Wildbiologie · Jägersprache
Damwild
auch: Dama dama, Damhirsch, Damtier
Damwild (Dama dama) ist eine mittelgroße Hirschart aus der Gruppe der Echten Hirsche, deren männliche Stücke ein Schaufelgeweih tragen; jagdlich zählt es zum Schalenwild und zum Hochwild.
Was ist „Damwild“?
Damwild ist der jagdliche Sammelbegriff für Damhirsch und Damtier samt Nachwuchs. In Größe und Gewicht liegt es zwischen Reh- und Rotwild. Zoologisch gehört es zu den Paarhufern, Wiederkäuern und Hirschen, genauer zu den Echten Hirschen wie Rot- und Sikawild. Anders als das Reh ist es keine ursprünglich heimische Art: Nach dem Ende der letzten Eiszeit fehlte es in Mitteleuropa, bis der Mensch es erneut ansiedelte. Man trifft es hierzulande sowohl frei lebend als auch in Gattern und Parkhaltungen an. Nahrungsökologisch gilt es als Mischäser: Je nach Jahreszeit nimmt es krautige wie faserreichere Äsung auf und ist damit weniger wählerisch als das Reh.
Erkennungsmerkmale beim Ansprechen
Die Sommerdecke ist hell gefleckt. Auffällig ist der Wedel, der deutlich länger ist als beim Rotwild und oben schwarz, unten hell gefärbt ist; bei Gefahr wird er hochgestellt und wirkt als Warnsignal. Zusammen mit dem schwarz eingefassten Spiegel erleichtert er das Ansprechen. Damwild tritt in mehreren Farbschlägen auf, von sehr hell über fast weiß bis sehr dunkel, und ist damit variabler gefärbt als Rot- oder Rehwild. Im Trittsiegel nimmt der Ballen gut die Hälfte der Länge ein.
Geweih und Altersstufen des Damhirsches
Nur der Hirsch trägt ein Geweih; es ist kein Gehörn wie beim Rehbock. Abgeworfen wird meist im März oder April, anschließend wächst das neue Geweih unter Bast und wird meist Ende August verfegt. Jägersprachlich unterscheidet man nach der Form Spießer, Knieper, Löffler, Halbschaufler und Schaufler. Wie stark die Schaufel ausfällt, hängt von Alter, Anlage und Kondition ab. Beim zweiten Kopf zeigt das Geweih in der Regel Aug- und Mittelsprosse sowie einen leichten Schaufelansatz. Als unerwünscht gelten Geweihe ohne Schaufel oder mit O- oder V-förmigen Schlitzen.
Brunft und Jagdzeiten
Die Brunft liegt meist im Oktober und kann regional bis in den November reichen. Je nach Dichte besetzen Hirsche feste Brunftplätze oder versuchen, Gruppen von Tieren an sich zu binden. Das Wildbret brunftiger Hirsche kann Geschlechtsgeruch aufweisen. Die Jagdzeiten sind Ländersache: Für Hirsche, Alttiere und Kälber gilt etwa in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen der 1. August bis 31. Januar, in Brandenburg der 1. August bis 15. Januar; in Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern beginnt die Jagd erst am 1. September, in Bayern für Jährlinge schon am 1. Juli. Berlin hat nichts Abweichendes geregelt, dort gilt die Bundesjagdzeit, es gibt aber keinen Bestand.
„Damwild“ in der Jägerprüfung
Über 110 unterschiedliche Fragen behandeln Damwild. Schwerpunkte sind die Brunftzeit, der Abwurftermin, die Geweihstufen, das Trittsiegel und der Unterschied zum Rotwild über den schwarz-weißen Wedel. Auch die Wildbrethygiene kommt vor: Beim Aufbrechen von Damwild wird der Schlund verknotet, damit kein Panseninhalt ausläuft. Häufiger Fehler ist, beim Damhirsch von Gehörn zu sprechen.
Häufige Fragen zu „Damwild“
Wann ist die Brunft beim Damwild?
In Mitteleuropa meist im Oktober, regional auch noch im November. Die Hirsche verteidigen dann Brunftplätze oder halten Tiergruppen zusammen.
Wann wirft der Damhirsch ab?
Meist im März oder April. Das neue Geweih wächst über den Sommer im Bast und wird gegen Ende August gefegt.
Woran unterscheidet man Damwild von Rotwild?
An der mittleren Größe, der gefleckten Sommerdecke, dem Schaufelgeweih des erwachsenen Hirsches und dem langen Wedel mit schwarzer Oberseite.
„Damwild“ kommt in 115 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- SikawildSikawild (Cervus nippon) ist eine aus Ostasien stammende, in Deutschland eingebürgerte Hirschart, die jagdlich zum Schalenwild und zum Hochwild zählt und in Größe zwischen Reh- und Rotwild steht.
- SchalenwildSchalenwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer mit Schalen – Hirschartige, Hornträger und Schwarzwild.
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- WedelWedel ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz des Schalenwildes, vor allem bei Rot-, Dam- und Sikawild. Beim Reh ist er so kurz, dass er von außen kaum zu sehen ist.
- SpiegelDer Spiegel ist die helle, meist weiße Haarfläche am Hinterteil von Schalenwild wie Reh-, Dam- und Sikawild; er dient beim Ansprechen als Merkmal für Art, Geschlecht und Gesundheit.
- BrunftBrunft ist das Jägerwort für die Paarungszeit des Schalenwilds, vor allem der Hirscharten; beim Reh heißt sie Blattzeit, bei Schwarz- und Muffelwild Rauschzeit.
- WildbrethygieneWildbrethygiene umfasst alle Maßnahmen vom Ansprechen vor dem Schuss bis zur Kühlung, mit denen der Jäger sicherstellt, dass Wildbret nicht verunreinigt wird oder verdirbt.
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