Wildbiologie

Greifvögel

auch: Greife, Greifvogel

Greifvögel sind meist tagaktive Beutegreifer mit Hakenschnabel, kräftigen Fängen und sehr scharfem Sehvermögen, etwa Bussarde, Habicht, Sperber, Milane, Weihen und Adler. Sie können dem Jagdrecht unterliegen, sind aber streng geschützt und nicht regulär bejagbar.

Was sind „Greifvögel“?

Unter Greifvögeln im engeren Sinn fasst man Bussarde, Habicht, Sperber, Weihen, Adler und Milane zusammen, jagdsprachlich auch Greife genannt. Typisch sind der gebogene Hakenschnabel, die Fänge, also die bekrallten Füße, und ein hervorragendes Sehvermögen. Die Falken wie Turm-, Wander- und Baumfalke werden meist mit ihnen behandelt, sind aber systematisch keine kleinen Habichte; sie haben spitze Schwingen und fliegen besonders schnell. Eulen bilden eine eigene Ordnung mit Gesichtsschleier, feinem Gehör und nahezu lautlosem Flug. Ökologisch regulieren Greifvögel Beutetiere, beseitigen Aas und zeigen die Qualität von Lebensräumen an; Mäusejäger wie der Mäusebussard sind in der Agrarlandschaft besonders wertvoll.

Jagdweise, Brut und Gewölle

Habicht und Sperber gelten als Grifftöter: Sie töten ihre Beute mit den Fängen. Wander- und Turmfalke töten dagegen mit dem Schnabel. Der Habicht begrünt seinen Horst, und der Schwarze Milan brütet in der Regel auf Bäumen. Junge Greifvögel schlüpfen sehend und mit Flaum bedeckt. Unverdauliche Reste der Beute werden als Gewölle ausgewürgt; bei Greifvögeln enthält es keine Knochen, bei Eulen dagegen schon. Auch Möwen, Rabenvögel, Reiher und Störche bilden Gewölle. Beim Bestimmen helfen Silhouette, Flugbild, Stoß, Lebensraum, Ruf und Verhalten – Sperber und Habicht etwa unterscheidet man über Größe, Stoß und Flugbild, nicht über die Farbe.

Schutz und Falknerei

Greife und Falken können jagdrechtlich erfasst sein, haben aber keine Jagdzeit und sind ganzjährig geschont. Zusätzlich gelten die Vogelschutzrichtlinie der EU und die artenschutzrechtlichen Verbote im Bundesnaturschutzgesetz. Wer geschützte Vögel tötet, fängt, verletzt oder erheblich stört, handelt rechtswidrig; Horste, Eier und Jungvögel stehen unter besonderem Schutz. Verletzte Vögel gehören in fachkundige Hände. Die Falknerei, bei der mit abgetragenen Greifvögeln gebeizt wird, ist ein erlaubnispflichtiger Sonderbereich. Die Bundeswildschutzverordnung regelt die Haltung: nur mit Falknerjagdschein, höchstens zwei Vögel der Arten Habicht, Sperber, Steinadler oder Wanderfalke, mit Kennzeichnung und Anzeige bei der Behörde.

„Greifvögel“ in der Jägerprüfung

Rund 70 Fragen behandeln Greifvögel. Wiederkehrend sind Grifftöter und Schnabeltöter, Gewölle, Brutbiologie, Beizjagd und die Rechtsgrundlage der Falknerei. Auch als Träger von Vogelgrippeviren werden Greife genannt, neben wildlebenden Enten und anderen Wasservögeln. Häufige Fehler: Greifvögel als zu bekämpfende Schädlinge darstellen, Eulen mit Falken gleichsetzen, den Horstschutz vergessen oder behaupten, Greife seien pauschal aus dem Jagdrecht herausgenommen.

Häufige Fragen zu „Greifvögel“

Darf man Greifvögel jagen?

Nein. Auch wenn sie dem Jagdrecht unterliegen können, haben sie keine Jagdzeit und sind zusätzlich durch Vogelschutz- und Naturschutzrecht streng geschützt.

Welche Greifvögel dürfen Falkner halten?

Nach der Bundeswildschutzverordnung höchstens zwei Tiere der Arten Habicht, Sperber, Steinadler und Wanderfalke, und nur mit gültigem Falknerjagdschein.

Was ist ein Grifftöter?

Ein Greifvogel, der seine Beute mit den Fängen tötet, wie Habicht und Sperber. Falken töten dagegen mit dem Schnabel.

„Greifvögel“ kommt in 73 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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