Wildbiologie · Jägersprache
Feist
Feist ist das jägersprachliche Wort für das Körperfett des Schalenwildes. Beim Rotwild heißt die Zeit, in der die Hirsche sich im Sommer Reserven anfressen, Feistzeit.
Was bedeutet „Feist“?
Im Alltag spricht man einfach von Fett, der Jäger vom Feist. Die Bezeichnung gilt für das Schalenwild, beim Schwarzwild ist zusätzlich der Ausdruck Weißes gebräuchlich. Beim Hasen heißt das Körperfett Weiß. Das Wort begegnet in zwei Zusammenhängen: als Bestandteil des erlegten Stückes, der beim Aufbrechen anfällt, und in der Zusammensetzung Feistzeit, mit der beim Rotwild eine bestimmte Phase im Jahreslauf der Hirsche beschrieben wird.
Die Feistzeit beim Rotwild
Beim Rothirsch liegt die Feistzeit im Juli und August, also im Sommer. In dieser Zeit fressen sich die Hirsche Reserven für die Brunft an und nehmen an Gewicht zu. Sie überschneidet sich mit dem Fegen des neuen Geweihs, das im Juli beginnt und meist bis August abgeschlossen ist. Junge und mittelalte Hirsche schließen sich außerhalb der Brunft zu Feisthirschrudeln zusammen, die ohne Kahlwild umherziehen. Die Reserven werden in der Brunft gebraucht: Der Platzhirsch äst dann wenig und verliert deutlich an Gewicht.
Feist und kleines Jägerrecht
Nach altem Brauch steht demjenigen, der ein Stück Schalenwild aufgebrochen hat, das kleine Jägerrecht zu, auch wenn er nicht der Erleger ist. Dazu gehören Herz, Lunge, Leber, Nieren und Milz sowie das stumpf herauslösbare Feist. Zum großen Jägerrecht zählen dagegen Teile des Wildkörpers wie Haupt, Hals und Vorschlag bis zur dritten Rippe, die nach altem Brauch überlassen wurden.
„Feist“ in der Jägerprüfung
Sehr oft wird nach den Monaten der Feistzeit beim Rotwild gefragt; richtig ist Juli/August bzw. der Sommer. Außerdem soll erklärt werden, was die Feistzeit ist, nämlich die sommerliche Gewichtszunahme vor der Brunft. Im Brauchtum wird der Inhalt des kleinen Jägerrechts abgefragt, zu dem das stumpf herauslösbare Feist gehört. Wer kleines und großes Jägerrecht verwechselt, verliert hier leicht Punkte.
Häufige Fragen zu „Feist“
Wann ist die Feistzeit beim Rotwild?
Im Juli und August. Die Hirsche legen in dieser Zeit Reserven für die Brunft im September und Oktober an.
Wie heißt das Fett beim Hasen und beim Schwarzwild?
Beim Hasen spricht man von Weiß. Beim Schwarzwild ist neben Feist auch der Ausdruck Weißes gebräuchlich.
„Feist“ kommt in 13 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
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- GeräuschGeräusch nennt die Jägersprache die inneren Organe Herz, Lunge, Leber und Nieren des erlegten Wildes. Zusammen mit dem Gescheide wird es beim Aufbrechen entnommen.
- KahlwildKahlwild ist der Sammelbegriff für alle weiblichen Stücke und Kälber bei Rot-, Dam- und Sikawild – also für alles, was kein Geweih trägt.
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