Hege: Begriffe für die Jägerprüfung

Hege bedeutet, einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem tragbaren Verhältnis zu seinem Lebensraum zu erhalten. Die Begriffe dieser Seite reichen von Biotopgestaltung und Fütterung über Wildschadensverhütung bis zu Schutzgebieten und Wildtiermanagement.

85 Begriffe · alphabetisch sortiert

A

Abschussplan
Der Abschussplan ist die behördlich bestätigte oder festgesetzte Planung, wie viele Stücke einer Wildart nach Geschlecht und Altersklasse in einem Revier für ein Jagdjahr oder – je nach Landesrecht – für mehrere Jagdjahre erlegt werden sollen.
Ackerrandstreifen
Ein Ackerrandstreifen ist ein Streifen am Rand eines Ackers, der als Kleinstruktur der Feldflur Niederwild, Insekten und Wildkräutern Deckung, Nahrung und Lebensraum bieten kann.
Aktionsraum
Der Aktionsraum ist der gesamte Bereich, den ein Wildtier innerhalb eines bestimmten Zeitraums regelmäßig nutzt. Er umfasst Einstand, Kerngebiet und Streifgebiet; der englische Fachbegriff lautet Home Range.
Altgrasstreifen
Ein Altgrasstreifen ist ein Streifen Gras, der bei der Mahd bewusst stehen bleibt. Er bietet Niederwild und Jungwild Deckung und Rückzugsraum und fördert Insekten als Nahrung für Küken.
Ansitzleiter
Eine Ansitzleiter, auch Leitersitz genannt, ist eine einfache jagdliche Einrichtung aus Leiter und Sitzbrett, die an einen Baum gelehnt oder freistehend aufgestellt wird und dem Jäger einen erhöhten, offenen Sitzplatz bietet.
Artenschutz
Artenschutz ist der gezielte Schutz einzelner wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch rechtliche Vorschriften, praktische Maßnahmen und wissenschaftliche Arbeit.
Auf-den-Stock-Setzen
Auf-den-Stock-Setzen bedeutet, Sträucher und Bäume bis auf den Wurzelstock zurückzuschneiden, damit sie von unten neu austreiben. So werden Hecken und Feldgehölze verjüngt.

Ä

Äsungsfläche
Eine Äsungsfläche ist ein Bereich im Revier, auf dem das Wild bevorzugt Nahrung aufnimmt – natürlich vorhanden oder vom Jäger zur Hege angelegt, etwa als Wildacker oder Wildwiese.

B

Benjeshecke
Eine Benjeshecke ist ein locker aufgeschichteter Wall aus Ästen und Reisig, der sofort Deckung bietet und sich über eingetragene Samen nach und nach zu einer lebenden Hecke entwickelt.
Bestandshege
Bestandshege ist der Teil der Hege, der den Wildbestand selbst durch gezielte Bejagung steuert – nach Zahl, Geschlechterverhältnis, Altersaufbau und Gesundheit.
Biosphärenreservat
Ein Biosphärenreservat ist ein großräumiges Schutzgebiet nach § 25 BNatSchG, in dem eine durch traditionelle Nutzung geprägte Landschaft erhalten und naturschonendes Wirtschaften modellhaft erprobt wird.
Biotop
Ein Biotop ist der Lebensraum einer Lebensgemeinschaft: ein abgrenzbarer Ausschnitt der Landschaft mit einheitlichen Standortbedingungen, etwa ein Mischwald, eine Feuchtwiese oder eine Hecke.
Biotophege
Biotophege ist die Form der Hege, die nicht einzelne Wildarten direkt fördert, sondern den Lebensraum dauerhaft so gestaltet, dass er Deckung, Äsung und Brutplätze für alle Arten bietet.
Biotopverbund
Ein Biotopverbund verbindet voneinander getrennte Lebensräume über Hecken, Feldraine, Trittsteinbiotope oder Wildkorridore, damit Tiere zwischen ihnen wandern und Bestände sich austauschen können.
Blühstreifen
Ein Blühstreifen ist ein Streifen mit heimischen Blühpflanzen am Acker-, Weg- oder Gewässerrand, der Insekten fördert und so Nahrung für Küken und Niederwild schafft; für die Hege wird eine Breite von mindestens 6 Metern empfohlen.
Brache
Eine Brache ist eine landwirtschaftliche Fläche, auf der vorübergehend keine Kultur angebaut wird; im Revier bietet sie Niederwild Deckung, Nahrung und Brutplätze.

