Wildbiologie
Balz
auch: Falz
Balz bezeichnet das Paarungswerben bei Vögeln, vor allem bei Hühnervögeln: Dabei umwerben die Hähne die Hennen durch Rufe, Körperhaltung, Gefieder, Kämpfe oder auf festen Balzplätzen.
Was bedeutet „Balz“?
Die Balz ist beim Federwild das, was man im Alltag Paarungszeit oder Werbeverhalten nennen würde. Jagdlich besonders wichtig ist sie bei den Hühnervögeln, also bei Fasan, Rebhuhn und Wachtel sowie bei den Raufußhühnern Auerwild und Birkwild. Die Hähne machen durch Lautäußerungen, auffällige Körperhaltung, das Präsentieren des Gefieders, Kämpfe untereinander oder das Aufsuchen fester Balzplätze auf sich aufmerksam. Bei Raufußhühnern zählt die Balz zu den Merkmalen, an denen sich die Arten unterscheiden – Birk- und Auerwild trennt man neben dem Aussehen vor allem über ihr Balzverhalten. Auch die Waldschnepfe balzt, allerdings im Flug.
So balzen die einzelnen Arten
Der Fasanenhahn zeigt eine Revierbalz mit Rufen, Flügelschlagen und Kämpfen gegen Nebenbuhler; seine Balzzeit beginnt im März, und die Rosen sind dann kräftig ausgeprägt. Beim Rebhuhn finden sich die Paare im Frühjahr, später führen Hahn und Henne die Kette zusammen. Den Wachtelhahn erkennt man vor allem am Ruf. Der Auerhahn balzt hauptsächlich im April und Mai; seine Balzarie folgt der festen Reihenfolge Knappen, Trillern, Hauptschlag und Schleifen, wobei der Hahn während des Schleifens kurz eingeschränkt wahrnimmt. Birkhähne treffen sich zur Kollektivbalz auf Balzplätzen, kollern und stellen ihren leierförmigen Stoß zur Schau. Die Waldschnepfe zieht ihren Balzflug über Kulturen, Windwurfflächen, Bestandesränder und Schneisen.
Balz und Hege
Für die Raufußhühner sind ruhige Balz- und Brutgebiete entscheidend, denn Störungen treffen sie in dieser Phase besonders. Das Auerwild steht in Deutschland heute im Zeichen von Schutz und Monitoring; die Balz wird nicht mehr als gewöhnliche Jagdgelegenheit vermittelt. Beim Rebhuhn können Rufe vor der Balz dem Revierinhaber verraten, dass die Art im Revier vorkommt.
„Balz“ in der Jägerprüfung
Häufig geprüft werden die Elemente der Auerhahn-Balzarie und ihre Reihenfolge, die Balzzeiten von Fasan und Auerhahn sowie die Orte des Schnepfen-Balzflugs. Auch Fachwörter aus dem Umfeld tauchen auf, etwa Falzpech oder Balzpech als Bezeichnung für die Blinddarmlosung des Auerwilds. Ein klassischer Fehler ist, Säugetierbegriffe auf Vögel zu übertragen: Der Birkhahn trägt kein Geweih, sondern zeigt in der Balz seinen lyraförmigen Stoß.
Häufige Fragen zu „Balz“
Wann balzt der Auerhahn?
Die Balz des Auerhahns fällt hauptsächlich in die Monate April und Mai. Seine Balzarie besteht aus vier Abschnitten in fester Folge: Knappen, Trillern, Hauptschlag und Schleifen.
Was unterscheidet die Balz von Birkwild und Auerwild?
Birkhähne balzen gemeinsam auf Balzplätzen, kollern dabei und präsentieren den lyraförmigen Stoß. Der Auerhahn trägt dagegen eine eigene Balzarie mit vier Strophen vor und fächert dabei seinen Stoß breit auf.
Was ist Falzpech?
Falzpech, auch Balzpech genannt, ist die Blinddarmlosung des Auerwilds. Der Begriff gehört zur Jägersprache rund um die Raufußhühner.
„Balz“ kommt in 8 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- HühnervögelHühnervögel (Galliformes) sind kräftig gebaute, überwiegend am Boden lebende Vögel mit starken Ständern, kurzen runden Schwingen und schnellem Startflug; alle heimischen Arten brüten am Boden und sind Nestflüchter.
- AuerwildAuerwild ist die jägersprachliche Sammelbezeichnung für das Auerhuhn (Tetrao urogallus), den größten Hühnervogel Europas. Der Hahn heißt Auerhahn, die Henne Auerhenne; jagdlich zählt es zum Hochwild.
- BirkwildBirkwild ist die jägersprachliche Bezeichnung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix), ein Raufußhuhn offener Moor-, Heide- und Hochlagen, dessen Hahn blauschwarz gefärbt ist und einen leierförmigen Stoß trägt.
- FasanDer Fasan, genauer Jagdfasan (Phasianus colchicus), ist ein ursprünglich asiatischer Hühnervogel, der in Europa eingebürgert wurde und heute als typisches Niederwild reich gegliederter Feldfluren gilt; jagdrechtlich zählt er zum Federwild.
- RebhuhnDas Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein heimischer Hühnervogel der offenen, strukturreichen Feldflur. Als Bodenbrüter mit Nestflüchter-Küken lebt es im Herbst und Winter im Familienverband, der Kette.
- WaldschnepfeDie Waldschnepfe (Scolopax rusticola) ist ein heimlich lebender Schnepfenvogel feuchter Wälder. Kennzeichen sind der lange, gerade Stecher, das laubfarbene Tarngefieder und weit hinten sitzende Augen.
- BodenbrüterBodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
- StoßStoß ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz der Vögel, also die Gesamtheit der Schwanzfedern; seine Form ist ein wichtiges Merkmal bei der Bestimmung von Federwild und Greifvögeln.
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