Wildbiologie
Fasan
auch: Jagdfasan, Phasianus colchicus
Der Fasan, genauer Jagdfasan (Phasianus colchicus), ist ein ursprünglich asiatischer Hühnervogel, der in Europa eingebürgert wurde und heute als typisches Niederwild reich gegliederter Feldfluren gilt; jagdrechtlich zählt er zum Federwild.
Was ist ein „Fasan“?
Der Fasan gehört zur Ordnung der Hühnervögel und zur Familie der Fasanenartigen. Ursprünglich in Asien beheimatet, wurde er in Europa schon vor langer Zeit als Jagdwild angesiedelt und ist heute eingebürgert. Zusammen mit dem Rebhuhn wird er zu den Feldhühnern gerechnet. Er lebt am Boden, brütet dort, und seine Küken verlassen als Nestflüchter früh das Nest; in den ersten Lebenswochen brauchen sie viel Insektennahrung. Anders als das Rebhuhn übernachtet der Fasan regelmäßig auf Schlafbäumen. Bevorzugt werden Landschaften, in denen Wald, Wiese, Wasser und Feld eng beieinanderliegen, etwa Auen und Bruchwälder.
Hahn und Henne unterscheiden
Kaum eine heimische Wildart zeigt einen so deutlichen Geschlechtsunterschied. Der Hahn ist bunt gefärbt, trägt einen langen Stoß – so heißt beim Federwild der Schwanz –, Sporen an den Ständern und auffällige rote Rosen, die zur Balzzeit besonders ausgeprägt sind. Die Henne ist braun und gut getarnt, ihr Stoß ist kürzer, und auffällige Rosen fehlen. In der Prüfung wird gern eine Fasanenhenne mit einem Rebhuhn verwechselt; das Rebhuhn ist jedoch gedrungener und lebt in Ketten in der offenen Feldflur. Die Wachtel ist deutlich kleiner und wird eher gehört als gesehen.
Jagd, Hege und Recht
Die Jagdzeiten unterscheiden sich je nach Land. Die Henne ist nicht überall geschont: Hessen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen setzen für Fasanenhennen keine Jagdzeit fest, andere Länder wie Brandenburg oder Niedersachsen erlauben die Jagd auf Hahn und Henne. Für den Hahn gilt etwa in Brandenburg der 1. Oktober bis 15. Januar, in Nordrhein-Westfalen der 16. Oktober bis 15. Januar, in Baden-Württemberg der 1. Oktober bis 31. Dezember; in Berlin gilt die bundesrechtliche Jagdzeit vom 1. Oktober bis 15. Januar. Wildschäden durch Fasane sind wie solche durch Schalenwild und Wildkaninchen ersatzpflichtig. Nach der Bundeswildschutzverordnung darf rechtmäßig erlegtes Fasanenwild vermarktet werden. Erfolgreiche Fasanenhege ist in erster Linie Lebensraumhege mit Brachen, Blühflächen, Deckung, weniger Mahdverlusten und Prädatorenmanagement; bloßes Aussetzen ersetzt keinen geeigneten Lebensraum.
Bejagung und Versorgung
Bejagt wird der Fasan etwa bei Treibjagden auf Niederwild oder durch Buschieren, bei dem ein Hund die Deckung in Schussnähe absucht. Für ein Revier mit Fasanen und Rebhühnern eignet sich besonders ein Vorstehhund. Findet eine ganztägige Niederwildjagd an einem warmen Herbsttag statt, organisiert der Jagdleiter die Versorgung und Kühlung der Strecke schon während der Jagd.
„Fasan“ in der Jägerprüfung
Mit über 120 unterschiedlichen Fragen gehört der Fasan zu den meistgeprüften Federwildarten. Abgefragt werden Lebensraum, Schlafbäume, Rosen zur Balzzeit, die Zugehörigkeit zu den Feldhühnern, die Ersatzpflicht bei Wildschäden und Besonderheiten wie die fehlende Anfälligkeit für Leberegel. Typische Falle ist die Verwechslung der Henne mit dem Rebhuhn.
Häufige Fragen zu „Fasan“
Wie unterscheidet man Fasanenhahn und Fasanenhenne?
Der Hahn ist bunt, hat einen langen Stoß, rote Rosen und Sporen. Die Henne ist braun getarnt, trägt einen kürzeren Stoß und keine auffälligen Rosen.
Sind Wildschäden durch Fasane ersatzpflichtig?
Ja. Neben Schalenwild und Wildkaninchen ist der Fasan die einzige Wildart, deren Schäden nach § 29 BJagdG ersetzt werden müssen.
Wo schläft der Fasan?
Regelmäßig auf Bäumen. Das unterscheidet ihn von anderen Feldhühnern wie dem Rebhuhn.
„Fasan“ kommt in 123 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RebhuhnDas Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
- HühnervögelHühnervögel (Galliformes) sind kräftig gebaute, überwiegend am Boden lebende Vögel mit starken Ständern, kurzen runden Schwingen und schnellem Startflug; alle heimischen Arten brüten am Boden und sind Nestflüchter.
- FederwildFederwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle wildlebenden Vogelarten, die dem Jagdrecht unterliegen – etwa Hühnervögel, Enten, Gänse, Tauben, Schnepfen, Rabenvögel sowie Greifvögel und Falken.
- WachtelDie Wachtel (Coturnix coturnix) ist der kleinste heimische Hühnervogel. Sie lebt versteckt in der offenen Feldflur, brütet am Boden und zieht – anders als fast alle anderen heimischen Hühnervögel – über weite Strecken.
- BodenbrüterBodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
- NestflüchterNestflüchter sind Jungtiere, die schon kurz nach Schlupf oder Geburt weit entwickelt sind, das Nest verlassen und dem führenden Elterntier folgen. Typisch sind Hühnervögel, Enten und Junghasen.
- WildschadenWildschaden ist ein Schaden, den frei lebendes Wild an land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen und Kulturen anrichtet; ersatzpflichtig ist er nach § 29 BJagdG nur bei bestimmten Wildarten.
- BuschierenBuschieren bezeichnet die Suche eines Jagdhundes in unübersichtlicher, niedriger Deckung, bei der der Hund stets innerhalb der Schussweite seines Führers bleibt – man spricht von Arbeit „unter der Flinte“.
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