Wildbiologie
Wildtaube
auch: Wildtauben
Wildtauben sind die frei lebenden Taubenarten, die zum Federwild zählen; in Deutschland sind es vier: Ringeltaube, Hohltaube, Türkentaube und Turteltaube.
Was sind Wildtauben?
Unter dem Sammelbegriff Wildtauben fasst die Jägerschaft die heimischen, frei lebenden Tauben zusammen. Sie besiedeln Feldflur, Wälder, Parks und Ortschaften. Bei allen vier Arten sehen Tauber und Täubin gleich aus, eine Unterscheidung der Geschlechter nach dem Äußeren ist also nicht möglich. Das Gelege besteht jeweils aus nur zwei weißlichen Eiern. Wildtauben nehmen außerdem gern Salzlecken an. Für die Jagd entscheidend ist die sichere Artbestimmung, denn die Arten unterscheiden sich stark in Häufigkeit, Zugverhalten und Gefährdung. Ob und wann eine Art bejagt werden darf, legt das jeweilige Landesrecht fest.
Die vier Arten sicher unterscheiden
Die Ringeltaube ist die größte Art. Altvögel tragen einen weißen Halsfleck, im Flug fällt das breite weiße Flügelband auf; das Gefieder ist blaugrau mit rosiger Brust und grünlich schimmerndem Hals. Sie ist Teilzieher und kann auf Raps- und Getreideflächen Fraßschäden anrichten. Die Hohltaube ist kleiner, hat weder Halsfleck noch weißes Flügelband und brütet in Baumhöhlen. Die schlanke Türkentaube erkennt man am schwarzen Nackenring; sie lebt als Kulturfolger in Siedlungen und Parks. Die Turteltaube ist die kleinste der vier, hat einen rostbraun-schwarz geschuppten Rücken und schwarz-weiß gestreifte Halsseiten. Sie zieht bis südlich der Sahara und ist stark im Rückgang begriffen.
Versorgung erlegter Tauben
Als erste Maßnahme nach dem Erlegen gilt bei Wildtauben das Entfernen des Kropfes. Sein Inhalt kann stark säuern, und die Säure zieht sonst ins Wildbret. Das kleine Gescheide wird durch Aushakeln entnommen. Für die Lockjagd auf Tauben schreibt der Fragenbestand keinen brauchbaren Jagdhund vor.
„Wildtaube“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird nach der Zahl der heimischen Arten, nach dem weißen Halsfleck der Ringeltaube, nach Gelegegröße, Eifarbe und der Erstversorgung. Eine klassische Falle ist die junge Ringeltaube, der der Halsfleck noch fehlt und die dann leicht für eine Hohltaube gehalten wird. Ebenso werden Türken- und Turteltaube gern verwechselt.
Häufige Fragen zu „Wildtaube“
Wie viele Wildtaubenarten gibt es in Deutschland?
Vier: Ringeltaube, Hohltaube, Türkentaube und Turteltaube. Die Ringeltaube ist die größte, die Turteltaube die kleinste.
Kann man bei Wildtauben Männchen und Weibchen unterscheiden?
Nein, bei keiner der heimischen Arten sind die Geschlechter äußerlich zu erkennen.
Welche Wildtaube zieht am weitesten?
Die Turteltaube. Sie ist Langstreckenzieher mit Winterquartieren südlich der Sahara und gilt als Symbolart für den Rückgang strukturreicher Agrarlandschaften.
„Wildtaube“ kommt in 12 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FederwildFederwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle wildlebenden Vogelarten, die dem Jagdrecht unterliegen – etwa Hühnervögel, Enten, Gänse, Tauben, Schnepfen, Rabenvögel sowie Greifvögel und Falken.
- AushakelnAushakeln ist eine ältere Methode, bei Federwild das Gescheide mit dem Finger oder einem Haken durch eine kleine Öffnung herauszuziehen, statt den Vogel aufzubrechen.
- SalzleckeEine Salzlecke ist eine jagdliche Einrichtung aus Leckstein oder Salzblock, an der Wild Mineralstoffe wie Natrium und Calcium aufnehmen kann.
- WildbretWildbret ist in der Jägersprache das Fleisch von erlegtem Wild, das als Lebensmittel verwendet wird – umgangssprachlich also Wildfleisch; eine ältere Schreibweise lautet „Wildpret“.
- GreifvögelGreifvögel sind meist tagaktive Beutegreifer mit Hakenschnabel, kräftigen Fängen und sehr scharfem Sehvermögen, etwa Bussarde, Habicht, Sperber, Milane, Weihen und Adler. Sie können dem Jagdrecht unterliegen, sind aber streng geschützt und nicht regulär bejagbar.
- RabenvögelRabenvögel (Corvidae) sind eine Familie besonders intelligenter, lernfähiger Singvögel. Zu ihnen gehören unter anderem Rabenkrähe, Nebelkrähe, Saatkrähe, Kolkrabe, Elster, Eichelhäher und Dohle.
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