Wildbiologie
Mauswiesel
auch: Kleines Wiesel, Mustela nivalis
Das Mauswiesel (Mustela nivalis), auch Kleines Wiesel genannt, ist das kleinste heimische Raubtier. Es gehört zu den Marderartigen und hat eine kurze Rute ohne schwarze Spitze.
Was ist das Mauswiesel?
Das Mauswiesel zählt zusammen mit dem Hermelin zu den beiden Wieselarten, die in der Jägerprüfung behandelt werden. Beide gehören zur Familie der Marderartigen und zur Gattung Mustela, jedoch nicht zur Gattung Martes der Baum- und Steinmarder. Das Mauswiesel ist heimisch und das kleinste Raubtier Deutschlands. Es lebt in Feldflur, Hecken, Wiesen, Waldrändern und auch in der Nähe von Siedlungen. Trotz seiner geringen Größe ist es ein sehr wirksamer Jäger, der sich auf Kleinsäuger spezialisiert hat.
Mauswiesel und Hermelin unterscheiden
Das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal ist die Schwanzspitze: Das Hermelin trägt immer eine schwarze Spitze, auch im weißen Winterbalg, dem Mauswiesel fehlt sie. Zudem ist das Mauswiesel kleiner und hat eine kürzere Rute. In vielen Regionen Mitteleuropas bleibt es im Winter braun-weiß und wird nicht klar weiß. Größe, Rutenlänge und Schwanzspitze zusammen sind sicherer als eine bloße Farbbeschreibung. Vom Iltis unterscheidet es sich durch den schlanken Körper und das Fehlen der hellen Gesichtsmaske. Seine Beute besteht fast ausschließlich aus Mäusen und Wühlmäusen, denen es sogar in ihre Gänge folgt. Spuren zeigen kleine Marderabdrücke in kurzen Sprüngen, die Losung ist klein und gedreht.
Rechtliche Einordnung
Jagdrechtlich zählt das Mauswiesel zum Haarwild, die konkreten Regelungen unterscheiden sich aber zwischen den Ländern. In Bayern unterliegt es dem Jagdrecht und hat eine Jagdzeit. In Niedersachsen ist es dagegen ganzjährig mit der Jagd zu verschonen. Bei der Fallenjagd müssen Fehlfänge vermieden werden: In einer Wippbrettfalle verhindert ein Gewicht von 100 g, dass die Wippe unter Mäusen oder Mauswieseln zuschlägt.
„Mauswiesel“ in der Jägerprüfung
Kernfrage ist die Abgrenzung zum Hermelin über die schwarze Schwanzspitze. Daneben werden Ernährung und Jagdweise in Mäusegängen, die Fehlfangvermeidung bei Fallen und länderspezifische Jagd- und Schonzeiten abgefragt. Ein typischer Fehler ist, ein Mauswiesel für ein junges Hermelin zu halten. Da Jagd- und Schonzeiten von Land zu Land abweichen, muss die Antwort stets nach dem Recht des eigenen Prüfungslandes gegeben werden. Auch die Einordnung als Marderartiger der Gattung Mustela wird verlangt.
Häufige Fragen zu „Mauswiesel“
Was frisst das Mauswiesel?
Fast ausschließlich Mäuse und Wühlmäuse. Dank seines schlanken Körpers jagt es sie auch in ihren unterirdischen Gängen.
Wird das Mauswiesel im Winter weiß?
In vielen Regionen Mitteleuropas bleibt es braun-weiß. Ein klarer weißer Winterbalg ist typisch für das Hermelin.
Darf das Mauswiesel bejagt werden?
Das hängt vom Landesrecht ab. In Bayern hat es eine Jagdzeit, in Niedersachsen ist es ganzjährig geschont.
„Mauswiesel“ kommt in 16 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HermelinDas Hermelin (Mustela erminea), auch Großes Wiesel genannt, ist ein kleiner Marderartiger, der sich vom Mauswiesel vor allem durch die ganzjährig schwarze Schwanzspitze unterscheidet und im Winter oft ein weißes Haarkleid trägt.
- IltisDer Iltis (Mustela putorius) ist ein kräftiger, dämmerungs- und nachtaktiver Marderartiger mit heller Gesichtsmaske und stark riechendem Analdrüsensekret; er ist die Wildform des Frettchens.
- RaubwildRaubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.
- BaummarderDer Baummarder (Martes martes), im Volksmund auch Edelmarder, ist ein waldgebundener Marder mit gelblichem, meist ungegabeltem Kehlfleck, dunkler Nase und sehr guter Kletterfähigkeit.
- SteinmarderDer Steinmarder (Martes foina) ist ein Marderartiger aus der Gruppe des Raubwildes und ein ausgeprägter Kulturfolger; von seinem Verwandten, dem Baummarder, unterscheidet ihn vor allem der weiße, oft gegabelte Kehlfleck.
- HaarwildHaarwild ist der jagdliche Sammelbegriff für alle wildlebenden Säugetiere, die nach Bundesjagdgesetz und gegebenenfalls Landesrecht dem Jagdrecht unterliegen – im Gegensatz zum Federwild, den jagdrechtlich erfassten Vögeln.
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