Witterung
Witterung heißt in der Jägersprache der Geruch, den Wild und Mensch verbreiten oder in der Fährte hinterlassen, und auch der Geruchssinn, der ihn wahrnimmt.
Man sagt, der Hund nimmt Witterung auf, oder das Reh hat Witterung vom Jäger bekommen. Ein Vorstehhund zeigt Wild an, sobald er dessen Witterung in der Nase hat, und der Schweißhund arbeitet die Witterung eines kranken Stückes auf der Fährte aus. Auch künstliche Duftstoffe, mit denen Wild angelockt oder ferngehalten wird, heißen Witterung.
Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet Witterung dagegen das Wetter. Beides hängt zusammen: Bei großer Hitze oder strengem Frost hält sich der Geruch schlecht, und die Nachsuche wird schwerer.
Verwandte Begriffe
WindenWinden heißt in der Jägersprache das Riechen von Wild und Hund; bekommt ein Stück Wind vom Jäger, flüchtet es meist.WindfangWindfang heißt in der Jägersprache die Nase des Schalenwildes, etwa bei Reh, Rothirsch und Damwild; auch beim Hasen ist das Wort üblich.VorstehenVorstehen nennt man das plötzliche, angespannte Verharren eines Vorstehhundes vor Wild, das er mit der Nase wahrgenommen hat; so zeigt er es dem Jäger an.NasengebrauchAls Nasengebrauch bezeichnet man die Art und die Güte, mit der ein Jagdhund seinen Geruchssinn bei der Arbeit einsetzt.SchweißarbeitSchweißarbeit nennt man die Arbeit eines Jagdhundes auf der Schweißfährte, also die Nachsuche auf krankgeschossenes Schalenwild und ihre Übung auf künstlichen Fährten.DuftdrüseEine Duftdrüse ist eine Hautdrüse, deren Duftstoffe dem Wild zur Reviermarkierung und zur Verständigung mit Artgenossen dienen, etwa bei der Partnersuche.