Wildbiologie · Jägersprache
Bast
auch: Basthaut
Bast ist die behaarte, gut durchblutete Haut, die das wachsende Geweih oder Gehörn überzieht und mit Nährstoffen versorgt. Ist der Kopfschmuck fertig, streift das Stück den Bast durch Fegen ab.
Was ist „Bast“?
Geweihe und Gehörne wachsen nicht als nackter Knochen heran, sondern unter einer Haut, die Bast oder Basthaut heißt. Sie ist behaart und stark durchblutet, weil sie das Geweihwachstum mit Nährstoffen versorgt. Nach dem Abwurf überzieht sie zunächst den Rosenstock, darunter bildet sich der neue Kopfschmuck. Ist das Wachstum abgeschlossen, wird der Bast an jungen Bäumen abgestreift; diesen Vorgang nennt der Jäger Fegen oder Verfegen. Ein Hirsch im Bast wird als Kolbenhirsch bezeichnet.
Bastzeiten der Schalenwildarten
Die Wildarten tragen ihren Bast zu unterschiedlichen Zeiten. Der Rehbock wirft im Herbst bis Frühwinter ab, bildet das neue Gehörn im Winter unter dem Bast und verfegt meist von März bis Mai; zugleich beginnt die deutliche Reviermarkierung. Der Rothirsch wirft im Februar oder März ab und fegt im Juli, meist bis August abgeschlossen. Beim Damhirsch folgt auf den Abwurf im März oder April die Neubildung im Frühjahr und Frühsommer, verfegt wird meist Ende August. Sikawild fegt in der Regel im August.
Fegeschäden als Folge
Beim Abstreifen des Bastes schürfen Rehböcke, Rot- und Damhirsche die Rinde junger Bäume streifenförmig ab; Bastfetzen hängen herab, das Holz liegt frei. Am häufigsten trifft es die Lärche mit ihrer dünnen, weichen Rinde. Die Höhe des Schadens verrät den Verursacher: beim Rehwild etwa 20 bis 60 cm, beim Damwild 60 bis 120 cm, beim Rotwild 100 bis 180 cm. Rehböcke fegen auch nach dem Abstreifen des Bastes weiter, um ihr Territorium zu markieren.
„Bast“ in der Jägerprüfung
Prüfungsfragen zielen auf die Aufgabe des Bastes, also die Nährstoffversorgung des wachsenden Geweihs, und auf die Geweihentwicklung im Jahresverlauf. Beim Rehbock wird gefragt, was das Fegen bewirkt: Entfernen des Bastes und Markieren des Einstandes. Außerdem sollen Fege- von Schlagschäden unterschieden werden. Zum Umfeld des Begriffs gehören auch die Höhe der Fegestellen als Hinweis auf die Wildart und die Lärche als besonders häufig betroffene Baumart.
Häufige Fragen zu „Bast“
Welche Aufgabe hat der Bast?
Er versorgt das wachsende Geweih bzw. Gehörn mit Nährstoffen. Deshalb ist er gut durchblutet und behaart.
Warum fegen Rehböcke auch ohne Bast?
Nach dem Abstreifen des Bastes dient das Fegen der Markierung des Territoriums. Die Fegestellen bleiben dann als Reviermarken des Bockes sichtbar.
„Bast“ kommt in 5 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- GehörnGehörn ist die jagdsprachliche Bezeichnung für den Kopfschmuck des Rehbocks. Biologisch ist es ein Geweih aus Knochen, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- KolbenhirschEin Kolbenhirsch ist ein Hirsch in der Zeit, in der er sein neues Geweih schiebt und dieses noch unter der Basthaut wächst. Beim Rotwild betrifft das etwa die Monate ab März bis zum Fegen im Sommer.
- FegeschadenEin Fegeschaden ist die Verletzung junger Bäume, die entsteht, wenn männliches Schalenwild den Bast vom neuen Geweih oder Gehörn an Stämmen abstreift oder dort markiert; die Rinde wird dabei streifenförmig abgeschürft.
- RosenstockDer Rosenstock ist der knöcherne Stirnzapfen, auf dem Geweih oder Gehörn der Hirscharten sitzt. Er bleibt dauerhaft bestehen, während der Kopfschmuck darauf jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- SchälschadenEin Schälschaden ist ein Wildschaden im Wald, bei dem Wild – vor allem Rotwild – Rinde vom Stamm löst, um an die nährstoffreiche Bastschicht darunter zu gelangen.
- RehwildRehwild (Capreolus capreolus) ist die kleinste und am weitesten verbreitete freilebende Schalenwildart Deutschlands. Das Reh gehört zur Familie der Hirsche; der Bock trägt ein Gehörn.
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
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