Wildbiologie · Jägersprache

Gamswild

auch: Gämse, Gams, Krickelwild, Rupicapra rupicapra

Gamswild, auch Gämse oder Gams (Rupicapra rupicapra), ist ein ziegenartiger Hornträger der Gebirge und zählt jagdrechtlich zum Schalenwild. Bock und Geiß tragen Krucken, die nie abgeworfen werden.

Was ist „Gamswild“?

Gamswild ist der jägersprachliche Sammelbegriff für die Gämse; daneben sind Gams und Krickelwild gebräuchlich. Zoologisch gehört die Gämse zu den Paarhufern, Unterordnung Wiederkäuer, Familie Hornträger (Bovidae) und dort zu den Ziegenartigen. Sie ist eine eigene Wildart, weder Hirsch noch Hausziege. Typisch lebt sie in alpinen und subalpinen Lagen, besiedelt aber auch dauerhaft Wälder und ist daher kein reines Tier oberhalb der Baumgrenze. Wie alle Wiederkäuer hat sie im Oberkiefer keine Schneidezähne, sondern eine Kauplatte, gegen die die unteren Frontzähne beim Abbeißen drücken. Das männliche Tier heißt Bock, das weibliche Geiß.

Krucken, Gamsbart und Brunft

Beide Geschlechter tragen Krucken, regional Krickel genannt. Sie bestehen aus Hornsubstanz über einem knöchernen Zapfen, wachsen ein Leben lang und sind an der Spitze hakig nach hinten gekrümmt. Die Jahresringe an der Basis erlauben beim erlegten Stück die sicherste Altersbestimmung. Beim Bock sind die Krucken kräftiger und stärker gehakelt; im November helfen zusätzlich die herabhängenden Pinselhaare, einen Bock sicher anzusprechen. Hinter den Krucken sitzen beim Bock die Brunftfeigen. Gebrunftet wird etwa von Mitte November bis Mitte Dezember, die Tragzeit dauert rund sechs Monate. Viele Geißen setzen zum ersten Mal im fünften Lebensjahr, und eine Geiß führt meist das Scharwild. Aus den langen, dunklen Grannenhaaren auf dem Rücken des Winterbalgs wird der Gamsbart gebunden, ein traditioneller Hutschmuck.

Jagdzeiten nach Landesrecht

Gamswild kommt nicht in allen Ländern vor. In Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und den Stadtstaaten kommt Gamswild nicht vor; eine praktisch nutzbare Jagdzeit gibt es dort deshalb nicht. Bayern hat eine einheitliche Jagdzeit vom 01.08. bis 15.12. für alle Altersklassen und beide Geschlechter. In Baden-Württemberg gilt der 01.09. bis 31.01., für Jährlinge bereits ab dem 01.07.

„Gamswild“ in der Jägerprüfung

Häufig gefragt wird, bei welchen Schalenwildarten auch weibliche Tiere Kopfschmuck tragen und welche ihn nicht abwerfen – Gamswild gehört jeweils dazu. Weitere Themen sind Brunftzeit, Tragzeit, Altersbestimmung an den Kruckenringen, die Lage der Brunftfeigen und die Unterscheidung von Bock und Geiß. Typische Fehler: die Krucken als Geweih bezeichnen oder die Gams den Hirschen zuordnen.

Häufige Fragen zu „Gamswild“

Wirft die Gämse ihre Krucken ab?

Nein. Krucken sind echte Hörner, die zeitlebens weiterwachsen. Das unterscheidet Gamswild von Hirschen, deren Geweih jedes Jahr abgeworfen wird.

Wie bestimmt man das Alter einer Gämse?

Am sichersten am erlegten Stück anhand der Jahresringe an den Krucken. Zahnwechsel und Zahnabnutzung können zusätzlich Hinweise geben.

Was ist ein Gamsbart?

Ein Büschel der langen, dunklen Rückenhaare aus dem Winterbalg. Er gilt als traditionelle Trophäe und wird als Hutschmuck getragen.

„Gamswild“ kommt in 76 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Wildbiologie

GebrächGablerGehörnFuchsGesäugeFrischlingGesperreFischotterAlle Begriffe aus Wildbiologie

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Gamswild: Bedeutung in der Jägersprache | Jagdprüfung.de