Wildbiologie

Feldhase

auch: Hase, Lepus europaeus

Der Feldhase (Lepus europaeus) ist ein Niederwild der offenen Kulturlandschaft aus der Ordnung der Hasenartigen. Er ist kein Nagetier, ruht in einer oberirdischen Sasse und bringt behaarte, sehende Junge zur Welt.

Was ist ein „Feldhase“?

Der Feldhase gehört zur Ordnung Lagomorpha (Hasenartige) und zur Familie Leporidae. Zu den Nagetieren zählt er nicht, denn Hasenartige haben im Oberkiefer hinter den vorderen Nagezähnen ein zweites, kleines Schneidezahnpaar, die Stiftzähne. Das Gebiss umfasst 28 Zähne, Eckzähne fehlen, und die Schneidezähne wachsen zeitlebens nach. Der Hase lebt in offener und halboffener Feldflur und ist überwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Außerhalb der Rammelzeit, der Paarungszeit, lebt er weitgehend allein.

Körpermerkmale und Jägersprache

Auffällig sind die langen Ohren mit schwarzer Spitze, die der Jäger Löffel nennt. Der kurze Schwanz heißt Blume und ist oben schwarz, unten weiß. Die langen, kräftigen Hinterläufe ermöglichen schnelle Flucht mit Hakenschlagen. Statt eines Baus nutzt der Hase die Sasse, eine flache Mulde auf dem Boden, die ihn durch Tarnung und Windschutz verbirgt. Droht Gefahr, drückt er sich zunächst hinein und springt oft erst im letzten Moment auf. Eine Besonderheit ist die Superfötation: Die Häsin kann während einer Trächtigkeit erneut befruchtet werden, sodass Embryonen verschiedenen Alters nebeneinander heranwachsen. Die Jungen kommen in der Sasse als Nestflüchter zur Welt.

Unterschied zum Wildkaninchen

Das Wildkaninchen lebt gesellig in Kolonien mit unterirdischen Röhrensystemen, der Hase dagegen einzeln über der Erde. Kaninchen haben kürzere Löffel ohne schwarze Spitzen, einen gedrungeneren Körper und flüchten nur kurz bis zum Bau. Ihre Jungen sind Nesthocker, also nackt und blind. Rückgänge beim Hasen haben viele Ursachen: Verlust von Deckung und Lebensraum, Mangel an Insekten und Wildkräutern, frühe Mahd, Pflanzenschutzmittel, nasskalte Witterung, Straßenverkehr und Beutegreifer. Hinzu kommen Krankheiten wie die auf den Menschen übertragbare Tularämie (Hasenpest), das European Brown Hare Syndrome (EBHS) und Kokzidiose.

„Feldhase“ in der Jägerprüfung

Mit mehr als 270 Prüfungsfragen gehört der Feldhase zu den häufigsten Themen. Abgefragt werden die jagdlichen Bezeichnungen wie Löffel, Blume und Sasse, der Vergleich mit dem Kaninchen, die Stellung als Nicht-Nagetier und die Superfötation. In der Wildbrethygiene geht es darum, dass nach dem Erlegen die Blase ausgedrückt wird, dass ein Hase mit dem Ausweiden als versorgt gilt und dass keine Trichinenuntersuchung nötig ist. Jagdzeiten legt jedes Land selbst fest: In Bayern etwa gilt der 16.10. bis 31.12., in Berlin ist der Hase ganzjährig geschont.

Häufige Fragen zu „Feldhase“

Warum ist der Feldhase kein Nagetier?

Er gehört zu den Hasenartigen. Diese besitzen im Oberkiefer zusätzlich zwei kleine Stiftzähne hinter den großen Schneidezähnen, die Nagetieren fehlen.

Was ist eine Sasse?

So heißt die flache Bodenmulde, in der der Hase ruht und in der die Junghasen gesetzt werden. Einen Bau legt der Hase nicht an.

Muss Hasenwildbret auf Trichinen untersucht werden?

Nein. Eine Trichinenuntersuchung ist beim Feldhasen nicht vorgeschrieben. Wegen der Tularämie ist beim Umgang mit Fallwild dennoch Hygiene geboten.

„Feldhase“ kommt in 276 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Feldhase: Bedeutung & Erklärung für die Jägerprüfung | Jagdprüfung.de