Wildbiologie · Jägersprache
Sprung
auch: Rehsprung
Sprung ist das jägersprachliche Wort für eine Gruppe von Rehen, wie man sie vor allem im Winter zusammenstehen sieht.
Was bedeutet „Sprung“ beim Rehwild?
In der Umgangssprache ist ein Sprung ein Satz nach vorn. Der Jäger verwendet das Wort zusätzlich als Sammelbegriff: Mehrere Rehe, die gemeinsam äsen oder beieinander stehen, bilden einen Sprung. Typisch ist dieses Bild in der kalten Jahreszeit, wenn Rehwild in Gruppen zusammensteht. Oft stehen darin Stücke beiderlei Geschlechts beieinander. Der Begriff gehört zur Jägersprache des Rehwildes, die auch Wörter wie Ricke für das weibliche Stück, Kitz für das Jungtier im ersten Lebensjahr, Schrecken für den bellenden Warnlaut oder Einstand für den bevorzugten Ruhebereich kennt. Bei anderen Hirscharten wie dem geselligen Damwild spricht man stattdessen vom Rudel.
Ansprechen im Sprung
Steht im Spätherbst oder Winter ein Sprung vor dem Jäger, muss er die einzelnen Stücke sicher nach Geschlecht trennen. Das Gehörn hilft dann oft nicht, weil die Böcke meist zwischen Oktober und Dezember abwerfen. Am zuverlässigsten erkennt man weibliche Stücke an der Schürze, einem Haarbüschel am Spiegel, der in der Winterdecke weiß ist. Böcke zeigen dagegen den Pinsel als äußeres männliches Geschlechtsmerkmal. Im Sommer hilft der Spiegel wenig, denn dann ist er nur angedeutet; führende Ricken verraten sich zu dieser Zeit eher durch das Gesäuge.
„Sprung“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird zum einen der Begriff selbst: Wie heißt eine im Winter zusammenstehende Gruppe Rehe? Zum anderen dient der Sprung als Ausgangslage für Ansprechfragen im November oder Dezember, bei denen die weiblichen Stücke eindeutig bestimmt werden sollen. Die erwartete Antwort ist die Schürze. Wer auf das Gehörn setzt, übersieht, dass es in dieser Zeit meist schon abgeworfen ist.
Häufige Fragen zu „Sprung“
Was ist ein Sprung Rehe?
So nennt der Jäger mehrere Rehe, die zusammen stehen oder äsen. Besonders häufig sieht man solche Gruppen im Winter.
Woran erkennt man im Winter die Ricken in einem Sprung?
An der Schürze, dem Haarbüschel am hellen Spiegel. Beim Bock achtet man stattdessen auf den Pinsel.
„Sprung“ kommt in 4 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- RickeRicke ist die jägersprachliche Bezeichnung für das weibliche Stück Rehwild. Sie trägt kein Gehörn und ist im Winter an der Schürze am Spiegel zu erkennen.
- KitzKitz heißt in der Jägersprache das Jungtier des Rehwilds im ersten Lebensjahr; auch bei Gams- und Steinwild spricht man von Kitzen.
- SpiegelDer Spiegel ist die helle, meist weiße Haarfläche am Hinterteil von Schalenwild wie Reh-, Dam- und Sikawild; er dient beim Ansprechen als Merkmal für Art, Geschlecht und Gesundheit.
- PinselPinsel ist in der Jägersprache das äußerlich sichtbare männliche Geschlechtsmerkmal von Rehbock, Keiler und Damhirsch. Beim Luchs heißen außerdem die Haarbüschel an den Ohrspitzen Pinsel.
- RudelEin Rudel ist ein fester Verband mehrerer Stücke derselben Wildart, die gemeinsam äsen, ziehen und ruhen – typisch für Rot-, Dam-, Gams- und Muffelwild; auch Wölfe leben im Rudel.
- AnsprechenAnsprechen ist in der Jägersprache das sichere Bestimmen eines Stückes Wild vor dem Schuss: Wildart, Geschlecht, Altersklasse, Gesundheitszustand und ob es erlegt werden darf.
Weitere Begriffe aus Wildbiologie
StänderSpießerStangenSteinmarderSperberSteinwildSikawildStoßAlle Begriffe aus Wildbiologie