Wildbiologie · Jägersprache
Malbaum
auch: Scheuerbaum
Ein Malbaum ist ein Baum, an dem sich Schwarzwild nach dem Suhlen reibt und scheuert. Das Reiben heißt jägersprachlich Malen und hinterlässt Schlamm und Borsten an der Rinde.
Was ist ein Malbaum?
Der Malbaum ist ein Scheuerbaum des Schwarzwildes, also der Wildschweine. Nach dem Aufenthalt in der Suhle, einer schlammigen Wasserstelle, reiben die Sauen ihren verschmutzten Körper an der Rinde eines nahen Baumes. Dieses Scheuern bezeichnet die Jägersprache als Malen. Das Suhlen selbst dient vor allem der Abkühlung und der Abwehr von Parasiten. Am Stamm bleiben Schlammspuren und ausgerissene Borsten zurück, an denen sich der Malbaum erkennen lässt. Er gehört damit zu den Zeichen, an denen der Jäger Schwarzwild im Revier bestätigt.
Malbäume lesen und anlegen
Der Malbaum reiht sich unter die Hinweise auf Schwarzwild ein, zusammen mit Fährten, Gebräch, Suhlen, Losung und Kesseln. Da auch Rotwild suhlt, muss man klären, wer eine Suhle nutzt. Hinweise geben die Trittsiegel, die Höhe der Malstelle am Stamm, in der Borke hängende Borsten oder Haare und der Abdruck des Körpers im Schlamm. Die Rotte kann gezielt an einen Malbaum gewöhnt werden: Bewährt hat es sich, einzelne Bäume oder Baumstubben mit Buchenholzteer einzustreichen. Der Malbaum ist damit sowohl ein Zeichen zum Bestätigen als auch ein Hilfsmittel, um Sauen gezielt an eine Stelle zu binden.
„Malbaum“ in der Jägerprüfung
In den Prüfungsfragen erscheint der Malbaum vor allem in zwei Zusammenhängen. Zum einen sollen Prüflinge Anzeichen nennen, die Schwarzwild im Revier verraten. Zum anderen wird gefragt, womit man Sauen an einen Malbaum gewöhnt; die erwartete Antwort ist Buchenholzteer. Außerdem kann verlangt werden, an Suhle und Malstelle zwischen Schwarz- und Rotwild zu unterscheiden.
Häufige Fragen zu „Malbaum“
Warum reibt sich Schwarzwild am Malbaum?
Nach dem Suhlen scheuern die Sauen den Schlamm an der Rinde ab. Das Malen gilt als typisches Scheuerverhalten des Schwarzwildes.
Wie erkennt man, ob Schwarz- oder Rotwild eine Suhle genutzt hat?
Aufschluss geben Trittsiegel, die Höhe der Malstelle, hängen gebliebene Borsten oder Haare und der Körperabdruck im Schlamm.
Womit lässt sich ein Malbaum für Schwarzwild attraktiv machen?
Man streicht einzelne Bäume oder Stubben mit Buchenholzteer ein. Sauen nehmen solche Stellen gern an.
„Malbaum“ kommt in 4 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
- SuhleDie Suhle ist eine schlammige, wassergefüllte Bodenstelle, in der sich Schwarz-, Rot- und Sikawild wälzen; das Bad im Schlamm kühlt und hält Parasiten fern.
- RotteRotte ist die jägersprachliche Bezeichnung für den Familienverband des Schwarzwildes. Zu ihr gehören überwiegend Bachen mit Frischlingen und Überläufern; sie wird meist von einer erfahrenen Leitbache geführt.
- PirschzeichenPirschzeichen sind die Spuren, die beschossenes Wild am Anschuss und auf seiner Fluchtfährte hinterlässt, etwa Schweiß, Haare, Knochensplitter oder Panseninhalt.
- LosungLosung ist das Wort der Jägersprache für den Kot des Wildes. Sie gehört zu den Pirschzeichen und hilft, Wildvorkommen im Revier nachzuweisen.
- GebrächGebräch hat zwei jagdliche Bedeutungen: Es bezeichnet den Rüssel des Schwarzwildes (meist Gebrech geschrieben) und den Wildschaden, bei dem Sauen den Boden mit diesem Rüssel umbrechen.
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