Wildbiologie · Jägersprache

Äsung

auch: Wildnahrung

Äsung ist das jägersprachliche Wort für die Nahrung des Wildes, vom Reh über den Hasen bis zum Schwarzwild. Im Alltag würde man von Futter sprechen.

Was bedeutet „Äsung“?

Der Jäger nennt die Nahrung des Wildes Äsung und das Maul des Schalenwildes Äser. Gemeint sind Gräser, Kräuter, Triebe, Feldfrüchte und Mastfrüchte wie Eicheln, die als besonders energiereich gelten. Welche Äsung ein Tier nutzt, hängt eng mit seinem Gebiss und seiner Verdauung zusammen. Wiederkäuendes Schalenwild hat vorn im Oberkiefer keine Schneidezähne, sondern eine Kauplatte; mit den unteren Vorderzähnen beißt es die Pflanzen ab, die breiten Backenzähne zermahlen sie. Schwarzwild ist als Allesfresser kein Wiederkäuer und besitzt ein vollständigeres Gebiss.

Äsungstypen beim Schalenwild

Rehwild gilt als Konzentratselektierer: Es sucht gezielt leicht verdauliche, energiereiche Pflanzenteile aus und findet natürliche Äsung vor allem in lichtem Altholz und in Jungwüchsen. Rot- und Damwild sind Mischäser eines Zwischentyps und nehmen Gräser, Kräuter und Triebe je nach Jahreszeit auf. Muffelwild lebt überwiegend von Gras, das etwa 70 % seiner Äsung ausmacht; rund 15 % sind Blätter von Bäumen und Sträuchern, der Rest Kräuter, Samen und Früchte. Schwarzwild nimmt Wurzeln, Mast, Feldfrüchte, Würmer, Insektenlarven, Aas und andere tierische Nahrung auf. Mais in der Milchreife ist für Sauen besonders anziehend.

Äsung im Jahreslauf und in der Feldflur

Die Landwirtschaft bestimmt das Äsungsangebot in der Feldflur stark mit. In der vegetationsarmen Zeit liefern Wintergetreide und Zwischenfrüchte dem Hasen Nahrung; Zwischenfruchtanbau bietet zugleich Deckung. In Niedersachsen wird Körnermais als letzte Feldfrucht geerntet und bietet dem Wild deshalb am längsten Deckung und Äsung. Mit der Äsung können aber auch Krankheitserreger aufgenommen werden, etwa Kokzidien beim Hasen.

„Äsung“ in der Jägerprüfung

Das Wort taucht in sehr vielen Fragen auf. Verlangt wird vor allem, den Äsungstyp einer Wildart zu kennen, besonders den Konzentratselektierer Reh, und die Anteile beim Muffelwild. Hinzu kommen Fragen zur Landwirtschaft: welche Kulturen im Winter Äsung liefern und welche Frucht als energiereich gilt. Häufiger Fehler: das Reh als Mischäser oder gar als Grasfresser einzuordnen.

Häufige Fragen zu „Äsung“

Welche Äsung bevorzugt das Reh?

Leicht verdauliche und energiereiche Pflanzenteile. Als Konzentratselektierer wählt das Reh gezielt aus, statt viel Raufutter aufzunehmen.

Was frisst Muffelwild?

Überwiegend Gras, etwa 70 % der Äsung. Etwa 15 % entfallen auf Blätter von Bäumen und Sträuchern, dazu kommen Kräuter, Samen und Früchte.

Welche Kulturen bieten dem Hasen im Winter Äsung?

Wintergetreide und Zwischenfrüchte. Sie liefern in der vegetationsarmen Zeit Nahrung in der Feldflur, Zwischenfrüchte zusätzlich Deckung.

„Äsung“ kommt in 49 Prüfungsfragen vor

So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.

Kostenlos Prüfungsfragen üben

Verwandte Begriffe

Weitere Begriffe aus Wildbiologie

AuerwildBacheAlpenschneehuhnBalgAlpenschneehaseBalzAfterklaueBastAlle Begriffe aus Wildbiologie

Redaktion Jagdprüfung.de · Stand: 27.09.2026. Dieser Eintrag wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage unserer eigenen Wissensartikel verfasst und automatisiert gegen diese Quellen geprüft. Er ersetzt nicht die für dein Bundesland geltenden Vorschriften. KI-Transparenz · Redaktion

Äsung: Bedeutung in der Jägersprache | Jagdprüfung.de