Wildbiologie · Jägersprache
Hühnervögel
auch: Galliformes, Hühnervogel
Hühnervögel (Galliformes) sind kräftig gebaute, überwiegend am Boden lebende Vögel mit starken Ständern, kurzen runden Schwingen und schnellem Startflug; alle heimischen Arten brüten am Boden und sind Nestflüchter.
Was sind Hühnervögel?
Die Ordnung der Hühnervögel umfasst im Jagdunterricht sieben heimische Federwildarten: Fasan, Rebhuhn und Wachtel sowie die Raufußhühner Auerwild, Birkwild, Haselwild und Alpenschneehuhn. Gemeinsam sind ihnen der gedrungene Körperbau, das Leben am Boden und der explosive Start bei Gefahr. Ohne Ausnahme legen sie ihre Nester auf dem Boden an, und ihre Küken sind Nestflüchter. Wer von Ständern spricht, meint in der Jägersprache die Beine der Vögel. Typisch für die ganze Gruppe ist auch das Hudern: Die Vögel baden gern im trockenen Sand oder Staub, der Badeplatz heißt Huderpfanne.
Fasanenartige und Raufußhühner
Die Fasanenartigen stehen für die Kulturlandschaft. Der Fasan wurde ursprünglich aus Asien eingebürgert; sein Hahn ist bunt, die Henne tarnfarben. Das Rebhuhn ist Charakterart der offenen Agrarlandschaft und lebt paarweise oder in Ketten. Die Wachtel ist der kleinste heimische Hühnervogel und als Langstreckenzieher der einzige ausgeprägte Zugvogel der Gruppe. Raufußhühner tragen dagegen befiederte Ständer als Anpassung an Kälte und besiedeln störungsarme Speziallebensräume wie Bergwald, Moor, Heide oder Hochgebirge. Auerwild ist der größte Hühnervogel Europas; Auer- und Haselwild sind reine Waldbewohner, das Alpenschneehuhn lebt an oder oberhalb der Waldgrenze.
Balz, Gefährdung und Hege
Das Balzverhalten ist ein Kernthema: Um die Hennen werben die Hähne durch Rufe, Körperhaltung und Gefieder, durch Kämpfe oder an festen Balzplätzen. Die Balzarie des Auerhahns gliedert sich in Knappen, Trillern, Hauptschlag und Schleifen; beim Birkhahn spricht man vom lyraförmigen Stoß, keinesfalls von einem Geweih. Viele Hühnervogelbestände sind stark zurückgegangen. Ursachen sind Strukturverlust, intensive Landwirtschaft, fehlende Insektennahrung, Störungen, Prädation und zerschnittene Lebensräume. Wirksame Hege setzt daher am Lebensraum an: Buntbrachen, Altgrasstreifen, Hecken, Blühflächen, späte und schonende Mahd sowie kleinteilige Feldstrukturen. Prädatorenmanagement wirkt nur zusammen mit Lebensraumverbesserung, und das Aussetzen von Fasanen ersetzt keine nachhaltige Hege.
„Hühnervögel“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird, welcher Hühnervogel ein Zugvogel ist, welche Arten ausschließlich im Wald leben und was eine Huderpfanne ist. In der Wildbrethygiene kommt hinzu, dass der Kropf erlegter Hühnervögel rasch zu entfernen ist, weil sein Inhalt säuern und das Wildbret beeinträchtigen kann. Fehlerquellen sind die Zuordnung zu Fasanenartigen oder Raufußhühnern, falsche Säugetierbegriffe bei der Balz und die pauschale Aussage, der balzende Auerhahn sei blind und taub.
Häufige Fragen zu „Hühnervögel“
Welche Hühnervögel gehören zu den Raufußhühnern?
Auerwild, Birkwild, Haselwild und Alpenschneehuhn. Ihr gemeinsames Merkmal sind die befiederten Ständer.
Welcher Hühnervogel ist ein Zugvogel?
Die Wachtel. Sie ist der kleinste heimische Hühnervogel und zieht über lange Strecken; ihr Ruf ist oft leichter wahrzunehmen als der Vogel selbst.
Warum gehen die Hühnervogelbestände zurück?
Vor allem wegen Strukturverlust und intensiver Landnutzung, Mangel an Insekten als Kükennahrung, Störungen, Prädation und Zerschneidung der Lebensräume. Hege bedeutet deshalb in erster Linie, den Lebensraum zu verbessern.
„Hühnervögel“ kommt in 16 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FasanDer Fasan, genauer Jagdfasan (Phasianus colchicus), ist ein ursprünglich asiatischer Hühnervogel, der in Europa eingebürgert wurde und heute als typisches Niederwild reich gegliederter Feldfluren gilt; jagdrechtlich zählt er zum Federwild.
- RebhuhnDas Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
- WachtelDie Wachtel (Coturnix coturnix) ist der kleinste heimische Hühnervogel. Sie lebt versteckt in der offenen Feldflur, brütet am Boden und zieht – anders als fast alle anderen heimischen Hühnervögel – über weite Strecken.
- AuerwildAuerwild ist die jägersprachliche Sammelbezeichnung für das Auerhuhn (Tetrao urogallus), den größten Hühnervogel Europas. Der Hahn heißt Auerhahn, die Henne Auerhenne; jagdlich zählt es zum Hochwild.
- BirkwildBirkwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix), ein Raufußhuhn offener Moor-, Heide- und Hochlagen, dessen Hahn blauschwarz gefärbt ist und einen leierförmigen Stoß trägt.
- HaselwildHaselwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Haselhuhn (Tetrastes bonasia), das kleinste heimische Raufußhuhn, das sehr heimlich in unterholzreichen Wäldern lebt.
- BodenbrüterBodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
- NestflüchterNestflüchter sind Jungtiere, die schon kurz nach Schlupf oder Geburt weit entwickelt sind, das Nest verlassen und dem führenden Elterntier folgen. Typisch sind Hühnervögel, Enten und Junghasen.
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