Wildbiologie · Jägersprache

Marderhund

auch: Enok, Waschbärhund, Nyctereutes procyonoides

Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides), auch Enok genannt, stammt aus Ostasien und gehört zu den Hundeartigen. Hierzulande gilt er als etabliertes Neozoon und invasive Art; mit Mardern ist er nicht verwandt.

Was ist der Marderhund?

Trotz seines Namens gehört der Marderhund nicht zu den Mardern, sondern zu den Hundeartigen und ist damit näher mit dem Fuchs verwandt. Weitere Namen sind Enok und Waschbärhund. Seine Heimat liegt in Ostasien; im 20. Jahrhundert wurde er in Osteuropa für die Pelzgewinnung ausgesetzt und hat sich von dort nach Westen ausgebreitet. In Deutschland ist er heute vielerorts nachgewiesen, bevorzugt in feuchten, deckungsreichen Tieflagen. Jägersprachlich heißen die Tiere Rüde, Fähe und Welpen. Er ist überwiegend nachtaktiv, lebt in lebenslanger Einehe und hat 42 Zähne.

Aussehen, Nahrung und Lebensweise

Kennzeichnend sind eine dunkle, eher verschwommene Gesichtsmaske, kurze Läufe und eine kurze, einfarbige, buschige Rute ohne Ringe. Als Allesfresser richtet er sich nach dem Angebot: In Feuchtgebieten frisst er Amphibien, Eier, Jungvögel, Wirbellose und Aas, außerdem Beeren, Früchte und Feldfrüchte. Im Winter hält er wie der Dachs Winterruhe, keinen echten Winterschlaf. Neben dem Fuchs nimmt auch der Marderhund einen Kunstbau an. Naturschutzfachlich steht er wegen der Prädation auf Bodenbrüter und Amphibien, der Konkurrenz zu heimischen Beutegreifern und als möglicher Überträger von Krankheitserregern im Blick; die Auswirkungen fallen regional unterschiedlich aus.

Rechtsstatus und Bejagung

Auf der Unionsliste der invasiven gebietsfremden Arten ist der Marderhund verzeichnet; maßgeblich ist die EU-Verordnung 1143/2014. Halten, Züchten, Transportieren, Vermarkten und Freisetzen sind danach grundsätzlich verboten oder streng beschränkt. Die Bejagung richtet sich nach Bundes- und Landesrecht; der Elterntierschutz nach § 22 Absatz 4 BJagdG gilt, soweit das Land für nach Landesrecht jagdbare Arten wie den Marderhund keine Ausnahme bestimmt hat. In Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist er ganzjährig jagdbar; Berlin sieht eine Jagdzeit vom 1. Oktober bis 31. Januar vor, Bremen vom 1. September bis 28. Februar bei ganzjähriger Bejagung der Jungtiere. Niedersachsen und Hessen sehen eine Jagdzeit vom 1. September bis 28. Februar vor, Jungtiere dürfen dort ganzjährig erlegt werden. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Grundeigentümer oder Nutzer im befriedeten Bezirk Marderhunde fangen, töten und sich aneignen, wenn sie die nötige Sachkunde zum Töten warmblütiger Wirbeltiere nachweisen.

„Marderhund“ in der Jägerprüfung

Beliebt sind Fragen zur Systematik, bei denen der Marderhund gerade nicht den Mardern zugeordnet werden darf. Außerdem werden Herkunft aus Ostasien, Neozoenstatus, Winterruhe, Einehe, Zahnzahl, Nahrung und Nutzung von Kunstbauen geprüft. Häufige Fehlerquelle ist die Verwechslung mit Waschbär oder Dachs, die sich über Maske und Schwanz auflösen lässt. Jagdzeiten müssen stets nach dem Landesrecht des Prüfungslandes beantwortet werden.

Häufige Fragen zu „Marderhund“

Ist der Marderhund ein Marder?

Nein. Er gehört zur Familie der Hundeartigen und ist näher mit dem Fuchs verwandt als mit Steinmarder oder Dachs.

Hält der Marderhund Winterschlaf?

Er hält Winterruhe, keinen echten Winterschlaf. Unter dem Raubwild teilt er diese Eigenschaft mit dem Dachs.

Warum gilt der Marderhund als Problemart?

Als invasive gebietsfremde Art kann er Bodenbrüter und Amphibien erbeuten, mit heimischen Beutegreifern konkurrieren und Krankheitserreger verbreiten. Deshalb steht er auf der Unionsliste der EU.

„Marderhund“ kommt in 45 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Wildbiologie

MauswieselMalbaumMuffelwildLunteMurmeltierLuchsNestflüchterLosungAlle Begriffe aus Wildbiologie

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Marderhund: Bedeutung in der Jägersprache | Jagdprüfung.de