Wildbiologie · Jägersprache
Haselwild
auch: Haselhuhn, Haselhahn, Haselhenne, Tetrastes bonasia
Haselwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Haselhuhn (Tetrastes bonasia), das kleinste heimische Raufußhuhn, das sehr heimlich in unterholzreichen Wäldern lebt.
Was bedeutet „Haselwild“?
Mit Haselwild meinen Jäger den Vogel, der im Alltag Haselhuhn heißt. Er zählt zu den Hühnervögeln und dort zu den Raufußhühnern, gemeinsam mit Auerwild, Birkwild und Alpenschneehuhn. Männchen und Weibchen heißen Hahn und Henne, die Jungen mit der führenden Henne bilden ein Gesperre. Haselwild wird weit seltener gesehen als Auer- oder Birkwild, denn es lebt versteckt und ist eng an deckungsreiche Mischwälder gebunden. Als reiner Waldbewohner verlässt es diesen Lebensraum praktisch nicht.
Merkmale und Lebensweise
Wie alle Raufußhühner hat Haselwild befiederte Ständer und Zehen, eine Anpassung an Kälte. Der Hahn trägt meist einen schwarzen, weiß eingefassten Kehlfleck. Anders als Auer- und Birkwild kennt die Art keine auffällige Gruppenbalz: Die Vögel leben überwiegend paarweise, die Paarbindung hält mindestens ein Jahr, und der Hahn markiert sein Revier mit einem hohen, pfeifenden Gesang. Das Nest ist eine gut gedeckte Mulde am Boden; allein die Henne brütet und führt die Küken, die als Nestflüchter auf insektenreiche Aufzuchtflächen angewiesen sind. Bei Gefahr drückt sich Haselwild lange in die Deckung und stiebt erst im letzten Moment auf.
Lebensraum, Gefährdung und Schutz
Geeignet sind strukturreiche Wälder mit dichter Strauch- und Krautschicht, Hasel, Erle, Birke und anderen Weichlaubhölzern, Beerensträuchern, Totholz, Lichtungen und gestuften Rändern; junge Bestände mit hohem Weichlaubholzanteil sind besonders günstig. Dunkle, gleichförmige Hochwälder ohne Unterwuchs meidet die Art. In Deutschland ist sie selten und leidet unter Lebensraumverlust, Zerschneidung, Störungen und Klimaveränderungen. Schutz heißt vor allem naturnahe Waldentwicklung mit Unterwuchs und ruhigen Kernflächen. In Bayern unterliegt Haselwild dem Jagdrecht, ist dort als Standvogel aber ganzjährig geschont. Die Bundeswildschutzverordnung zählt es zu den Arten mit Besitz- und Vermarktungsverboten.
„Haselwild“ in der Jägerprüfung
Typisch sind Aufgaben zur Einordnung als Raufußhuhn, zur Abgrenzung von Auer- und Birkwild und zur Frage, welche Hühnervögel ausschließlich im Wald leben. Auch der passende Lebensraum und die mindestens einjährige Paarbindung kommen vor. In Bayern wird zusätzlich nach Jagdrecht, ganzjähriger Schonung und Standvogel-Status gefragt. Fehlerquelle ist oft die Verwechslung mit dem Rebhuhn, das zwar ebenfalls monogam lebt, aber zu den Fasanenartigen der Feldflur gehört.
Häufige Fragen zu „Haselwild“
Ist Haselwild dasselbe wie ein Haselhuhn?
Ja. Haselwild ist die jagdliche Bezeichnung, Haselhuhn der allgemeine Name derselben Art, Tetrastes bonasia.
Woran erkennt man einen Haselhahn?
Typisch ist der schwarze Kehlfleck mit weißem Rand. Hinzu kommen die befiederten Ständer, die alle Raufußhühner kennzeichnen.
Warum ist Haselwild in Deutschland so selten?
Die Art braucht strukturreiche Wälder mit Strauchschicht und Weichlaubhölzern. Solche Wälder sind durch Lebensraumverlust, Zerschneidung und Störungen vielerorts knapp geworden.
„Haselwild“ kommt in 22 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HühnervögelHühnervögel (Galliformes) sind kräftig gebaute, überwiegend am Boden lebende Vögel mit starken Ständern, kurzen runden Schwingen und schnellem Startflug; alle heimischen Arten brüten am Boden und sind Nestflüchter.
- AuerwildAuerwild ist die jägersprachliche Sammelbezeichnung für das Auerhuhn (Tetrao urogallus), den größten Hühnervogel Europas. Der Hahn heißt Auerhahn, die Henne Auerhenne; jagdlich zählt es zum Hochwild.
- BirkwildBirkwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix), ein Raufußhuhn offener Moor-, Heide- und Hochlagen, dessen Hahn blauschwarz gefärbt ist und einen leierförmigen Stoß trägt.
- AlpenschneehuhnDas Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist ein Raufußhuhn des Hochgebirges oberhalb der Waldgrenze. Es kommt in Deutschland nur in den Alpen vor und trägt im Winter ein fast weißes Gefieder.
- StrauchschichtDie Strauchschicht ist die Vegetationsebene aus Sträuchern und jungen Bäumen im Wald, umgangssprachlich oft Unterholz genannt; sie bietet Wild Deckung.
- GesperreGesperre ist die jägersprachliche Bezeichnung für die Küken eines Hühnervogels zusammen mit der Henne, die sie führt. Der Begriff wird etwa bei Auer-, Birk-, Hasel- und Fasanenwild verwendet.
- NestflüchterNestflüchter sind Jungtiere, die schon kurz nach Schlupf oder Geburt weit entwickelt sind, das Nest verlassen und dem führenden Elterntier folgen. Typisch sind Hühnervögel, Enten und Junghasen.
- StänderStänder ist das jägersprachliche Wort für die Beine der Vögel, insbesondere des Federwildes; bei Greifvögeln und Eulen heißen die Greifwerkzeuge dagegen Fänge.
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