Wildbiologie · Jägersprache
Wechsel
auch: Wildwechsel
Ein Wechsel ist in der Jägersprache ein Pfad, den Wild regelmäßig benutzt, etwa zwischen Einstand, Äsung und Ruheplätzen; im Alltag spricht man von einem Wildpfad.
Was bedeutet „Wechsel“?
Wild bewegt sich nicht beliebig durchs Revier, sondern nutzt immer wieder dieselben Routen. Diese nennt der Jäger Wechsel oder Wildwechsel. Beim Schwarzwild bestimmt häufig die erfahrene Leitbache, welche Wechsel die Rotte nimmt und wo sie ihren Einstand hat. Steinwild nutzt kleinräumige Wechsel zwischen Fels, Äsungsflächen und Ruhebereichen. Das zugehörige Verb „wechseln“ beschreibt, dass Wild sich von einem Ort zum anderen bewegt, etwa über eine Reviergrenze. Davon abgeleitet ist „Wechselwild“: Stücke, die nicht ständig im Revier stehen, sondern es nur zeitweise aufsuchen.
Wechsel bei Ansitz und Bewegungsjagd
Wer Wechsel kennt, kann Wild gezielt erwarten. Beim Ansitz oder Anstand stellt sich der Jäger in die Nähe bekannter Wechsel und Äsungsplätze und achtet dabei auf den herrschenden Wind. Neben Wind zählen Kugelfang und Licht zu den Umständen, die über einen sicheren Schuss entscheiden. Bei Drückjagden werden die Stände der Schützen an Wechseln angeordnet, weil das in Bewegung gebrachte Wild diese Pfade bevorzugt nutzt. Wechselt ein krankgeschossenes Stück in einen fremden Jagdbezirk, greifen die Regeln der Wildfolge: Ohne Vereinbarung wird die Stelle des Überwechselns markiert und der Nachbar unverzüglich verständigt.
„Wechsel“ in der Jägerprüfung
Der Begriff taucht in vielen Zusammenhängen auf. Gefragt wird nach der Platzierung von Drückjagdständen, nach der Bedeutung von Anstand und Wechselwild und vor allem nach dem richtigen Verhalten, wenn krankes Wild über die Reviergrenze wechselt. Dabei ist genau zu unterscheiden, ob eine Wildfolgevereinbarung besteht und ob sich das Stück in Sichtweite niedertut. Nicht gemeint ist der Haarwechsel oder der Zahnwechsel, die in anderen Fragen vorkommen.
Häufige Fragen zu „Wechsel“
Was ist Wechselwild?
So bezeichnet man Wild, das nicht dauerhaft im eigenen Revier steht, sondern es nur zeitweise aufsucht und zwischen Revieren hin- und herzieht.
Warum stellt man Drückjagdstände an Wechseln auf?
Beunruhigtes Wild zieht bevorzugt auf seinen vertrauten Pfaden. Stände an diesen Stellen bieten deshalb die besten Chancen, Wild zu sehen und es sicher anzusprechen.
Was gilt, wenn krankes Wild in ein Nachbarrevier wechselt?
Nach § 22a BJagdG darf es jenseits der Grenze nur verfolgt werden, wenn eine schriftliche Wildfolgevereinbarung besteht; die Länder können das erweitern, Nordrhein-Westfalen etwa erlaubt ohne Vereinbarung das Erlegen in Sichtweite der Grenze. Fehlt sie, wird die Übertrittsstelle kenntlich gemacht und der Nachbar sofort informiert.
„Wechsel“ kommt in 30 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- EinstandEinstand ist der jägersprachliche Begriff für den deckungsreichen Bereich, in dem sich Wild bevorzugt aufhält, ruht und bei Störungen Schutz sucht – vereinfacht gesagt sein Rückzugsort.
- ÄsungÄsung ist das jägersprachliche Wort für die Nahrung des Wildes, vom Reh über den Hasen bis zum Schwarzwild. Im Alltag würde man von Futter sprechen.
- AnsitzjagdDie Ansitzjagd, kurz Ansitz oder Anstand, ist eine Einzeljagd, bei der der Jäger an einem festen Platz wie Kanzel, Leiter oder Schirm auf Wild wartet, statt es aufzusuchen oder treiben zu lassen.
- DrückjagdDie Drückjagd ist eine Bewegungs- und Gesellschaftsjagd vor allem auf Schalenwild, bei der wenige Treiber und Hunde das Wild ruhig in Bewegung bringen, sodass es vertraut an Schützen auf festen Ständen vorbeizieht.
- WildfolgeWildfolge ist das Verfolgen von krankgeschossenem Wild, das in einen benachbarten Jagdbezirk gewechselt ist; sie ist nur nach Vereinbarung oder in gesetzlich eng begrenzten Ausnahmen erlaubt.
- FährteFährte ist das jägersprachliche Wort für die Spur des Schalenwildes, also die Abfolge seiner Tritte im Boden; den einzelnen Abdruck eines Laufes nennt man Tritt oder Trittsiegel.
- TrittsiegelEin Trittsiegel ist der Abdruck eines einzelnen Laufs im Boden, etwa die Schalen eines Rehs oder die Zehen und Krallen eines Dachses. Es gehört zu den Pirschzeichen, mit denen der Jäger Wild nachweist.
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