Wildbiologie
Wachtel
auch: Coturnix coturnix
Die Wachtel (Coturnix coturnix) ist der kleinste heimische Hühnervogel. Sie lebt versteckt in der offenen Feldflur, brütet am Boden und zieht – anders als fast alle anderen heimischen Hühnervögel – über weite Strecken.
Was ist die „Wachtel“?
Die Wachtel gehört zur Ordnung der Hühnervögel und dort zur Familie der Fasanenartigen, zusammen mit Fasan und Rebhuhn. Sie ist der kleinste Hühnervogel, der regelmäßig in Deutschland vorkommt, und eine Art der Kulturlandschaft. Im Unterschied zu den meisten anderen heimischen Hühnervögeln ist sie ein Langstreckenzieher: Den Winter verbringt sie weiter im Süden, unter anderem im Mittelmeerraum und in Afrika, und kehrt im Frühjahr ins Brutgebiet zurück. Gezogen wird überwiegend nachts. Weil sich ihr Auftreten so stark nach dem Zuggeschehen richtet, schwanken Bestände und Nachweise von Jahr zu Jahr erheblich.
Lebensweise, Nachweis und Nahrung
Die Wachtel hält sich in dichten Feldfrüchten, Getreide- und Hackfruchtfeldern, Wiesen, Klee und Luzerne auf. Man bekommt sie viel seltener zu sehen als zu hören. Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist deshalb der Wachtelschlag, der Ruf des Hahns. Wie alle heimischen Hühnervögel brütet sie am Boden, und ihre Küken sind Nestflüchter, die das Nest bald nach dem Schlüpfen verlassen. Altvögel fressen Sämereien, grüne Pflanzenteile und Insekten; die Küken sind besonders auf Insekten und andere kleine Wirbellose angewiesen. Artenreiche Feldsäume, Brachen, Blühflächen, späte Mahd und kleinteilige Feldstrukturen kommen ihr zugute, während monotone, früh abgeerntete Flächen zu wenig Ruhe und Nahrung bieten.
Wachtel und Jagd
Die Wachtel unterliegt jagdrechtlichen und artenschutzrechtlichen Vorgaben; auch die Bundeswildschutzverordnung erfasst sie. In der heutigen Jagdpraxis hat sie wegen ihrer Lebensweise, ihres Zugverhaltens und ihrer Bestandslage kaum Bedeutung. Für die Wachtel ist in der Bundesjagdzeitenverordnung keine Jagdzeit festgesetzt; sie ist daher ganzjährig mit der Jagd zu verschonen, soweit ein Land nichts anderes bestimmt.
„Wachtel“ in der Jägerprüfung
Die mit Abstand häufigste Frage zielt darauf, welcher Hühnervogel ein ausgesprochener Zugvogel ist – die Wachtel. Weitere Themen sind ihr bevorzugter Lebensraum in Getreide- und Hackfruchtfeldern und ihre Küken als Nestflüchter. In Rassefragen taucht außerdem der Deutsche Wachtelhund auf; er ist ein Stöberhund und gehört nicht zu den Vorstehhunden.
Häufige Fragen zu „Wachtel“
Ist die Wachtel ein Zugvogel?
Ja. Sie gilt als der wichtigste Langstreckenzieher unter den heimischen Hühnervögeln und zieht überwiegend nachts, und überwintert im Mittelmeerraum und in Afrika.
Wo lebt die Wachtel?
In der offenen Feldflur, vor allem in Getreide- und Hackfruchtfeldern, Wiesen sowie Klee- und Luzernebeständen.
Wie erkennt man eine Wachtel im Revier?
Meist am Ruf des Hahns, dem Wachtelschlag. Wegen ihrer versteckten Lebensweise sind Sichtbeobachtungen selten.
„Wachtel“ kommt in 33 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RebhuhnDas Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
- HühnervögelHühnervögel (Galliformes) sind kräftig gebaute, überwiegend am Boden lebende Vögel mit starken Ständern, kurzen runden Schwingen und schnellem Startflug; alle heimischen Arten brüten am Boden und sind Nestflüchter.
- FasanDer Fasan, genauer Jagdfasan (Phasianus colchicus), ist ein ursprünglich asiatischer Hühnervogel, der in Europa eingebürgert wurde und heute als typisches Niederwild reich gegliederter Feldfluren gilt; jagdrechtlich zählt er zum Federwild.
- BodenbrüterBodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
- NestflüchterNestflüchter sind Jungtiere, die schon kurz nach Schlupf oder Geburt weit entwickelt sind, das Nest verlassen und dem führenden Elterntier folgen. Typisch sind Hühnervögel, Enten und Junghasen.
- FederwildFederwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle wildlebenden Vogelarten, die dem Jagdrecht unterliegen – etwa Hühnervögel, Enten, Gänse, Tauben, Schnepfen, Rabenvögel sowie Greifvögel und Falken.
- BundeswildschutzverordnungDie Bundeswildschutzverordnung (BWildSchV) ist eine Verordnung zum Bundesjagdgesetz, die für besonders schutzbedürftige Wildarten Besitz und Handel verbietet und die Greifvogelhaltung in der Falknerei regelt.
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