D

Drahthose
Eine Drahthose ist ein Einzelschutz aus Drahtgeflecht, der um den Stamm oder die ganze Jungpflanze gelegt wird, um sie vor Fegen, Schälen, Verbiss oder Nagen durch Wild zu bewahren.
Drückjagdbock
Ein Drückjagdbock, auch Bockleiter genannt, ist ein niedriger, meist mobiler Hochsitz von etwa zwei bis drei Metern Höhe, der bei Drück- und Treibjagden als Schützenstand dient.

F

Fährtenzählung
Die Fährtenzählung ist eine indirekte Methode der Wildbestandserhebung, bei der vor allem im Schnee gezählt wird, wie oft Wild festgelegte Strecken überquert hat.
Fegeschaden
Ein Fegeschaden ist die Verletzung junger Bäume, die entsteht, wenn männliches Schalenwild den Bast vom neuen Geweih oder Gehörn an Stämmen abstreift oder dort markiert; die Rinde wird dabei streifenförmig abgeschürft.
Feldgehölz
Ein Feldgehölz ist eine Insel aus Bäumen und Sträuchern mitten in der offenen Feldflur. Es liefert Niederwild und vielen anderen Tieren Deckung, Äsung sowie Brut- und Setzplätze.
Feldrain
Ein Feldrain ist ein schmaler, dauerhaft bewachsener Grenzstreifen zwischen Äckern, Wiesen oder Wegen. Er bietet Niederwild, Insekten und Kleinsäugern in der ausgeräumten Feldflur Deckung, Nahrung und Wanderwege.
FFH-Gebiet
Ein FFH-Gebiet ist ein Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG). Es sichert bestimmte Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten und bildet zusammen mit den Vogelschutzgebieten das Netz Natura 2000.
Futterhaus
Ein Futterhaus ist eine überdachte Fütterungseinrichtung für Körnerfutter wie Weizen, Hafer oder Sonnenblumenkerne. Es versorgt vor allem Fasan, Rebhuhn und Kaninchen und hält das Futter trocken.

G

Gewässerrandstreifen
Ein Gewässerrandstreifen ist ein bewachsener Streifen entlang von Bächen, Flüssen oder Seen zwischen dem Wasser und der bewirtschafteten Fläche. Chemische Pflanzenschutzmittel dürfen dort nicht ausgebracht werden.
Grünbrücke
Eine Grünbrücke ist eine naturnah bepflanzte Überführung über eine Autobahn, auf der Wildtiere den Verkehrsweg queren können. Sie wirkt der Zerschneidung von Lebensräumen entgegen.

H

Habitatfragmentierung
Habitatfragmentierung bezeichnet die Zerschneidung zusammenhängender Lebensräume, etwa durch Straßen und Siedlungen, wodurch Wildtierpopulationen isoliert, Wanderwege unterbrochen und der Genfluss gefährdet werden.
Hecke
Eine Hecke ist ein linienförmiger, meist mehrreihiger Gehölzstreifen im Offenland, der Niederwild und vielen anderen Arten Deckung, Nahrung, Brutplätze und Windschutz bietet und naturschutzrechtlich besonders geschützt ist.
Hege
Hege ist die gesetzliche Pflicht, einen artenreichen, gesunden und dem Lebensraum angepassten Wildbestand zu erhalten und seine Lebensgrundlagen zu pflegen und zu sichern (§ 1 Abs. 2 BJagdG).
Hegegemeinschaft
Eine Hegegemeinschaft ist ein Zusammenschluss benachbarter Jagdausübungsberechtigter im Gebiet eines abgegrenzten Wildlebensraums, der die Hege bestimmter Wildarten wie Rotwild revierübergreifend abstimmt.
Hegering
Ein Hegering ist die kleinste Struktureinheit des Landesjagdverbandes: ein örtlicher Zusammenschluss von Jägern und Revieren, der Hegemaßnahmen, Jagden und Raubwildbejagung vor Ort abstimmt.
Hegeschau
Eine Hegeschau ist eine jährliche, öffentliche Veranstaltung, auf der die Strecke und die Trophäen eines Gebiets gezeigt und die Abschussergebnisse gemeinsam besprochen werden.
Hochsitz
Ein Hochsitz ist eine erhöhte Ansitzeinrichtung, etwa als Leitersitz, Kanzel oder niedrige Bockleiter, von der aus der Jäger Wild beobachtet, anspricht und mit sicherem Kugelfang beschießt.

