Wildbiologie · Jägersprache
Grandeln
auch: Hirschgrandeln
Grandeln sind die zurückgebildeten oberen Eckzähne des Rotwildes, die Hirsch und Tier im Oberkiefer vor den Backenzähnen tragen. Sie gelten als begehrte Trophäe und werden als Schmuck gefasst.
Was sind „Grandeln“?
Grandeln, auch Hirschgrandeln genannt, sind die verkümmerten Eckzähne im Oberkiefer des Rotwildes. Jedes Stück besitzt zwei davon. Sie sitzen im Oberkiefer vor den Backenzähnen. Als Wiederkäuer hat Rotwild im Oberkiefer vorne keine Schneidezähne, sondern eine feste Kauplatte; umso auffälliger sind die beiden kleinen Eckzähne. Sie kommen nicht nur beim Hirsch, sondern ebenso beim weiblichen Stück vor. In der Jägersprache werden sie mitunter auch Haken genannt.
Grandeln bei anderen Hirscharten
Grandeln sind eine bekannte Besonderheit des Rotwildgebisses. Beim Damwild fehlen die oberen Eckzähne in der Regel; zusammen mit dem kleineren Schädel ist das ein Unterschied zum Rotwild gleichen Alters. Beim Rehwild kommen Grandeln nur sehr selten vor, weshalb sie beim Rehbock in der Regel nicht als Trophäe genannt werden. Wer ein Gebiss beurteilen will, sollte außerdem wissen, dass beim gesunden Rotwild der Zahnwechsel meist nach 28 bis 30 Monaten abgeschlossen ist; später erlaubt das Gebiss nur noch eine ungefähre Altersschätzung.
Grandeln als Trophäe
Zu den begehrtesten Trophäen zählen die Grandeln des Rotwildes, neben dem Gamsbart aus den Rückenhaaren der Gams. Anders als das Geweih stammen Grandeln auch vom Alttier, sodass selbst weibliches Rotwild eine Trophäe liefert. Nach dem Erlegen löst der Jäger sie aus dem Oberkiefer vor den Backenzähnen heraus. Anschließend werden sie traditionell als Schmuck gefasst. Vergleichbar werden bei Fuchs und Dachs gelegentlich die Fangzähne aufbewahrt, beim Keiler das Gewaff.
„Grandeln“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung fragt, was Grandeln sind, wo sie sitzen und bei welchen Arten sie vorkommen. Beliebt sind praktische Aufgaben: Nach dem Erlegen eines Alttieres soll man angeben, wo die Grandeln zu finden sind. Außerdem werden Trophäen den Wildarten zugeordnet. Häufige Fehler: Grandeln im Unterkiefer vermuten, sie nur dem Hirsch zuschreiben oder sie beim Damwild als regelmäßig vorhanden ansehen.
Häufige Fragen zu „Grandeln“
Wo sitzen die Grandeln?
Im Oberkiefer, vor den Backenzähnen. Jedes Stück Rotwild hat zwei davon.
Haben auch weibliche Stücke Grandeln?
Ja. Auch das Alttier trägt Grandeln, und sie werden von ihm ebenso als Trophäe genommen.
Hat das Reh Grandeln?
Nur sehr selten. Auch beim Damwild fehlen die oberen Eckzähne in der Regel; typisch sind Grandeln für das Rotwild.
„Grandeln“ kommt in 10 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- KahlwildKahlwild ist der Sammelbegriff für alle weiblichen Stücke und Kälber bei Rot-, Dam- und Sikawild – also für alles, was kein Geweih trägt.
- GewaffGewaff heißen in der Jägersprache die vergrößerten Eckzähne des Keilers. Es setzt sich aus den unteren Eckzähnen, den Gewehren oder Hauern, und den oberen, den Haderern, zusammen.
- DamwildDamwild (Dama dama) ist eine mittelgroße Hirschart aus der Gruppe der Echten Hirsche, deren männliche Stücke ein Schaufelgeweih tragen; jagdlich zählt es zum Schalenwild und zum Hochwild.
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- KalbKalb heißt in der Jägersprache das Jungtier von Rot-, Dam-, Sika- und Elchwild im ersten Lebensjahr; beim Rotwild unterscheidet man Hirschkalb (männlich) und Wildkalb (weiblich).
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