Wildbiologie · Jägersprache

Kahlwild

Kahlwild ist der Sammelbegriff für alle weiblichen Stücke und Kälber bei Rot-, Dam- und Sikawild – also für alles, was kein Geweih trägt.

Was bedeutet „Kahlwild“?

Kahl bezieht sich hier auf das Haupt: Zum Kahlwild gehören alle Stücke ohne Geweih, also Alttiere, Schmaltiere und die Kälber beiderlei Geschlechts. Die Hirsche bilden die Gegengruppe. Der Begriff ist bei Rot-, Dam- und Sikawild gleichermaßen gebräuchlich. Weil auch Hirschkälber noch kein Geweih haben, zählen sie ebenfalls zum Kahlwild. Wer Kahlwild nur mit weiblichen Tieren gleichsetzt, definiert den Begriff also zu eng.

Kahlwildrudel im Jahresverlauf

Beim Rotwild prägt das Kahlwild das Sozialleben. Ein Kahlwildrudel setzt sich überwiegend aus Alttieren, Schmaltieren und Kälbern zusammen; geführt wird es meist von einem erfahrenen Alttier mit Kalb, dem Leittier. Im Sommer ziehen diese Rudel ohne Hirsche umher, während junge und mittelalte Hirsche in der Feistzeit eigene Hirschrudel bilden. Zur Brunft treffen Hirsche und Kahlwild an den Brunftplätzen zusammen; den Platz bestimmt beim Rotwild meist das Kahlwild, die Hirsche ziehen dorthin. Im Brunftrudel steht der Platzhirsch beim Kahlwild, Beihirsche halten sich in der Nähe. Im Winter entstehen gemischte Rudel aus Kahlwild und Hirschen unterschiedlichen Alters. Beim Damwild zieht das Kahlwild zur Brunft zum Hirsch, der Brunftkuhlen schlägt.

Kahlwild in Jagdzeiten und Freigaben

Jagdzeiten und Abschussvorgaben unterscheiden beim Rotwild häufig zwischen Hirschen und Kahlwild. In Nordrhein-Westfalen etwa gilt für Rotwild allgemein die Jagdzeit vom 01.08. bis 31.01.; Schmaltiere und Schmalspießer dürfen zusätzlich im Mai bejagt werden. Bei Drückjagden wird Kahlwild oft gesondert freigegeben. Die konkreten Zeiten richten sich stets nach dem geltenden Landesrecht.

„Kahlwild“ in der Jägerprüfung

Prüflinge sollen erklären, welche Stücke zum Kahlwild gehören, und die Zusammensetzung der Rotwildrudel im Jahreslauf beschreiben: Brunftrudel, Winterrudel, sommerliches Kahlwildrudel und Hirschrudel. Auch der Brunftablauf bei Rot- und Damwild wird mit dem Begriff verknüpft. Eine zu enge oder falsche Definition von Kahlwild gilt als typischer Fehler. In Drückjagd-Szenarien muss außerdem klar sein, dass eine Freigabe für Kahlwild keine Stücke mit Geweih umfasst.

Häufige Fragen zu „Kahlwild“

Gehören Hirschkälber zum Kahlwild?

Ja. Kahlwild umfasst alle weiblichen Stücke und sämtliche Kälber, weil keines von ihnen ein Geweih trägt. Erst der junge Hirsch mit seinem ersten Geweih fällt heraus.

Wer führt ein Kahlwildrudel beim Rotwild?

In der Regel ein erfahrenes Alttier mit Kalb, das Leittier genannt wird. Das Leittier ist damit das führende Alttier des Rudels.

„Kahlwild“ kommt in 4 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Wildbiologie

IltisKeilerHühnervögelKetteHermelinKitzHaselwildKolbenhirschAlle Begriffe aus Wildbiologie

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Kahlwild: Bedeutung in der Jägersprache | Jagdprüfung.de