Wildbiologie · Jägersprache
Frischling
auch: Junges Wildschwein
Ein Frischling ist ein Stück Schwarzwild im ersten Lebensjahr. Anfangs trägt es ein längs gestreiftes Tarnkleid, das es mit etwa vier bis fünf Monaten verliert.
Was ist ein „Frischling“?
Frischling ist das jägersprachliche Wort für das junge Wildschwein, also das Ferkel des Schwarzwildes. Die Altersklassen lauten: Frischling im ersten, Überläufer im zweiten Lebensjahr, ab dem dritten Lebensjahr Keiler oder Bache. Diese biologische Einteilung kann von der jagdrechtlichen abweichen, die sich am Jagdjahr orientieren kann. Deshalb muss man bei Fragen genau lesen, welche Sichtweise gemeint ist. Die Bezeichnung ist ausschließlich dem Schwarzwild vorbehalten; beim Dachs etwa gibt es keinen Frischling.
Geburt, Streifenkleid und Entwicklung
Kurz vor der Geburt verlässt die Bache die Rotte und legt einen Wurfkessel an. Nach einer Tragzeit von rund drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen kommen meist mehrere Frischlinge zur Welt, im Mittel vier bis acht. Die Hauptwurfzeit liegt im Spätwinter und Frühjahr, bei reichem Nahrungsangebot kommen Frischlinge heute aber fast das ganze Jahr vor. Gesäugt wird etwa vier Monate. Mit dem Ende der Säugezeit, im Alter von ungefähr vier bis fünf Monaten, verschwinden die Streifen, und das Kleid wird einheitlich braun. Das Milchgebiss hat 28 Zähne; um den zwölften Monat beginnt der Zahnwechsel, was die Grenze zum Überläufer markiert. Viel Mais in der Nahrung beschleunigt die Geschlechtsreife. Schon im Februar geborene Stücke können im gleichen Jahr noch rauschig werden.
Bejagung und Elterntierschutz
Eine Bache, die noch unselbstständige Frischlinge führt, ist grundsätzlich von der Jagd ausgenommen. In Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen (dort befristet bis 31.01.2028) darf Schwarzwild ganzjährig bejagt werden, ausgenommen die zur Aufzucht nötigen Elterntiere. Starke Frischlinge, die schon einfarbig braun sind, brauchen die Bache nicht mehr in jedem Fall unmittelbar. Bei einem Ausbruch der Schweinepest gelten Frischlinge als wichtigste Träger des Virus. Dann werden vor allem Frischlinge und Überläufer bejagt, während alte und führende Stücke geschont werden, sofern sie keine Seuchenanzeichen zeigen.
„Frischling“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung fragt nach den Bezeichnungen für männliches, weibliches und junges Schwarzwild, nach Säugedauer und dem Zeitpunkt, zu dem die Streifen verschwinden. Auch die frühe Geschlechtsreife und die Rolle der Frischlinge bei der Schweinepest werden abgefragt. Aus der Wildbrethygiene kommt der Fall eines Jagdhundes, der am aufgebrochenen Frischling frisst – das macht das Wildbret ekelerregend. Häufige Fehler: biologisches Alter und Jagdjahr vermischen oder Frischlinge und Überläufer unsauber ansprechen.
Häufige Fragen zu „Frischling“
Wann verlieren Frischlinge ihre Streifen?
Etwa im Alter von vier bis fünf Monaten, wenn sie nicht mehr gesäugt werden. Danach tragen sie ein einfarbig braunes Jugendkleid.
Wie viele Frischlinge bekommt eine Bache?
Ein Wurf umfasst meist mehrere Frischlinge, im Mittel vier bis acht. Auch große Würfe kommen nicht selten vor.
Ab wann ist ein Frischling ein Überläufer?
Biologisch mit Beginn des zweiten Lebensjahres. Jagdrechtlich kann die Einteilung am Jagdjahr ausgerichtet sein und davon abweichen.
„Frischling“ kommt in 86 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
- BacheBache ist die jägersprachliche Bezeichnung für das weibliche Stück Schwarzwild, also die Wildsau. Führende Bachen mit abhängigen Frischlingen stehen unter dem Elterntierschutz.
- ÜberläuferEin Überläufer ist ein Stück Schwarzwild im zweiten Lebensjahr – also kein Frischling mehr, aber noch keine ausgewachsene Bache und kein Keiler.
- RotteRotte ist die jägersprachliche Bezeichnung für den Familienverband des Schwarzwildes. Zu ihr gehören überwiegend Bachen mit Frischlingen und Überläufern; sie wird meist von einer erfahrenen Leitbache geführt.
- ElterntierschutzElterntierschutz ist die Regel aus § 22 Abs. 4 BJagdG: Während der Setz- und Brutzeiten bleiben Alttiere, die ihre Jungen noch aufziehen, von der Jagd verschont, bis der Nachwuchs selbstständig ist.
- KeilerKeiler heißt in der Jägersprache das männliche Wildschwein ab dem dritten Lebensjahr; kennzeichnend ist sein Gewaff aus vergrößerten Eckzähnen, den Gewehren und Haderern.
- RauschzeitRauschzeit ist die Paarungszeit des Schwarzwildes, klassisch im November und Dezember. Auch beim Muffelwild spricht man von der Rauschzeit.
Weitere Begriffe aus Wildbiologie
FuchsFischotterGablerFeldhaseGamswildFeistGebrächFederwildAlle Begriffe aus Wildbiologie