Abwerfen
Abwerfen nennt der Jäger das jährliche Abstoßen von Geweih oder Gehörn, deren Stangen sich dabei samt Rose vom Rosenstock lösen.
Auslöser ist der sinkende Spiegel des männlichen Hormons nach der Brunft: Am Übergang zum Rosenstock wird Knochen abgebaut, bis die Stange abfällt. Zurück bleibt eine frische, kurz blutende Fläche, die rasch vom Bast überwachsen wird; dann beginnt die Neubildung.
Die Zeiten sind je nach Art verschieden: Der Rehbock wirft im Oktober bis Dezember ab, der Rothirsch meist im Februar und März, Dam- und Sikahirsch im April und Mai. Ältere Stücke werfen in der Regel früher ab als junge. Beim Rothirsch liegen zwischen Abwurf und Fegen des neuen Geweihs etwa fünf Monate. Ein Perückenbock wirft gar nicht mehr ab.
Verwandte Begriffe
AbwurfstangeEine Abwurfstange ist eine abgeworfene Geweih- oder Gehörnstange, wie sie Hirsche und Rehböcke jedes Jahr verlieren.RosenstockDer Rosenstock ist der knöcherne Zapfen am Stirnbein, auf dem Geweih oder Gehörn sitzt; anders als der Kopfschmuck wird er nie abgeworfen.BastBast heißt die behaarte, stark durchblutete Haut, die das wachsende Geweih der Hirsche und das Gehörn des Rehbocks überzieht und ernährt.FegenFegen nennt der Jäger das Abstreifen des abgestorbenen Bastes vom fertigen Geweih oder Gehörn an jungen Bäumen und Sträuchern.GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der Hirsche, den bei Rot-, Dam-, Sika- und Elchwild nur die männlichen Stücke tragen und jedes Jahr erneuern.PerückePerücke heißt ein krankhaft wucherndes Gehörn oder Geweih, das dauerhaft im Bast bleibt und nicht mehr abgeworfen wird; ein Bock damit heißt Perückenbock.