Wildbiologie

Nutria

auch: Sumpfbiber, Biberratte, Myocastor coypus

Die Nutria (Myocastor coypus), auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt, ist ein aus Südamerika stammendes, am Wasser lebendes Nagetier mit rundem, beschupptem Schwanz und orangefarbenen Nagezähnen. Mit dem Biber ist sie nicht gleichzusetzen.

Was ist die Nutria?

Die Nutria gehört zu den Nagetieren und besitzt wie diese im Oberkiefer nur ein Paar lebenslang nachwachsender Schneidezähne. Ursprünglich lebt sie in Südamerika; in Deutschland ist sie gebietsfremd und wird zu den invasiven Arten gezählt, in Prüfungsfragen etwa neben Waschbär, Bisam und Nilgans. Zusammen mit Biber und Bisam bildet sie die Gruppe der am Wasser lebenden Nager, die leicht verwechselt werden. Die Namen Sumpfbiber und Biberratte sind irreführend, denn ein Biber ist sie nicht. Ihr Fleisch kann gegessen werden, muss aber amtlich auf Trichinen untersucht werden.

Nutria erkennen und von Biber und Bisam unterscheiden

Die Bestimmung beginnt mit Größe und Schwanz. Der Biber ist am größten und hat eine breite, flache Kelle, die Nutria ist mittelgroß mit rundem, walzenförmigem, rattenähnlichem Schwanz, der Bisam ist am kleinsten und trägt einen seitlich abgeplatteten Schwanz. Weitere Merkmale der Nutria sind die auffällig orangen Nagezähne, eine helle Schnauzenpartie und lange Tasthaare. Sie frisst vor allem Wurzeln, Schilf, Wasserpflanzen, Ufervegetation und Feldfrüchte. Hinweise im Revier sind Fraßspuren am Ufer, Wechsel entlang des Gewässerrandes und Baue im Ufer. Durch Fraß und Graben kann sie Ufer, Deiche und Röhrichte beschädigen.

Rechtliche Einordnung

Wie die Nutria behandelt wird, hängt vom Land und vom Management ab. In Niedersachsen und Bayern unterliegt sie dem Jagdrecht. In Bayern darf sie ganzjährig bejagt werden, ausgenommen die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere. Ganzjährig jagdbar ist sie außerdem etwa in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen; in Hessen gilt eine Jagdzeit vom 1. September bis 28. Februar, in Brandenburg unterliegt sie nicht dem Jagdrecht. An Gewässern ist Bleischrot inzwischen auch bei der Nutriajagd verboten: Seit dem 15. Februar 2023 untersagt EU-Recht das Verschießen von Bleischrot in und im Umkreis von 100 Metern um Feuchtgebiete, gleich auf welche Wildart. Vor jeder Maßnahme steht eine sichere Artbestimmung, damit nicht versehentlich ein streng geschützter Biber getroffen wird.

„Nutria“ in der Jägerprüfung

Die Prüfung zielt auf Nahrung, Schwanzform, die Einordnung als Nagetier und als invasive Art sowie auf die Verwertbarkeit des Fleisches mit Trichinenuntersuchung. Hinzu kommen landesrechtliche Fragen zu Jagdrecht, Jagdzeit und Munition. Typischer Fehler: eine Nutria als jungen Biber anzusprechen. Da die rechtliche Behandlung vom Land abhängt, sind Jagdzeiten und Sonderregeln immer im Zusammenhang mit dem jeweiligen Landesrecht zu lernen; bei der Munition gilt zusätzlich das EU-weite Bleischrotverbot an Feuchtgebieten.

Häufige Fragen zu „Nutria“

Was frisst die Nutria?

Überwiegend Wurzeln, Schilf und Feldfrüchte, dazu Wasserpflanzen und Ufervegetation.

Kann man Nutria essen?

Ja, das Fleisch ist für den menschlichen Verzehr geeignet. Vorher ist eine amtliche Untersuchung auf Trichinen vorgeschrieben.

Wie unterscheidet man Nutria und Bisam?

Die Nutria ist größer und hat einen runden Schwanz. Der Bisam ist kleiner und besitzt einen seitlich abgeplatteten Schwanz, der beim Schwimmen steuert.

„Nutria“ kommt in 17 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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