Wildbiologie · Jägersprache
Elchwild
auch: Elch, Alces alces
Elchwild meint den Elch (Alces alces), den größten heute lebenden Hirsch; er gehört nach § 2 BJagdG zum Schalenwild und kommt in Deutschland vor allem als Zuwanderer im Osten und Nordosten vor.
Was ist „Elchwild“?
Mit Elchwild bezeichnet der Jäger den Elch als Wildart. Systematisch zählt er zu den Paarhufern und Wiederkäuern, innerhalb der Hirsche zu den Trughirschen – derselben Unterfamilie wie das Reh. Er ist also ein Geweihträger und kein Hornträger. Jagdrechtlich steht Elchwild in der Liste der Wildarten des Bundesjagdgesetzes und gehört zum Schalenwild. Einen festen Bestand gibt es nicht in allen Bundesländern; immer wieder wandern Tiere aus Nachbarregionen nach Ost- und Nordostdeutschland ein.
Körpermerkmale von Bulle und Kuh
Nur der Elchbulle trägt ein Geweih, das jährlich abgeworfen wird und häufig Schaufeln bildet. Die Elchkuh bleibt geweihlos. Typische Merkmale sind lange Läufe, der Muffel, ein Kehlbart, der auch Glocke genannt wird, und Schalen, die sich stark spreizen lassen. Das Gebiss ist ein typisches Wiederkäuergebiss: Oben fehlen die Schneidezähne und werden durch eine Dentalplatte ersetzt, unten stehen Schneidezähne und Eckzahn im Bogen, dahinter folgen breite Backenzähne zum Zermahlen.
Lebensraum, Äsung und Verhalten
Elche bevorzugen weiträumige Landschaften mit Wäldern, Mooren, Seen und anderen Feuchtgebieten sowie ruhigen Deckungsbereichen. Sie schwimmen sehr gut und äsen, wo möglich, intensiv Wasserpflanzen. Daneben nehmen sie Zweige, Blätter, Knospen, Rinde, Kräuter und Sträucher auf; örtlich kann ihr Verbiss an jungen Gehölzen spürbar werden. Nach dem Prüfungsstoff gilt der Elch als Konzentratselektierer. Er lebt eher einzelgängerisch, die Kühe führen ihre Kälber. Weil Elche weit wandern, können sie plötzlich fernab bekannter Vorkommen auftauchen.
Umgang mit Elchen im Revier
Ob und wie Elchwild bejagt, geschont oder gemeldet wird, regeln Landesrecht und Behörden. In den Prüfungsantworten erscheint der Elch unter den Wildarten ohne festgesetzte Jagdzeit, die daher ganzjährig geschont sind. Bei einer Sichtung gilt: die Art sicher erkennen, nicht eigenmächtig handeln und die zuständige Behörde oder den Jagdausübungsberechtigten einbeziehen.
„Elchwild“ in der Jägerprüfung
Sieben unterschiedliche Fragen im Bestand betreffen den Elch. Geprüft werden vor allem die Zugehörigkeit zum Schalenwild, die Einordnung als Hirsch und Trughirsch, der Lebensraum mit Wasserpflanzen als Äsung und die Eigenschaft als Wiederkäuer. Genau unterscheiden sollte man die Unterfamilien: Trotz der Schaufeln steht der Elch nicht bei den Echten Hirschen wie der Damhirsch, sondern bei den Trughirschen.
Häufige Fragen zu „Elchwild“
Gehört der Elch zum Schalenwild?
Ja. Elchwild ist im Bundesjagdgesetz aufgeführt und zählt jagdrechtlich zum Schalenwild.
Ist der Elch mit dem Reh verwandt?
Beide gehören zur Unterfamilie der Trughirsche innerhalb der Hirschfamilie. Rot-, Dam- und Sikawild zählen dagegen zu den Echten Hirschen.
Was frisst ein Elch?
Zweige, Blätter, Knospen, Rinde, Kräuter, Sträucher und, wo vorhanden, reichlich Wasserpflanzen. Er ist ein ausgezeichneter Schwimmer.
„Elchwild“ kommt in 7 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchalenwildSchalenwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer mit Schalen – Hirschartige, Hornträger und Schwarzwild.
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- DamwildDamwild (Dama dama) ist eine mittelgroße Hirschart aus der Gruppe der Echten Hirsche, deren männliche Stücke ein Schaufelgeweih tragen; jagdlich zählt es zum Schalenwild und zum Hochwild.
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- WisentDer Wisent (Bison bonasus) ist Europas größtes frei lebendes Landsäugetier, ein Hornträger aus der Unterfamilie der Rinder, der nach § 2 BJagdG zum Schalenwild zählt.
- HaarwildHaarwild ist der jagdliche Sammelbegriff für alle wildlebenden Säugetiere, die nach Bundesjagdgesetz und gegebenenfalls Landesrecht dem Jagdrecht unterliegen – im Gegensatz zum Federwild, den jagdrechtlich erfassten Vögeln.
- VerbissAls Verbiss bezeichnet man das Abäsen der Knospen und Triebe junger Bäume und Sträucher durch Wild, vor allem durch Rehwild. Er gehört zu den forstlichen Wildschäden und kann die Waldverjüngung verhindern.
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