I

Invasive Art
Eine invasive Art ist eine gebietsfremde, aus anderen Regionen eingeschleppte Art, die sich stark ausbreitet und heimische Arten verdrängt oder Ökosysteme schädigt.

K

K-Stratege
Ein K-Stratege ist eine Tierart, die wenige Junge bekommt, diese intensiv versorgt und deren Bestand sich nahe der Tragkapazität des Lebensraums einpendelt; Beispiel ist das Rotwild.
Kanzel
Eine Kanzel ist ein geschlossener Hochsitz: eine Kabine auf Pfählen oder einer Plattform, die den Jäger beim Ansitz vor Wind und Wetter schützt.
Kirrung
Eine Kirrung ist eine Stelle, an der kleine Mengen Lockfutter ausgebracht werden, um Wild für die Bejagung anzulocken; rechtlich gilt sie als Jagdausübung, nicht als Hege oder Fütterung.
Kitzrettung
Kitzrettung umfasst alle Maßnahmen, mit denen Rehkitze vor der Mahd in Wiesen aufgespürt und aus dem Gefahrenbereich des Mähwerks gebracht werden, heute meist per Drohne mit Wärmebildkamera.
Kleingewässer
Ein Kleingewässer ist eine kleine, meist stehende Wasserstelle wie Tümpel oder Laichteich; im Revier dient es vor allem Amphibien als Fortpflanzungsort und ist ein klassisches Element der Biotophege.
Krautsaum
Ein Krautsaum ist ein ungemähter Randstreifen aus Kräutern und Gräsern, der den Übergang zwischen einer Hecke und der angrenzenden Fläche bildet.
Kreisjägerschaft
Die Kreisjägerschaft ist in Nordrhein-Westfalen die Untergliederung des Landesjagdverbandes für den Bereich einer Unteren Jagdbehörde, also meist eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt; sie gliedert sich ihrerseits in Hegeringe.
Krippe
Eine Krippe ist eine wannenförmige Fütterungseinrichtung im Revier, in die Saftfutter wie Rüben, Äpfel oder Möhren für das Wild eingelegt wird.

L

Landesjägerschaft
Die Landesjägerschaft ist der Dachverband der Jäger eines Bundeslandes; so heißt etwa der Verband in Niedersachsen, und in Mecklenburg-Vorpommern ist der Landesjagdverband gesetzlich als Landesjägerschaft anerkannt.
Landschaftsschutzgebiet
Ein Landschaftsschutzgebiet (LSG) ist ein nach § 26 BNatSchG durch Rechtsverordnung ausgewiesenes Gebiet, das Naturhaushalt, Landschaftsbild und Erholungswert schützt; die Jagd ist dort in der Regel erlaubt.
Lebensraumgestaltung
Lebensraumgestaltung bedeutet, ein Revier so zu strukturieren, dass Wild dort dauerhaft Deckung, Äsung und Brutplätze findet – etwa durch Hecken, Feldgehölze oder Benjeshecken.
Losungsanalyse
Die Losungsanalyse ist eine indirekte Methode des Wildtiermanagements: Gefundene Losung wird ausgewertet, um auf Bestandsdichte und Gesundheitszustand des Wildes zu schließen.

M

Mahd
Mahd ist das Abschneiden des Aufwuchses auf Wiesen und anderem Grünland. Jagdlich zählt sie zu den größten Gefahren für Rehkitze, Junghasen und Gelege von Bodenbrütern.

N

Nationalpark
Ein Nationalpark ist ein Schutzgebiet nach § 24 BNatSchG: ein großräumiges, weitgehend unzerschnittenes Gebiet von besonderer Eigenart, in dem sich die Natur in einem überwiegenden Teil möglichst ungestört entwickeln soll.
Natura 2000
Natura 2000 ist das Netz der Europäischen Union aus Schutzgebieten nach der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie. Es umfasst also FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete (SPA).
Naturschutz
Naturschutz umfasst alle rechtlichen und praktischen Maßnahmen, die Arten, Lebensräume und Landschaft erhalten. Über die Hege, die nach dem Bundesjagdgesetz auch die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen des Wildes umfasst, ist die Jagd eng mit dem Naturschutz verbunden.
Naturschutzgebiet
Ein Naturschutzgebiet (NSG) ist nach § 23 BNatSchG ein rechtsverbindlich festgesetztes Gebiet mit besonderem Schutz von Natur und Landschaft, ausgewiesen etwa zum Erhalt von Lebensstätten und Biotopen, aus Gründen der Wissenschaft, der Naturgeschichte oder der Landeskunde oder weil das Gebiet selten, eigenartig oder von hervorragender Schönheit ist. Jagd ist dort nur nach Maßgabe der Schutzverordnung möglich.
Naturschutzverband
Ein Naturschutzverband ist eine Vereinigung, die sich für den Schutz von Natur, Arten und Lebensräumen einsetzt. Auch Jagdverbände können als Naturschutzvereinigung anerkannt werden; ob das im Einzelfall zutrifft, hängt vom jeweiligen Verband und Land ab.
Notzeit
Notzeit ist eine Zeit außergewöhnlichen Nahrungsmangels, in der Wild seinen Bedarf nicht mehr aus dem Lebensraum decken kann. Nur dann ist eine Fütterung des Wildes grundsätzlich gerechtfertigt.

