Wildbiologie · Jägersprache
Rosen
auch: Rose, Geweihrosen
Rosen sind beim Schalenwild die kranzförmigen Verdickungen am unteren Ende der Geweih- oder Gehörnstangen, direkt über dem Rosenstock. Bei Raufußhühnern und Fasan heißen die roten Stellen über den Augen ebenfalls Rosen.
Was bedeutet „Rosen“?
Der Begriff wird in der Jägersprache in zwei Zusammenhängen gebraucht. Bei Geweih- und Gehörnträgern bezeichnet er den kranzförmigen Wulst an der Basis der Stange, der auf dem Rosenstock sitzt. Der Aufbau eines Rehgehörns lautet von unten nach oben: Rosenstock, Rose, Stange und Enden. Beim Rotwild werden die Rosen zu den traditionellen Bezeichnungen des Geweihs gezählt, ebenso wie Stange, Augsprosse oder Wolfssprosse. Beim Federwild meint man mit Rosen dagegen die roten Stellen über den Augen, die bei den Hähnen einiger Arten auffallen.
Ab wann Reh und Hirsch Rosen tragen
Rosen fehlen beim allerersten Kopfschmuck. Das Bockkitz schiebt schon im ersten Lebensjahr ein Erstlingsgehörn, das aber noch keine Rosen hat. Erst nachdem es abgeworfen ist, folgt das Jährlingsgehörn, und dieses besitzt Rosen. Beim Rotwild trägt das Hirschkalb im ersten Lebensjahr noch gar kein Geweih. Sein erstes Geweih schiebt der junge Hirsch in dem Frühjahr, das auf sein Geburtsjahr folgt; er steht dann am ersten Kopf. Rosen zeigen sich erst ab dem zweiten Kopf. Beim Rehbock wird das Gehörn meist zwischen Oktober und Dezember abgeworfen und wächst im Winter unter dem Bast neu.
Rosen beim Federwild
Beim Auerhahn gehören rote Rosen zusammen mit dem Federbart und der grün schimmernden Brust zu den Kennzeichen, die ihn von der Henne unterscheiden. Auch der Birkhahn trägt rote Rosen, dazu blauschwarzes Gefieder, einen weißen Flügelspiegel und einen leierförmigen Stoß. Beim Alpenschneehuhn sitzen die roten Rosen über den Augen und sind beim Hahn deutlicher. Stark ausgeprägte Rosen zur Balzzeit werden in der Prüfung außerdem dem Fasanenhahn zugeordnet.
„Rosen“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung fragt vor allem, ab welchem Kopf ein Rothirschgeweih Rosen aufweist; richtig ist der zweite Kopf. Ein verbreiteter Fehler ist, schon dem Hirsch vom ersten Kopf Rosen zuzuschreiben oder beim Rotwild ein Erstlingsgeweih im ersten Lebensjahr anzunehmen. Beim Federwild wird gefragt, bei welcher Art die Hähne zur Balz besonders deutliche Rosen zeigen. Außerdem sollen die Teile des Geweihs in der richtigen Fachsprache benannt werden.
Häufige Fragen zu „Rosen“
Ab welchem Kopf hat der Rothirsch Rosen?
Ab dem zweiten Kopf. Das erste Geweih, mit dem der junge Hirsch am ersten Kopf steht, trägt noch keine Rosen.
Hat das Erstlingsgehörn des Rehbocks Rosen?
Nein. Das Bockkitz bildet im ersten Lebensjahr ein Erstlingsgehörn ohne Rosen. Erst das darauf folgende Jährlingsgehörn besitzt sie.
Was sind Rosen beim Auerhahn?
Damit sind die roten Stellen über den Augen gemeint. Sie gehören zusammen mit dem Federbart zu den Merkmalen des Hahns.
„Rosen“ kommt in 5 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RosenstockDer Rosenstock ist der knöcherne Stirnzapfen, auf dem Geweih oder Gehörn der Hirscharten sitzt. Er bleibt dauerhaft bestehen, während der Kopfschmuck darauf jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- GehörnGehörn ist die jagdsprachliche Bezeichnung für den Kopfschmuck des Rehbocks. Biologisch ist es ein Geweih aus Knochen, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- StangenStangen sind die beiden Hauptäste von Geweih oder Gehörn, die auf den Rosenstöcken wachsen und Sprossen bzw. Enden tragen. Abgeworfene Stangen heißen Abwurfstangen und unterliegen dem Aneignungsrecht.
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- AuerwildAuerwild ist die jägersprachliche Sammelbezeichnung für das Auerhuhn (Tetrao urogallus), den größten Hühnervogel Europas. Der Hahn heißt Auerhahn, die Henne Auerhenne; jagdlich zählt es zum Hochwild.
- BirkwildBirkwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix), ein Raufußhuhn offener Moor-, Heide- und Hochlagen, dessen Hahn blauschwarz gefärbt ist und einen leierförmigen Stoß trägt.
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