Wildbiologie · Jägersprache
Schalen
auch: Klauen, Hufe
Schalen sind in der Jägersprache die beiden Hauptklauen der Paarhufer, auf denen das Tier läuft; nach ihnen ist das Schalenwild benannt.
Was bedeutet „Schalen“?
Als Schalen bezeichnet der Jäger die zwei großen, tragenden Klauen am Lauf eines Paarhufers – im Alltag würde man von Hufen oder Klauen sprechen. Die Paarhufer mit diesen gespaltenen Hufen, die dem Jagdrecht unterliegen, werden deshalb als Schalenwild zusammengefasst. Dazu zählen die Hirschartigen wie Reh-, Rot- und Damwild, die Hornträger wie Muffel-, Gams- und Steinwild sowie das Schwarzwild. Hinter den Schalen sitzen die kleineren Afterklauen, die nicht bei jedem Tritt den Boden berühren. Schalen und Afterklauen zusammen prägen das Trittsiegel, also den einzelnen Abdruck im Boden.
Schalen im Trittsiegel lesen
Form und Größe der Schalen unterscheiden sich je nach Art. Rehwild hinterlässt ein kleines, schmales Trittsiegel, bei dem die Afterklauen meist nur in weichem Boden zu sehen sind. Beim Rotwild ist der Abdruck deutlich größer, die Schalen wirken lang und kräftig. Damwild liegt größenmäßig dazwischen. Schwarzwild zeichnet ein eher rundliches Siegel, bei dem die Afterklauen oft tiefer und seitlich versetzt erkennbar sind. Muffel-, Gams- und Steinwild haben Schalen, die an Fels und steiles Gelände angepasst sind; Steinwild gilt dank harter Schalenränder und elastischer Ballen als besonders trittsicher. Die Größe allein genügt nie für die Artbestimmung – Gangbild, Schalenform, Umgebung und weitere Zeichen gehören dazu.
Wenn die Schalen krank werden
Bei den Gebirgsarten sind die Schalen auf felsigen und steilen Untergrund eingestellt. Muffelwild bevorzugt übersichtliche, trockene und harte Standorte. Steht es dauerhaft auf weichem und nassem Boden, können seine Schalen krankhaft auswachsen. Ein solcher Befund gehört zu den Punkten, auf die beim Ansprechen von Muffelwild geachtet wird.
„Schalen“ in der Jägerprüfung
Der Begriff steckt in Hunderten Prüfungsfragen, meist als Bestandteil von Schalenwild. Direkt zu den Schalen wird verlangt, sie von den Afterklauen zu unterscheiden und Trittsiegel verschiedener Arten auseinanderzuhalten. Eine verbreitete Fehlerquelle ist, Afterklauen im Abdruck für Schalen zu halten oder aus der bloßen Spurgröße auf die Wildart zu schließen.
Häufige Fragen zu „Schalen“
Was ist der Unterschied zwischen Schalen und Afterklauen?
Schalen sind die beiden Hauptklauen, auf denen der Paarhufer läuft. Die Afterklauen sitzen weiter hinten und sind im Trittsiegel je nach Boden und Wildart mal sichtbar, mal nicht.
Warum heißt Schalenwild so?
Die Bezeichnung leitet sich von den Schalen ab, den gespaltenen Hufen der Paarhufer. Alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer mit Schalen werden zum Schalenwild gezählt.
Woran erkennt man Schwarzwild am Trittsiegel?
Das Trittsiegel ist eher rundlich, und die Afterklauen drücken sich oft tiefer und seitlich versetzt ab. Zur sicheren Bestimmung werden trotzdem Gangbild, Umgebung und weitere Pirschzeichen hinzugezogen.
„Schalen“ kommt in 306 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchalenwildSchalenwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer mit Schalen – Hirschartige, Hornträger und Schwarzwild.
- AfterklaueAfterklauen sind die kleinen Zehen, die beim Schalenwild hinter den beiden Hauptklauen, den Schalen, sitzen. In der Jägersprache heißen sie zusammen Geäfter.
- TrittsiegelEin Trittsiegel ist der Abdruck eines einzelnen Laufs im Boden, etwa die Schalen eines Rehs oder die Zehen und Krallen eines Dachses. Es gehört zu den Pirschzeichen, mit denen der Jäger Wild nachweist.
- FährteFährte ist das jägersprachliche Wort für die Spur des Schalenwildes, also die Abfolge seiner Tritte im Boden; den einzelnen Abdruck eines Laufes nennt man Tritt oder Trittsiegel.
- PirschzeichenPirschzeichen sind die Spuren, die beschossenes Wild am Anschuss und auf seiner Fluchtfährte hinterlässt, etwa Schweiß, Haare, Knochensplitter oder Panseninhalt.
- MuffelwildMuffelwild, auch Mufflon genannt, ist das kleinste Wildschaf. Es gehört zu den Hornträgern und Wiederkäuern und wird jagdrechtlich als Schalenwild geführt; der Widder trägt Schnecken.
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