Wildbiologie · Jägersprache
Decke
auch: Fell des Schalenwildes
Decke ist das jägersprachliche Wort für Haut und Fell des Schalenwildes und vieler weiterer Haarwildarten, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild.
Was bedeutet „Decke“?
In der Alltagssprache würde man von Fell oder Haut sprechen; der Jäger sagt bei Reh, Hirsch und anderem Schalenwild Decke. Der Begriff umfasst die Haut samt Haarkleid. Er wird auch bei manchen anderen Haarwildarten gebraucht, zum Beispiel beim Murmeltier oder Wildkaninchen. Die Decke ist zugleich ein Merkmal beim Ansprechen: Beim Damwild etwa fällt die gefleckte Sommerdecke auf. Den jahreszeitlichen Haarwechsel nennt man beim Rehwild Verfärben. Zieht der Jäger die Haut vom erlegten Stück ab, spricht er vom Aus-der-Decke-Schlagen.
Decke, Schwarte und Balg richtig zuordnen
Die Jägersprache unterscheidet die Bezeichnung für das Fell je nach Wildart. Decke gilt für Schalenwild wie Reh-, Rot- und Damwild. Beim Schwarzwild heißt die Haut Schwarte, ebenso beim Dachs. Balg sagt man dagegen bei Raubwild und Niederwild, etwa bei Fuchs oder Hase; das Abziehen heißt dort Abbalgen. Wer diese drei Begriffe vertauscht, begeht einen der typischen Fehler, die in der Ausbildung ausdrücklich angesprochen werden. Zur Decke gehören auch weitere Körperbezeichnungen des Schalenwildes wie Lauscher (Ohren), Lichter (Augen) und Äser (Maul).
Die Decke bei Kühlung, Zerwirken und Gerbung
Wird ein Stück in der Decke gekühlt, sinkt die Temperatur im Inneren nur langsam. Bei einem Rehbock von knapp 20 kg dauert es bei 4 °C Zellentemperatur mindestens 24 Stunden, bis im Inneren 7 °C erreicht sind; bei einem starken Rothirsch sind 40 Stunden und mehr einzuplanen. Zerwirkt ist ein Stück erst, wenn es aus der Decke geschlagen und zerlegt wurde – damit endet nach EU-Hygienerecht die Primärproduktion. Soll eine Decke gegerbt werden und kann nicht frisch zur Gerberei, wird sie über einer Stange luftgetrocknet, eingesalzen oder eingefroren. Unter der Decke im Rückenbereich können Hautdasseln sitzen, bevorzugt bei Reh- und Rotwild; nach Entfernen der Larven und der geschädigten Stellen bleibt das Wildbret genusstauglich.
„Decke“ in der Jägerprüfung
Der Begriff taucht in über 40 unterschiedlichen Fragen auf, meist eingebettet in andere Themen. Geprüft werden die Abgrenzung zu Schwarte und Balg, die Dauer der Kühlung in der Decke, der Begriff des Zerwirkens, die Konservierung von Decken für den Gerber sowie Parasiten wie Hautdasseln. Beim kleinen Jägerrecht ist wichtig: Die Decke gehört nicht dazu.
Häufige Fragen zu „Decke“
Was ist der Unterschied zwischen Decke und Schwarte?
Beide bezeichnen Haut mit Haarkleid. Decke sagt man bei Schalenwild wie Reh oder Hirsch, Schwarte beim Schwarzwild und beim Dachs.
Wie lange dauert das Auskühlen in der Decke?
Ein Rehbock von knapp 20 kg braucht in der Kühlzelle bei 4 °C mindestens einen ganzen Tag, bis im Inneren 7 °C erreicht sind. Bei einem starken Rothirsch können es 40 Stunden und mehr sein.
Wie lagert man eine Decke, die gegerbt werden soll?
Kann sie nicht sofort zum Gerber, wird sie an der Luft getrocknet, gesalzen oder eingefroren.
„Decke“ kommt in 44 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchwarteSchwarte ist die jägersprachliche Bezeichnung für die Haut samt Borstenkleid des Schwarzwildes; auch das Fell des Dachses heißt Schwarte.
- BalgBalg ist das jägersprachliche Wort für das Fell samt Haut von Raubwild und Niederwild, etwa von Fuchs, Marder oder Hase. Beim Schalenwild heißt es Decke, beim Schwarzwild und Dachs Schwarte.
- SchalenwildSchalenwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer mit Schalen – Hirschartige, Hornträger und Schwarzwild.
- HaarwildHaarwild ist der jagdliche Sammelbegriff für alle wildlebenden Säugetiere, die nach Bundesjagdgesetz und gegebenenfalls Landesrecht dem Jagdrecht unterliegen – im Gegensatz zum Federwild, den jagdrechtlich erfassten Vögeln.
- LauscherLauscher ist das Wort der Jägersprache für die Ohren des Schalenwildes, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild; andere Wildarten haben eigene Ohrbezeichnungen.
- LichterLichter ist das Wort der Jägersprache für die Augen des Wildes, etwa bei Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild; beim Hasen spricht man auch von Sehern.
- ÄserÄser ist das jägersprachliche Wort für das Maul des Schalenwildes, also etwa von Reh, Rot-, Dam- oder Sikawild. Beim Schwarzwild heißt der entsprechende Bereich dagegen Gebrech.
- WildbrethygieneWildbrethygiene umfasst alle Maßnahmen vom Ansprechen vor dem Schuss bis zur Kühlung, mit denen der Jäger sicherstellt, dass Wildbret nicht verunreinigt wird oder verdirbt.
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