Wildbiologie · Jägersprache
Suhle
auch: Schlammbad, Suhlen
Die Suhle ist eine schlammige, wassergefüllte Bodenstelle, in der sich Schwarz-, Rot- und Sikawild wälzen; das Bad im Schlamm kühlt und hält Parasiten fern.
Was ist eine Suhle?
Im Alltag würde man von einem Schlammbad sprechen. Der Jäger nennt die morastige Stelle Suhle und das Wälzen darin suhlen. Typische Nutzer sind Schwarzwild, Rotwild und Sikawild; für Rot- und Schwarzwild gelten Suhlen als unentbehrlicher Bestandteil des Lebensraums. Das Bad kühlt den Körper und hilft, Parasiten loszuwerden. Beim Rotwild gehört das Suhlen in der Brunft zudem zum Imponierverhalten, neben Röhren, Drohen und Parallelmarsch. Schwarzwild bevorzugt deckungsreiche Wälder, in denen Wasser, Suhlen und Äsungsflächen nah beieinanderliegen.
Suhlen im Revier lesen
Eine Suhle verrät, welches Wild im Revier steht. Sie zählt beim Schwarzwild wie Fährten, Gebräch, Malbaum, Losung und Kessel zu den Anwesenheitszeichen, beim Rotwild ebenso wie Abwurfstangen, Schälstellen oder Brunftschrei. Wer herausfinden will, ob Schwarz- oder Rotwild eine Suhle nutzt, achtet auf die Trittsiegel, den Abdruck des Körpers im Schlamm und die Höhe der Malstelle am nahen Malbaum, an dem sich das Wild scheuert. In der Borke hängen dort oft ausgerissene Borsten oder Haare. Auch bei der Afrikanischen Schweinepest sind Suhlen wichtige Suchorte, denn fiebernde Sauen ziehen sich an schattige, kühle Plätze wie Suhlen und Dickungen zurück.
Suhlen anlegen und erhalten
Wer eine Suhle künstlich anlegen möchte, muss den Naturschutz beachten. An einer Quelle ist das nicht zulässig, weil Quellen samt ihren Quellfluren geschützt sind. Trockensommer als Folge des Klimawandels verringern die Zahl natürlicher Tränken und Suhlen.
„Suhle“ in der Jägerprüfung
Häufig sollen Prüflinge die suhlenden Wildarten nennen: Schwarz-, Rot- und Sikawild. Außerdem werden Suhlen als Anwesenheitszeichen abgefragt und wie man den Nutzer einer Suhle erkennt. Hinzu kommen Fragen zum Verhalten ASP-kranker Sauen und zur Zulässigkeit einer Suhle an einer Quelle. Fehlerquelle: das Sikawild bei den suhlenden Arten zu vergessen.
Häufige Fragen zu „Suhle“
Warum suhlen sich Wildschweine?
Vor allem, um sich abzukühlen und Parasiten loszuwerden. In der Nähe findet man oft einen Malbaum, an dem sich die Sauen scheuern.
Welche Wildarten suhlen?
Schwarzwild, Rotwild und Sikawild. Für Rot- und Schwarzwild sind Suhlen ein unentbehrlicher Teil des Lebensraums.
Darf man an einer Quelle eine Suhle anlegen?
Nein. Quellen und ihre Quellfluren stehen unter Schutz, deshalb ist eine künstliche Suhle dort unzulässig.
„Suhle“ kommt in 14 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Verwandte Begriffe
- SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- SikawildSikawild (Cervus nippon) ist eine aus Ostasien stammende, in Deutschland eingebürgerte Hirschart, die jagdlich zum Schalenwild und zum Hochwild zählt und in Größe zwischen Reh- und Rotwild steht.
- MalbaumEin Malbaum ist ein Baum, an dem sich Schwarzwild nach dem Suhlen reibt und scheuert. Das Reiben heißt jägersprachlich Malen und hinterlässt Schlamm und Borsten an der Rinde.
- BrunftBrunft ist das Jägerwort für die Paarungszeit des Schalenwilds, vor allem der Hirscharten; beim Reh heißt sie Blattzeit, bei Schwarz- und Muffelwild Rauschzeit.
- TrittsiegelEin Trittsiegel ist der Abdruck eines einzelnen Laufs im Boden, etwa die Schalen eines Rehs oder die Zehen und Krallen eines Dachses. Es gehört zu den Pirschzeichen, mit denen der Jäger Wild nachweist.
- BacheBache ist die jägersprachliche Bezeichnung für das weibliche Stück Schwarzwild, also die Wildsau. Führende Bachen mit abhängigen Frischlingen stehen unter dem Elterntierschutz.
- KeilerKeiler heißt in der Jägersprache das männliche Wildschwein ab dem dritten Lebensjahr; kennzeichnend ist sein Gewaff aus vergrößerten Eckzähnen, den Gewehren und Haderern.
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