohne Unruhe, äst zwischendurch und verhofft hin und wieder. Schneller wird es, wenn es trollt, also trabt, am schnellsten, wenn es flüchtet. Zieht ein Hirsch am Morgen vom Feld zurück in den Wald, spricht man vom Kirchgang. Vom Fuchs sagt man dagegen, er schnürt: Er setzt die Pfoten genau hintereinander, sodass die Trittsiegel wie auf einer Schnur aufgereiht liegen.
Bei der Drückjagd soll das Wild so behutsam beunruhigt werden, dass es vertraut zieht und sicher angesprochen werden kann.
Verwandte Begriffe
VerhoffenVerhoffen heißt in der Jägersprache, dass ziehendes oder flüchtendes Wild, vor allem Schalenwild, plötzlich stehen bleibt, um zu sichern.TrollenTrollen heißt in der Jägersprache der Trab des Schalenwildes, die Gangart zwischen dem ruhigen Ziehen im Schritt und der schnellen Flucht.SchnürenSchnüren heißt in der Jägersprache die geradlinige Gangart von Fuchs und Wolf, bei der die Trittsiegel wie an einer Schnur aufgereiht hintereinander liegen.WechselEin Wechsel ist in der Jägersprache ein Pfad, den Wild regelmäßig benutzt, etwa zwischen Einstand, Äsung und Suhle; bei Hase und Raubwild heißt er auch Pass.AustretenAustreten heißt in der Jägersprache, dass Schalenwild aus dem Wald oder einer Dickung ins Freie zieht, meist auf eine Wiese oder ein Feld zum Äsen.ZugvogelZugvögel sind Vogelarten, die jedes Jahr zwischen ihrem Brutgebiet und einem oft weit entfernten Winterquartier hin- und herziehen.