Ö

Ökosystem
Ein Ökosystem ist die Einheit aus einem Lebensraum (Biotop) und der darin lebenden Gemeinschaft (Biozönose), verbunden durch Stoff- und Energiekreisläufe und die Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und Umwelt.
Ökosystemleistung
Ökosystemleistungen sind Leistungen der Natur, von denen Menschen profitieren, etwa sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Bestäubung oder Nahrung. Man teilt sie in regulierende, versorgende und kulturelle Leistungen ein.

P

Prädatorenmanagement
Prädatorenmanagement ist die gezielte Bejagung von Fressfeinden wie Fuchs, Krähe oder Elster, um gefährdete Bodenbrüter und Niederwild zu schützen – wirksam nur zusammen mit einer Verbesserung des Lebensraums.

R

r-Stratege
Ein r-Stratege ist eine Tierart, die sich rasch und mit vielen Jungen vermehrt, dafür wenig in den einzelnen Nachwuchs investiert. Beispiele aus dem Revier sind Wildkaninchen, Feldhase und Fasan.
Raufe
Eine Raufe ist eine Fütterungseinrichtung für Raufutter wie Heu, Stroh, Luzerne oder Heusilage. Sie wird vor allem bei der Winterfütterung von Reh- und Rotwild eingesetzt.
Repellent
Ein Repellent ist ein chemisches Wildvergrämungsmittel, das Wild durch Geruch oder Geschmack von Kulturen und jungen Pflanzen fernhalten soll. Seine Wirkung ist begrenzt und muss regelmäßig erneuert werden.
Revierplan
Ein Revierplan ist eine schriftliche Übersicht über alle Hegemaßnahmen in einem Jagdrevier. Er ist nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen, um die Arbeit im Revier über das Jahr zu ordnen.
Rindenhobel
Ein Rindenhobel ist ein forstliches Gerät, das beim biologisch-mechanischen Schälschutz eingesetzt wird. Er soll Baumstämme vor Schälschäden durch Schalenwild, insbesondere Rotwild, bewahren.
Rote Liste
Eine Rote Liste ist ein wissenschaftliches Verzeichnis gefährdeter und ausgestorbener Tier- und Pflanzenarten eines Gebietes, das den Grad der Gefährdung in Kategorien angibt. Sie ist kein Gesetz.
Ruhezone
Eine Ruhezone ist ein Bereich im Revier oder Lebensraum, der bewusst von Störungen freigehalten wird, damit Wild dort ungestört ruhen, brüten und setzen kann.

S

Salzlecke
Eine Salzlecke ist eine jagdliche Einrichtung aus Leckstein oder Salzblock, an der Wild Mineralstoffe wie Natrium und Calcium aufnehmen kann.
Schälschaden
Ein Schälschaden ist ein Wildschaden im Wald, bei dem Wild – vor allem Rotwild – Rinde vom Stamm löst, um an die nährstoffreiche Bastschicht darunter zu gelangen.
Scheinwerfertaxation
Die Scheinwerfertaxation ist eine direkte Zählmethode, bei der Wild wie Feldhasen oder Rehe nachts mit dem Scheinwerfer auf Feldflächen erfasst wird, um den Bestand einzuschätzen.
Schützende Hege
Schützende Hege ist der Teil der Hege, der Wild vor natürlichen und menschengemachten Störungen schützt – etwa durch erlaubte Regulierung von Prädatoren und durch Ruhezonen.
Steinlesehaufen
Ein Steinlesehaufen, auch Lesesteinhaufen, ist ein Haufen aus Steinen, die von Feldern aufgelesen und am Rand zusammengetragen wurden; er ist ein Kleinstrukturelement der Feldflur, das Tieren Versteck und Lebensraum bietet.
Stoppelbrache
Eine Stoppelbrache ist ein abgeerntetes Getreidefeld, dessen Stoppeln über Herbst und Winter stehen bleiben, statt sofort umgebrochen zu werden; sie bietet Niederwild wie Rebhuhn und Feldhase Nahrung und Deckung.
Streckenliste
Die Streckenliste, oft auch Abschussliste genannt, dokumentiert das in einem Revier erlegte und – je nach Landesrecht – auch das verendet gefundene Wild; sie ist der Jagdbehörde nach den Vorgaben des Landesrechts vorzulegen und dient unter anderem der Abschussplanung.
Streuobstwiese
Eine Streuobstwiese ist eine traditionelle Grünlandfläche mit weit auseinanderstehenden hochstämmigen Obstbäumen; sie verbindet Wiesennutzung mit Obstbau und zählt zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.

