Wildbiologie · Jägersprache

Muffelwild

auch: Mufflon, Muffel

Muffelwild, auch Mufflon genannt, ist das kleinste Wildschaf. Es gehört zu den Hornträgern und Wiederkäuern und wird jagdrechtlich als Schalenwild geführt; der Widder trägt Schnecken.

Was ist Muffelwild?

Muffelwild ist ein wild lebendes Schaf aus der Familie der Hornträger, Unterfamilie Ziegenartige, Gattung Ovis. Wissenschaftlich wird es in älteren Quellen und im Jagdrecht oft Ovis ammon musimon genannt, neuere Systematiken verwenden Ovis gmelini musimon. Ursprünglich ist es in Mitteleuropa nicht heimisch, jagdlich zählt es aber seit langem zum Schalenwild. Die Jägersprache nennt das männliche Stück Widder, das weibliche Schaf und die Jungtiere Lämmer. Da es von Natur aus in trockenen, felsigen Regionen lebt, sind für seine Klauenpflege harte Böden und ausreichend Bewegung wichtig.

Merkmale und Ansprechen

Die Schulterhöhe liegt meist bei etwa 65 bis 80 cm, Widder wiegen häufig 35 bis 55 kg, Schafe deutlich weniger. Auffällig sind die weißlich aufgehellte Maulpartie, kurze Lauscher und ein kurzer Pürzel. Im Sommer ist die Decke rot- bis kastanienbraun, im Winter dunkler und dichter. Ältere Widder zeigen einen hellen Sattelfleck, der bei Schafen und Lämmern meist fehlt oder nur schwach ausgebildet ist. Auch die Schabracke wird in Prüfungsfragen als Kennzeichen des Muffelwildes genannt. Der Kopfschmuck des Widders, die Schnecken, besteht aus Horn, wird nie abgeworfen und dreht sich mit dem Alter stärker ein; über die Jahresringe lässt sich das Alter bestimmen. Beim Ansprechen gehören Körperbau, Sattelfleck, Schneckenform und Verhalten im Rudel zusammen, die Hornstärke allein genügt nicht.

Ernährung, Krankheiten und Versorgung

Als Wiederkäuer hat Muffelwild einen Pansen und im Oberkiefer statt Schneidezähnen eine Kauplatte, gegen die die unteren Frontzähne beißen. Es äst vorwiegend Gras und Raufutter, nimmt aber auch Kräuter, Knospen und Waldfrüchte. Auf feuchten, weichen Böden ist es besonders anfällig für Moderhinke, zudem treten häufig Schalenauswachsungen auf. Die Brunft liegt im November. Muffelwild kann sich mit Hausschafen kreuzen. Beim Aufbrechen darf man nicht vergessen, die Gallenblase aus der Leber zu lösen.

Jagdzeiten nach Landesrecht

In Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern darf Muffelwild vom 1. August bis 31. Januar bejagt werden; Hessen sieht für Jährlinge zusätzlich den Zeitraum 1. April bis 31. Mai vor. In Baden-Württemberg gilt der 1. Mai bis 31. Mai sowie der 1. September bis 31. Januar, wobei Schaf und Lamm erst ab 1. September freigegeben sind. Brandenburg verschont Muffelwild ganzjährig. Berlin, Bremen und Hamburg haben keinen Muffelwildbestand, dort gilt aber die bundesrechtliche Jagdzeit vom 1. August bis 31. Januar.

Häufige Fragen zu „Muffelwild“

Wie bestimmt man das Alter eines Muffelwidders?

Durch Auszählen der Jahresringe an den Schnecken. Zusätzlich geben Zahnwechsel und Zahnabnutzung Hinweise auf Alter und Ernährungszustand.

Warum leidet Muffelwild häufig an Moderhinke?

Muffelwild stammt aus trockenen, felsigen Gebieten und reagiert empfindlich auf feuchte Böden. Harte Standorte und Bewegung sind für die Klauenpflege wichtig; fehlen sie, treten Moderhinke und Schalenauswachsungen gehäuft auf.

Wann ist die Brunft des Muffelwildes?

Die Brunft fällt in den November.

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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