Wildbiologie · Jägersprache
Löffel
Löffel ist das Wort der Jägersprache für die Ohren von Hase und Kaninchen. Beim Feldhasen sind sie lang und schwarz gespitzt, beim Wildkaninchen kürzer und ohne schwarze Spitze.
Was bedeutet „Löffel“?
Im Alltag spricht man von Hasenohren, der Jäger sagt Löffel. Die Bezeichnung gilt für die Hasenartigen, also Feldhase, Schneehase und Wildkaninchen. Diese Tiere sind keine Nagetiere, sondern bilden eine eigene Ordnung mit Stiftzähnen hinter den oberen Schneidezähnen. Zur Jägersprache rund um den Hasen gehören außerdem Seher für die Augen, Blume für den Schwanz, Balg für das Fell und Läufe für die Beine. Bei anderen Wildarten heißen die Ohren anders: Lauscher beim Schalenwild, Teller beim Schwarzwild und Gehöre beim Fuchs.
Löffel als Ansprechmerkmal bei Hase, Schneehase und Kaninchen
An den Löffeln lassen sich die drei heimischen Hasenartigen gut auseinanderhalten. Der Feldhase trägt lange Löffel mit schwarzen Spitzen. Beim Wildkaninchen sind sie deutlich kürzer und haben keine schwarze Spitze. Der Alpenschneehase liegt dazwischen: Seine Löffel sind kürzer als die des Feldhasen, die Spitzen aber ebenfalls schwarz. Die kürzeren Ohren und der kompakte Körperbau verringern beim Schneehasen den Wärmeverlust im Hochgebirge. Zur sicheren Unterscheidung von Hase und Kaninchen kommen weitere Merkmale hinzu: Das Kaninchen ist kleiner, sein Balg eher grau, seine Seher sind dunkel, und es lebt in Bauen statt in einer Sasse.
„Löffel“ in der Jägerprüfung
In der Prüfung werden Ohrbezeichnungen verschiedener Wildarten einander zugeordnet und Körperteile des Hasen in der Weidmannssprache aufgezählt. Ebenso gehört die Unterscheidung von Hasen- und Kaninchenlöffeln zum Standardwissen. Viele Treffer beim Suchbegriff entfallen allerdings auf die Löffelente, eine Schwimmente. Wer Fragen zur Entenbestimmung liest, darf sie nicht mit den Ohren des Hasen in Verbindung bringen.
Häufige Fragen zu „Löffel“
Wie unterscheiden sich die Löffel von Hase und Kaninchen?
Die Löffel des Feldhasen sind lang und an der Spitze schwarz. Die des Wildkaninchens sind kürzer und haben keine schwarzen Spitzen.
Hat auch der Schneehase schwarze Löffelspitzen?
Ja. Seine Löffel sind zwar kürzer als beim Feldhasen, tragen aber ebenfalls schwarze Spitzen. Unterscheiden lassen sich beide eher über Pfoten, Winterbalg und Lebensraum.
„Löffel“ kommt in 16 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FeldhaseDer Feldhase (Lepus europaeus) ist ein Niederwild der offenen Kulturlandschaft aus der Ordnung der Hasenartigen. Er ist kein Nagetier, ruht in einer oberirdischen Sasse und bringt behaarte, sehende Junge zur Welt.
- WildkaninchenDas Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ist ein in Kolonien und unterirdischen Bauen lebender Hasenartiger, die Stammform des Hauskaninchens und jagdrechtlich Haarwild.
- AlpenschneehaseAls Alpenschneehase bezeichnet man die Gebirgsform des Schneehasen (Lepus timidus). Er lebt in Deutschland nur im Hochgebirge, trägt im Winter einen weißen Balg mit schwarzen Löffelspitzen und zählt zu den Hasenartigen.
- LauscherLauscher ist das Wort der Jägersprache für die Ohren des Schalenwildes, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild; andere Wildarten haben eigene Ohrbezeichnungen.
- BlumeBlume ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz von Feldhase und Wildkaninchen. In Prüfungsantworten wird die Blume zudem als Körperteil des Fuchses geführt.
- BalgBalg ist das jägersprachliche Wort für das Fell samt Haut von Raubwild und Niederwild, etwa von Fuchs, Marder oder Hase. Beim Schalenwild heißt es Decke, beim Schwarzwild und Dachs Schwarte.
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