T

Totholz
Totholz ist abgestorbenes Holz im Wald und in Gehölzen, stehend oder liegend. Es bietet Höhlen, Verstecke und Nahrung und erweitert so die Artenvielfalt der Waldlebensgemeinschaft.
Tragkapazität
Die Tragkapazität, abgekürzt K, ist die größte Zahl an Individuen einer Art, die ein Lebensraum auf Dauer ernähren und beherbergen kann.

V

Verbiss
Als Verbiss bezeichnet man das Abäsen der Knospen und Triebe junger Bäume und Sträucher durch Wild, vor allem durch Rehwild. Er gehört zu den forstlichen Wildschäden und kann die Waldverjüngung verhindern.
Verbissgutachten
Ein Verbissgutachten ist ein forstliches Gutachten, das bewertet, wie stark Schalenwild die Verjüngung des Waldes beeinflusst. Es zeigt, ob der Wildbestand für den Wald zu hoch ist.
Vergrämung
Vergrämung bedeutet, Wild durch Reize wie Geräusche, Gerüche oder flatternde Gegenstände gezielt von einer Fläche fernzuhalten oder zu vertreiben, etwa um Wildschäden oder Mähtod zu verhindern.
Vogelschutzgebiet
Ein Vogelschutzgebiet (SPA, Special Protection Area) ist ein nach der EU-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenes Schutzgebiet für besonders schutzwürdige Vogelarten und Zugvögel. Es ist Teil des Netzes Natura 2000.

W

Wildacker
Ein Wildacker ist eine vom Jäger gezielt eingesäte oder bepflanzte Fläche, die dem Wild Äsung und je nach Kultur auch Deckung liefert; er ist eine Hegemaßnahme, keine Fütterungseinrichtung.
Wildfütterung
Wildfütterung ist das Vorlegen von Futter, um Wild vor allem in Notzeiten zu ernähren; sie ist Hege, unterscheidet sich klar von der Kirrung und ist je nach Landesrecht stark eingeschränkt.
Wildkamera
Eine Wildkamera, auch Fotofalle genannt, ist eine selbsttätig auslösende Kamera, mit der Jäger und Monitoring-Stellen Wildvorkommen, Aktivitätszeiten und Bestandsstruktur erfassen.
Wildkorridor
Ein Wildkorridor ist ein verbindender Landschaftsstreifen, etwa aus Hecken, Wald oder Gewässerläufen, über den Wildtiere zwischen voneinander isolierten Lebensräumen wandern können.
Wildschaden
Wildschaden ist ein Schaden, den frei lebendes Wild an land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen und Kulturen anrichtet; ersatzpflichtig ist er nach § 29 BJagdG nur bei bestimmten Wildarten.
Wildtiermanagement
Wildtiermanagement ist die planvolle Steuerung von Wildbeständen mit Instrumenten wie Abschussplan, Streckenliste, Monitoring und Wildschadensmanagement, gestützt auf Forschung und Populationsökologie.
Wildtierrettung
Wildtierrettung bezeichnet Maßnahmen, mit denen Kitze, Junghasen und andere Wildtiere vor dem Mähtod bei der Grünlandmahd bewahrt werden, etwa Vergrämen, Absuchen und angepasste Mähtechnik.
Wildwiese
Eine Wildwiese ist eine vom Jäger angelegte oder gepflegte Grünlandfläche, die extensiv bewirtschaftet wird, um Schalenwild und Niederwild bessere Äsung und Deckung zu bieten.
Hege: Begriffe für die Jägerprüfung | Jagdprüfung.de