Wildbiologie

Trittsiegel

auch: Fußabdruck, Schalenabdruck

Ein Trittsiegel ist der Abdruck eines einzelnen Laufs im Boden, etwa die Schalen eines Rehs oder die Zehen und Krallen eines Dachses. Es gehört zu den Pirschzeichen, mit denen der Jäger Wild nachweist.

Was ist ein „Trittsiegel“?

Mit Trittsiegel bezeichnet der Jäger den einzelnen Abdruck, den ein Stück Wild beim Auftreten hinterlässt – umgangssprachlich also den Fußabdruck. Beim Schalenwild zeichnen sich darin die beiden Schalen ab, je nach Bodenbeschaffenheit auch die dahinter sitzenden Afterklauen. Beim Raubwild erkennt man Zehenballen und oft Krallenabdrücke. Trittsiegel zählen zusammen mit Fährte, Losung, Verbiss sowie Fege- und Plätzstellen zu den Pirschzeichen. Sie helfen nachzuweisen, welche Arten ein Revier nutzen, und fließen in die jagdliche Beurteilung ein. Auch beim Fischotter dienen sie neben Kot, Fraßresten und Rutschen als Nachweis.

Trittsiegel der Schalenwildarten unterscheiden

Rehwild hinterlässt ein kleines, schmales Siegel; die Afterklauen drücken sich meist nur in weichem Boden durch. Das Siegel des Rotwilds fällt klar größer aus, mit langen, kräftig wirkenden Schalen. Damwild liegt in der Größe dazwischen. Rot- und Damwild lassen sich über den Ballen trennen: Beim Damwild beansprucht er etwa die Hälfte des Trittsiegels, beim Rotwild nur rund ein Drittel. Schwarzwild setzt ein eher rundliches Siegel, bei dem die Afterklauen – jägersprachlich das Geäfter – häufig tiefer und weiter seitlich zu sehen sind. Gerade dieser Abdruck des Geäfters trennt eine Sauenfährte am deutlichsten von der des Rotwilds. Muffel-, Gams- und Steinwild haben Schalen, die an felsiges oder steiles Gelände angepasst sind.

Trittsiegel von Raubwild

Beim Dachs können im Abdruck fünf Zehen erscheinen, davor liegen lange Krallenabdrücke; der Vorderfuß ist breiter und kräftiger als der Hinterfuß. Jäger sagen, der Dachs „nagelt“, während der Fuchs „schnürt“. Fünf deutliche Krallenabdrücke zeigen auf passendem Untergrund auch Fischotter und Steinmarder. Das Trittsiegel des Baummarders ist dagegen je nach Behaarung der Branten oft verwischt.

„Trittsiegel“ in der Jägerprüfung

Die Prüfung verlangt, Trittsiegel ähnlicher Arten auseinanderzuhalten: Damwild und Rotwild über das Größenverhältnis des Ballens, Rotwild und Schwarzwild über das Geäfter, Dachs und Fuchs über Nageln und Schnüren sowie Baum- und Steinmarder über die Deutlichkeit der Krallen. Ein häufiger Fehler ist, Schalen und Afterklauen im Abdruck zu verwechseln. Außerdem gilt: Die Größe allein reicht nie für eine sichere Artbestimmung.

Häufige Fragen zu „Trittsiegel“

Wie unterscheidet man die Trittsiegel von Damwild und Rotwild?

Entscheidend ist der Ballen. Beim Damwild nimmt er ungefähr die Hälfte des Abdrucks ein, beim Rotwild nur etwa ein Drittel. Außerdem ist das Rotwildsiegel deutlich größer.

Woran erkennt man das Trittsiegel eines Dachses?

Es zeigt oft fünf Zehen mit langen Krallenabdrücken davor. Der Vorderfuß ist breiter als der Hinterfuß, und das Gangbild wirkt schwer und bodennah.

Reicht die Größe eines Trittsiegels zur Artbestimmung?

Nein. Gangbild, Schalenform, Umgebung und weitere Zeichen wie Losung oder Fraßspuren müssen gemeinsam bewertet werden.

„Trittsiegel“ kommt in 23 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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