Wildbiologie · Jägersprache

Gesäuge

auch: Spinne

Gesäuge ist das Euter bzw. die Milchdrüsen weiblicher Wildtiere. Bei Reh- und Hirscharten heißt es jägersprachlich auch Spinne; es verrät, ob ein weibliches Stück Nachwuchs führt.

Was bedeutet „Gesäuge“?

Mit Gesäuge sind die Milchdrüsen gemeint, mit denen ein weibliches Stück seine Jungen säugt – im Alltag würde man von Euter oder Zitzen sprechen. Beim Rehwild und bei den Hirscharten verwendet die Jägersprache dafür auch das Wort Spinne. Für den Jäger ist das Gesäuge vor allem ein Ansprechmerkmal: Bei einer führenden Ricke ist es im Sommer deutlich zu erkennen, ebenso bei einem führenden Alttier des Rotwildes. Beim Schwarzwild gehören Gesäuge und Verhalten in der Rotte zu den wichtigen Hinweisen beim Ansprechen von Bachen.

Führend oder nicht? Das Gesäuge als Nachweis

Viele Situationen im Revier lassen sich nur über das Gesäuge sicher auflösen. Tritt im Frühsommer ein weibliches Reh allein aus, weil es sein Kitz abgelegt hat, unterscheidet allein das Gesäuge die führende Ricke zweifelsfrei vom Schmalreh. Beim Rotwild gilt dasselbe für ein einzeln äsendes Stück im Juli: Nur am Gesäuge ist erkennbar, ob ein führendes Alttier oder ein Schmaltier vor einem steht. Das hat unmittelbare Folgen für den Elterntierschutz, denn die Bejagung von Elterntieren, die für die Aufzucht notwendig sind, ist eine Straftat. Beim Aufbrechen wird im zweiten Schritt beim weiblichen Wild das Gesäuge freigelegt, beim männlichen die Brunftrute.

Gesäuge in Krankheitsbildern

In der Wildkrankheitenlehre taucht das Gesäuge als Ort von Symptomen auf. Bei einer Viruskrankheit mit Blasenbildung entstehen Blasen an Maul, Zunge, Klauen und Gesäuge, säugende Tiere geben weniger Milch. Bei der Myxomatose schwellen neben Sehern, Löffeln, Lippen und Geschlechtsorganen auch die Gesäuge an. Beim Jagdhund kann ein Welpe Spulwurmlarven über das Gesäuge der Mutter aufnehmen.

„Gesäuge“ in der Jägerprüfung

Der Klassiker ist die Frage, woran man im Juni eine führende Ricke oder im Juli ein führendes Alttier zweifelsfrei erkennt – die Antwort lautet jeweils Gesäuge. Ebenso wird nach dem jägersprachlichen Wort Spinne gefragt. Wer dabei den Elterntierschutz mitdenkt, versteht, warum das Merkmal in der Praxis so viel Gewicht hat. Seltener geht es um Krankheitssymptome oder den Spulwurmbefall bei Welpen.

Häufige Fragen zu „Gesäuge“

Was ist die Spinne beim Schalenwild?

Spinne ist das jägersprachliche Wort für das Gesäuge, also das Euter eines führenden weiblichen Stückes. Es wird vor allem bei Rehwild und den Hirscharten verwendet.

Woran erkennt man eine führende Ricke ohne Kitz?

Am Gesäuge. Hat die Ricke ihr Kitz abgelegt und tritt allein aus, ist es das einzige zweifelsfreie Merkmal gegenüber einem Schmalreh.

„Gesäuge“ kommt in 10 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Wildbiologie

GesperreGehörnGewaffGebrächGeweihGamswildGoldschakalGablerAlle Begriffe aus Wildbiologie

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Gesäuge: Bedeutung in der Jägersprache | Jagdprüfung.de