Wildbiologie · Jägersprache
Baummarder
auch: Edelmarder, Martes martes
Der Baummarder (Martes martes), im Volksmund auch Edelmarder, ist ein waldgebundener Marder mit gelblichem, meist ungegabeltem Kehlfleck, dunkler Nase und sehr guter Kletterfähigkeit.
Was ist ein Baummarder?
Der Baummarder gehört zur Ordnung der Raubtiere, zur Familie der Marderartigen und zur Gattung der Echten Marder. Anders als sein naher Verwandter, der Steinmarder, lebt er bevorzugt in strukturreichen Wäldern und hält sich von Siedlungen fern – er gilt deshalb als Kulturflüchter. Als hervorragender Kletterer nutzt er Baumhöhlen, Greifvogelhorste und Eichhörnchenkobel als Tagesversteck. Zu seiner bevorzugten Beute zählt das Eichhörnchen; zugleich ist er ein natürlicher Feind von Rabenvögeln. In der Jägersprache heißt das Männchen Rüde, das Weibchen Fähe, die Jungen Welpen; das Fell wird Balg, der Schwanz Rute oder Standarte genannt.
Baummarder oder Steinmarder? Die Unterscheidungsmerkmale
Die sichere Trennung beider Martes-Arten ist ein Standardthema. Der Baummarder hat einen gelblichen bis orangegelben Kehlfleck, der meist nicht gegabelt ist; beim Steinmarder ist der Fleck weiß und häufig gegabelt. Die Nase des Baummarders wirkt dunkel, die des Steinmarders hell bis fleischfarben. Außerdem sind beim Baummarder die Sohlen der Pranten deutlich stärker behaart. Beim Lebensraum gilt: Steinmarder als Kulturfolger an Gebäuden und in Gärten, Baummarder im Wald mit Altholz. Das Gebiss ist bei beiden gleich aufgebaut – ein Raubtiergebiss mit 38 Zähnen, je Seite oben 3-1-4-1 und unten 3-1-4-2.
Fortpflanzung und landesrechtliche Jagdzeiten
Die Ranz liegt im Sommer, etwa zur gleichen Zeit wie die Brunft des Rehwilds. Durch eine Keimruhe kommen die Welpen dennoch erst im Frühjahr zur Welt. Der Baummarder unterliegt dem Jagdrecht, Jagd- und Schonzeiten regeln aber die Länder unterschiedlich. In Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen hat er keine Jagdzeit und ist ganzjährig geschont. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern erlauben die Jagd vom 16.10. bis 28.02., Bremen vom 01.11. bis 31.01., Niedersachsen vom 16.09. bis 28.02., Baden-Württemberg vom 01.10. bis 15.02.
„Baummarder“ in der Jägerprüfung
Mit Dutzenden Fragen im Bestand ist der Baummarder ein häufiges Prüfungsthema. Im Mittelpunkt stehen die Kennzeichen gegenüber dem Steinmarder – Farbe und Form des Kehlflecks, behaarte Sohlen –, seine Tagesverstecke und die Hauptbeute Eichhörnchen. Beliebt ist auch die Frage nach Arten mit Keimruhe, bei der Baummarder, Dachs und Rehwild zusammengehören. Als speziell auf den Baummarder zugeschnittene Jagdart wird das Ausneuen genannt. Wer den Kehlfleck nur nach der Farbe beurteilt und die Gabelung übersieht, verwechselt die Arten leicht.
Häufige Fragen zu „Baummarder“
Wo lebt der Baummarder?
Er bewohnt vor allem strukturreiche Wälder mit Altholz und meidet Siedlungen. Tagsüber versteckt er sich gern in Baumhöhlen, Greifvogelhorsten oder Eichhörnchenkobeln.
Warum bekommt der Baummarder seine Jungen im Frühjahr, obwohl er im Sommer ranzt?
Nach der Paarung im Sommer ruht der Keim zunächst, bevor sich die Trächtigkeit fortsetzt. Diese Keimruhe verschiebt die Geburt der Welpen ins Frühjahr.
Darf man den Baummarder bejagen?
Das hängt vom Bundesland ab. In Berlin, Hessen oder Nordrhein-Westfalen ist er ganzjährig geschont, in anderen Ländern wie Bayern oder Niedersachsen hat er eine Jagdzeit im Herbst und Winter.
„Baummarder“ kommt in 36 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SteinmarderDer Steinmarder (Martes foina) ist ein Marderartiger aus der Gruppe des Raubwildes und ein ausgeprägter Kulturfolger; von seinem Verwandten, dem Baummarder, unterscheidet ihn vor allem der weiße, oft gegabelte Kehlfleck.
- IltisDer Iltis (Mustela putorius) ist ein kräftiger, dämmerungs- und nachtaktiver Marderartiger mit heller Gesichtsmaske und stark riechendem Analdrüsensekret; er ist die Wildform des Frettchens.
- HermelinDas Hermelin (Mustela erminea), auch Großes Wiesel genannt, ist ein kleiner Marderartiger, der sich vom Mauswiesel vor allem durch die ganzjährig schwarze Schwanzspitze unterscheidet und im Winter oft ein weißes Haarkleid trägt.
- RaubwildRaubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.
- BalgBalg ist das jägersprachliche Wort für das Fell samt Haut von Raubwild und Niederwild, etwa von Fuchs, Marder oder Hase. Beim Schalenwild heißt es Decke, beim Schwarzwild und Dachs Schwarte.
- RanzzeitRanzzeit, kurz Ranz, ist die Paarungszeit beim Raubwild, etwa bei Fuchs, Mardern, Dachs, Luchs und Wolf. Je nach Art liegt sie im Winter oder im Hochsommer.
- RabenvögelRabenvögel (Corvidae) sind eine Familie besonders intelligenter, lernfähiger Singvögel. Zu ihnen gehören unter anderem Rabenkrähe, Nebelkrähe, Saatkrähe, Kolkrabe, Elster, Eichelhäher und Dohle.
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