Wildbiologie · Jägersprache
Birkwild
auch: Birkhuhn, Spielhahn, Tetrao tetrix, Lyrurus tetrix
Birkwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix), ein Raufußhuhn offener Moor-, Heide- und Hochlagen, dessen Hahn blauschwarz gefärbt ist und einen leierförmigen Stoß trägt.
Was ist „Birkwild“?
Mit Birkwild meint die Jägersprache das Birkhuhn, das in der Fachliteratur auch unter dem Namen Lyrurus tetrix geführt wird. Es gehört zu den Hühnervögeln und dort zu den Raufußhühnern, deren Ständer – also Beine – als Schutz gegen Kälte befiedert sind. Das Männchen heißt Birkhahn oder Spielhahn, das Weibchen Birkhenne; die Jungvögel bilden mit der führenden Henne das Gesperre. Als Lebensraum braucht Birkwild offene bis halboffene, ruhige Landschaften: Hochmoore, Heiden, alpine Matten, Krummholzzonen, lichte Bergwälder an der Baumgrenze und Übergänge zwischen Wald und Offenland. Dort findet es Beerensträucher, Knospen, Insekten und geschützte Brutplätze.
Hahn, Henne und die Balz auf dem Leck
Der Birkhahn fällt durch sein glänzend blauschwarzes Gefieder, einen weißen Flügelspiegel, rote Rosen und den gegabelten, leierförmigen Stoß auf; gemeint ist der Schwanz. Die Henne ist kleiner und schlanker und trägt ein braun gebändertes Tarnkleid. Gebalzt wird auf traditionellen Plätzen, die der Jäger Leck nennt. Mehrere Hähne treten dort gleichzeitig auf, nehmen Imponierhaltung ein, kollern und zischen und tragen Kommentkämpfe aus; die Hennen wählen vor Ort ihren Partner. Im Winter können die Vögel bei passendem Schnee in Schneehöhlen übernachten, die gegen Kälte und Wind isolieren.
Rückgang und Schutz
In Deutschland sind die Bestände regional stark geschrumpft. Als Ursachen gelten Lebensraumverlust, trockengelegte Moore, zuwachsende oder zu intensiv bewirtschaftete Offenflächen, Zerschneidung, Klimaveränderungen und Störungen durch Freizeitbetrieb. Winterliche Störungen wiegen besonders schwer, weil jede Flucht Energie kostet, während Nahrung knapp ist. Schutz bedeutet deshalb, Balzplätze, Brutgebiete, Ruhezonen im Winter und ein Mosaik unterschiedlicher Strukturen zu erhalten. Nach § 19a BJagdG ist es verboten, Wild – besonders in seinem Bestand gefährdete Arten wie Birkwild – unbefugt an seinen Nist-, Brut- oder Wohnstätten zu stören. In Niedersachsen ist Birkwild ganzjährig geschont.
„Birkwild“ in der Jägerprüfung
Häufig verlangt ist die Zuordnung zu den Raufußhühnern neben Auerwild, Haselwild und Alpenschneehuhn, dazu geeignete Lebensräume und der Schutzstatus. Auch die Kreuzung mit Auerwild wird abgefragt: Ihr Ergebnis heißt Rackelwild, bekanntester Vertreter ist der Rackelhahn. Typische Fehler sind, den Stoß des Birkhahns als Geweih zu bezeichnen oder die Gruppenbalz auf dem Leck mit der Balzarie des Auerhahns zu vermischen.
Häufige Fragen zu „Birkwild“
Was ist ein Leck?
Leck ist das Jägerwort für den traditionellen Balzplatz des Birkwilds. Dort balzen mehrere Hähne gleichzeitig, und die Hennen suchen sich einen Partner aus.
Was ist Rackelwild?
Rackelwild sind seltene Mischlinge aus Auerwild und Birkwild, die Merkmale beider Arten zeigen können. Sie sind meist nur eingeschränkt fortpflanzungsfähig.
Wie unterscheiden sich Birkhahn und Birkhenne?
Der Hahn ist größer, blauschwarz mit weißem Flügelspiegel und kräftig roten Rosen. Die Henne ist kleiner, schlanker und durch ihr braun gebändertes Gefieder gut getarnt.
„Birkwild“ kommt in 21 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- AuerwildAuerwild ist die jägersprachliche Sammelbezeichnung für das Auerhuhn (Tetrao urogallus), den größten Hühnervogel Europas. Der Hahn heißt Auerhahn, die Henne Auerhenne; jagdlich zählt es zum Hochwild.
- HaselwildHaselwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Haselhuhn (Tetrastes bonasia), das kleinste heimische Raufußhuhn, das sehr heimlich in unterholzreichen Wäldern lebt.
- AlpenschneehuhnDas Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist ein Raufußhuhn des Hochgebirges oberhalb der Waldgrenze. Es kommt in Deutschland nur in den Alpen vor und trägt im Winter ein fast weißes Gefieder.
- HühnervögelHühnervögel (Galliformes) sind kräftig gebaute, überwiegend am Boden lebende Vögel mit starken Ständern, kurzen runden Schwingen und schnellem Startflug; alle heimischen Arten brüten am Boden und sind Nestflüchter.
- BalzBalz bezeichnet das Paarungswerben bei Vögeln, vor allem bei Hühnervögeln: Dabei umwerben die Hähne die Hennen durch Rufe, Körperhaltung, Gefieder, Kämpfe oder auf festen Balzplätzen.
- StoßStoß ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz der Vögel, also die Gesamtheit der Schwanzfedern; seine Form ist ein wichtiges Merkmal bei der Bestimmung von Federwild und Greifvögeln.
- GesperreGesperre ist die jägersprachliche Bezeichnung für die Küken eines Hühnervogels zusammen mit der Henne, die sie führt. Der Begriff wird etwa bei Auer-, Birk-, Hasel- und Fasanenwild verwendet.
- RuhezoneEine Ruhezone ist ein Bereich im Revier oder Lebensraum, der bewusst von Störungen freigehalten wird, damit Wild dort ungestört ruhen, brüten und setzen kann.
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