Wildbiologie · Jägersprache
Kolbenhirsch
Ein Kolbenhirsch ist ein Hirsch in der Zeit, in der er sein neues Geweih schiebt und dieses noch unter der Basthaut wächst. Beim Rotwild betrifft das etwa die Monate ab März bis zum Fegen im Sommer.
Was bedeutet „Kolbenhirsch“?
Nach dem Abwurf des alten Geweihs beginnt sofort die Neubildung. Solange das neue Geweih noch von Bast überzogen ist, nennt man den Hirsch Kolbenhirsch. Jägersprachlich sagt man, er schiebt sein Geweih. Der Begriff ist bei Rotwild und Sikawild gebräuchlich. Umgangssprachlich könnte man von einem Hirsch mit wachsendem Geweih sprechen. Die Phase endet mit dem Fegen, bei dem der Hirsch den Bast abstreift und das Geweih hart und einsatzfähig wird.
Die Kolbenzeit im Jahreslauf
Beim Rothirsch fällt der Abwurf meist in den Februar oder März; alte Hirsche werfen früher ab als junge. Ab März ist Kolbenzeit, das Geweih wächst im Bast, und zwar an den Spitzen von Stangen und Enden, nicht an der Basis. Das Fegen beginnt im Juli und ist meist im August beendet, rund fünf Monate nach dem Abwurf. Parallel beginnt im Juli und August die Feistzeit. Beim Sikawild verschiebt sich alles nach hinten: Abwurf im April oder Mai, Neubildung im Bast über Frühjahr und Sommer, Fegen in der Regel im August.
Verhalten und Empfindlichkeit
Der Bast versorgt das wachsende Geweih mit Nährstoffen, das Geweih ist in dieser Zeit also noch nicht fertig ausgebildet. Streitigkeiten tragen Kolbenhirsche nicht mit dem Geweih aus, sondern mit den Vorderläufen. Das ist ein deutlicher Gegensatz zur Brunft, in der ebenbürtige Rivalen mit dem harten, verfegten Geweih kämpfen.
„Kolbenhirsch“ in der Jägerprüfung
Gefragt wird meist schlicht nach dem Namen für einen Hirsch, der gerade schiebt, und danach, womit Kolbenhirsche kämpfen. Wer den Jahreszyklus beim Rotwild beherrscht – Abwurf, Kolbenzeit, Feistzeit, Fegen, Brunft –, kann auch Fragen zur zeitlichen Einordnung sicher beantworten. Verwirrend kann sein, dass das Wort Kolben in anderen Fächern ganz anders belegt ist.
Häufige Fragen zu „Kolbenhirsch“
Womit kämpfen Kolbenhirsche?
Mit den Vorderläufen. Ihr Geweih steckt in dieser Zeit noch im gut durchbluteten Bast und ist nicht fertig ausgebildet.
Wie lange ist ein Rothirsch Kolbenhirsch?
Etwa von März bis zum Fegen im Juli oder August. Vom Abwurf bis zum fertig verfegten Geweih vergehen rund fünf Monate.
„Kolbenhirsch“ kommt in 15 Prüfungsfragen vor
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Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- SikawildSikawild (Cervus nippon) ist eine aus Ostasien stammende, in Deutschland eingebürgerte Hirschart, die jagdlich zum Schalenwild und zum Hochwild zählt und in Größe zwischen Reh- und Rotwild steht.
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- BastBast ist die behaarte, gut durchblutete Haut, die das wachsende Geweih oder Gehörn überzieht und mit Nährstoffen versorgt. Ist der Kopfschmuck fertig, streift das Stück den Bast durch Fegen ab.
- RosenstockDer Rosenstock ist der knöcherne Stirnzapfen, auf dem Geweih oder Gehörn der Hirscharten sitzt. Er bleibt dauerhaft bestehen, während der Kopfschmuck darauf jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- FegeschadenEin Fegeschaden ist die Verletzung junger Bäume, die entsteht, wenn männliches Schalenwild den Bast vom neuen Geweih oder Gehörn an Stämmen abstreift oder dort markiert; die Rinde wird dabei streifenförmig abgeschürft.
- BrunftBrunft ist das Jägerwort für die Paarungszeit des Schalenwilds, vor allem der Hirscharten; beim Reh heißt sie Blattzeit, bei Schwarz- und Muffelwild Rauschzeit.
- KolbenDer Kolben, auch Hinterschaft genannt, ist der hintere Teil des Schafts einer Langwaffe, der beim Anschlag an der Schulter liegt und den Rückstoß aufnimmt.
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