Wildbiologie · Jägersprache

Raubwild

Raubwild ist die jagdrechtliche Sammelbezeichnung für bestimmte Haarwildarten, die zu den Raubtieren gehören und sich von Fleisch oder als Allesfresser ernähren, etwa Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund.

Was bedeutet „Raubwild“?

Raubwild ist ein Begriff des Jagdrechts, Raubtier dagegen ein Begriff der Biologie. Raubtiere bilden die Ordnung Carnivora; als Raubwild werden nur jene Raubtierarten bezeichnet, die zum Haarwild zählen und jagdlich relevant sind. Umgangssprachlich entspricht der Ausdruck am ehesten den Beutegreifern unter den Säugetieren des Reviers. Wichtig ist die doppelte Abgrenzung: Nicht jedes Raubtier ist Raubwild, und nicht jede Art, die dem Jagdrecht unterliegt, darf auch bejagt werden. So sind Wolf, Luchs, Wildkatze und Fischotter im Bundesjagdgesetz aufgeführt, frei bejagen darf man sie aber nicht. Für den Wolf gilt seit 2026, dass er nur unter eng gefassten Bedingungen bejagt werden darf.

Familien und typische Merkmale

Zum Raubwild und den geschützten Raubtieren gehören vier Familien. Bei den Hundeartigen sind Rotfuchs und Marderhund jagdlich relevant; der Rotfuchs ist das häufigste Raubwild Deutschlands. Die Marderartigen umfassen Dachs, Steinmarder, Baummarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel sowie den streng geschützten Fischotter. Zu den Katzenartigen zählen Wildkatze und Luchs, zu den Kleinbären der Waschbär. Waschbär und Marderhund sind Neozoen, der Goldschakal wandert dagegen natürlich ein. Erkennbar ist Raubwild am Gebiss mit Fang- und Reißzähnen. Das Fell heißt Balg, der Schwanz bei vielen Arten Rute, beim Fuchs Lunte. Im Winter ist der Balg am wertvollsten.

Bejagung und Lebensweise

Das bundesrechtliche Nachtjagdverbot (§ 19 Abs. 1 Nr. 4 BJagdG) erfasst Raubwild nicht; Fuchs oder Waschbär dürfen danach auch nachts bejagt werden, soweit das Landesrecht nichts anderes bestimmt. In Nordrhein-Westfalen gilt für den Fuchs eine Jagdzeit vom 16. Juli bis Ende Februar (in Niedersachsen vom 16. Juni bis 28./29. Februar); Jungfüchse dürfen in Nordrhein-Westfalen ganzjährig bejagt werden. Der Dachs hat dort vom 1. September bis 31. Dezember Jagdzeit, Jungdachse ganzjährig, der Steinmarder vom 16. Oktober bis 28./29. Februar; Waschbär (1. August bis 28. Februar) und Marderhund (1. September bis 28. Februar) haben dort ebenfalls Jagdzeiten, Jungtiere dürfen ganzjährig bejagt werden. Einsteckläufe dienen meist der balgschonenden Bejagung. Zur Lebensweise wird unter anderem geprüft, dass Dachs und Marderhund Winterruhe halten, der Marderhund in lebenslanger Einehe lebt und Hermelin und Iltis Kaninchen in den Bau folgen.

„Raubwild“ in der Jägerprüfung

Die Prüfung erwartet eine saubere Trennung von Raubtier und Raubwild sowie die Zuordnung der Arten zu ihren Familien. Beliebte Fallen sind die Verwechslung von Marderhund und Waschbär, die Gleichsetzung von Wildkatze und verwilderter Hauskatze und die Annahme, der Fischotter sei ein bejagbarer Marder. Außerdem wird gefragt, welches Raubwild Winterruhe hält, wann der Balg am besten ist und von welcher Art das Wildbret auch gegessen wird – hier lautet die Antwort Dachs.

Häufige Fragen zu „Raubwild“

Welche Tiere gehören zum Raubwild?

Typisch sind Fuchs, Dachs, Stein- und Baummarder, Iltis, Wiesel, Waschbär und Marderhund. Wolf, Luchs und Wildkatze werden als Großraubwild mit Schutzstatus gesondert betrachtet.

Darf Raubwild nachts bejagt werden?

Ja. Das bundesrechtliche Nachtjagdverbot gilt für Schalenwild außer Schwarzwild sowie für Federwild mit einzelnen Ausnahmen, nicht aber für Raubwild. Fuchs und Waschbär dürfen daher auch in der Nacht bejagt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Raubwild und Prädator?

Raubwild ist ein jagdrechtlicher Begriff für bestimmte Haarwildarten. Prädator ist ein ökologischer Ausdruck für jeden Beutegreifer, unabhängig davon, ob die Art dem Jagdrecht unterliegt.

„Raubwild“ kommt in 62 Prüfungsfragen vor

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Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

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