Wildbiologie

Wildkaninchen

auch: Oryctolagus cuniculus

Das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ist ein in Kolonien und unterirdischen Bauen lebender Hasenartiger, die Stammform des Hauskaninchens und jagdrechtlich Haarwild.

Was ist ein Wildkaninchen?

Systematisch gehört das Wildkaninchen zur Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha) und zur Familie der Hasen, zusammen mit Feldhase und Schneehase. Ein Nagetier ist es nicht: Hinter den großen oberen Schneidezähnen sitzen kleine Stiftzähne, sodass im Oberkiefer zwei Paar Schneidezähne stehen. Von ihm stammen alle Hauskaninchen ab. Im Bundesjagdgesetz ist es als Haarwild aufgeführt. Ökologisch ist es ein Kulturfolger und eine wichtige Beute für Fuchs, Marderartige, Greifvögel und Eulen; in hoher Dichte kann es aber auch deutliche Schäden anrichten.

Lebensweise und Fortpflanzung

Wildkaninchen leben gesellig in Kolonien und graben unterirdische Baue, deren Röhren auch andere Arten mitnutzen. Bei Gefahr flüchten sie nur ein kurzes Stück zum nächsten Bau. Die Jungen werden in einer eigenen Setzröhre geboren, und zwar nackt und blind; sie sind also Nesthocker. Körperlich ist das Kaninchen klein und gedrungen, die Löffel sind kurz und haben keine schwarzen Spitzen. Die Krankheiten Myxomatose und RHD können Bestände drastisch einbrechen lassen; auch der Leberegel befällt Kaninchen. Gejagt wird unter anderem mit dem Frettchen: Das Frettieren ist eine Jagdart, die ausschließlich auf Kaninchen ausgeübt wird.

Jagdzeit und Wildschaden

Wann Wildkaninchen bejagt werden dürfen, ist von Land zu Land verschieden. In Bayern, Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ist das Wildkaninchen ganzjährig jagdbar, in Baden-Württemberg vom 1. Oktober bis 15. Februar, Jungkaninchen dort vom 16. April bis 15. Februar. Beim Wildschadensersatz nach § 29 BJagdG gehört es neben Schalenwild und Fasan zu den Arten, für deren Schäden Ersatz zu leisten ist.

„Wildkaninchen“ in der Jägerprüfung

Mit rund zweihundert Fragen ist das Kaninchen eines der häufigsten Themen. Im Mittelpunkt steht die Abgrenzung zum Feldhasen über Löffel, Wohnstätte und Jungtiere. Weitere Schwerpunkte sind das Frettieren, Raubwild wie Hermelin und Iltis, das dem Kaninchen in den Bau folgt, sowie Myxomatose. Ein beliebter Fehler ist die Einordnung als Nagetier.

Häufige Fragen zu „Wildkaninchen“

Ist das Kaninchen ein Nagetier?

Nein. Es gehört zu den Hasenartigen, erkennbar an den kleinen Stiftzähnen hinter den oberen Schneidezähnen. Nagetiere haben je Kiefer nur ein Paar Schneidezähne.

Was ist Frettieren?

Frettieren ist die Baujagd mit dem Frettchen. Laut Fragenbestand ist es die einzige Jagdart, die sich ausschließlich auf Wildkaninchen richtet.

Welche Krankheiten bedrohen Kaninchenbestände?

Vor allem Myxomatose und RHD, die Bestände stark dezimieren können. Hinzu kommen Parasiten wie der Leberegel.

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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