Wildbiologie
Rabenvögel
auch: Corvidae, Rabenvogel
Rabenvögel (Corvidae) sind eine Familie besonders intelligenter, lernfähiger Singvögel. Zu ihnen gehören unter anderem Rabenkrähe, Nebelkrähe, Saatkrähe, Kolkrabe, Elster, Eichelhäher und Dohle.
Was sind „Rabenvögel“?
Wissenschaftlich bilden die Rabenvögel die Familie Corvidae. Sie gelten als eine der klügsten Vogelgruppen: Sie lernen schnell, leben sozial, verhalten sich opportunistisch und besiedeln sehr verschiedene Lebensräume. Sie sind Allesfresser; der Kolkrabe etwa nimmt je nach Angebot Aas, Kleinsäuger, Eier, Jungvögel und pflanzliche Kost auf. Unverdauliche Reste würgen sie, ähnlich wie Greifvögel, Möwen oder Reiher, als Gewölle wieder aus. Natürliche Feinde der Rabenvögel sind Habicht, Wanderfalke und Baummarder. Im Jagdunterricht stehen sie im Blickfeld, weil Artbestimmung, Prädation, Niederwildschutz und die Grenze zwischen Jagd- und Naturschutzrecht zusammenkommen.
Die wichtigsten Arten sicher ansprechen
Die Rabenkrähe ist vollständig schwarz. Die Nebelkrähe hat einen grauen Rumpf mit schwarzen Partien und gehört wie die Rabenkrähe zum Aaskrähen-Komplex. Die Saatkrähe glänzt schwarz, wirkt schlanker und hochbeiniger und trägt als Altvogel eine helle, unbefiederte Schnabelbasis; sie brütet in Kolonien und sucht Nahrung auf Wiesen und Äckern. Der Kolkrabe ist der größte heimische Rabenvogel, hat einen massigen Kopf, tiefe Rufe und im Flug einen keilförmigen Stoß. Die Elster ist schwarz-weiß mit langem Stoß. Der Eichelhäher zeigt ein blaues Flügelfeld und einen Bartstreif; er verbreitet Samen von Waldbäumen und verrät Störungen im Wald. Die Dohle ist klein, hat einen grauen Nacken und helle Augen und brütet wie die Saatkrähe in Kolonien.
Jagdrecht, Naturschutzrecht und Landesregeln
Je nach Art und Bundesland unterliegen Rabenvögel dem Jagdrecht oder dem Naturschutzrecht. Jagdzeiten und Schonungen sind Sache der Länder. In Nordrhein-Westfalen darf die Rabenkrähe vom 1. August bis 10. März und die Elster vom 1. August bis 28. Februar bejagt werden; der Eichelhäher unterliegt dort dagegen nicht dem Jagdrecht. Der Kolkrabe ist geschützt. Unter Hüttenjagd versteht man die Jagd auf Rabenvögel, bei der ein Uhu auf der Jule eingesetzt wird.
„Rabenvögel“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt vor allem, die Arten auseinanderzuhalten: Welche Vögel gehören überhaupt zu den Rabenvögeln, welche brüten in Kolonien, woran erkennt man Saatkrähe und Kolkraben? Dazu kommen Fragen zur Rolle von Elster und Eichelhäher sowie zu Gewölle und Hüttenjagd. Ein typischer Fehler ist, die Saatkrähe als Rabenkrähe anzusprechen, obwohl ihr Schutzstatus abweichen kann. Ebenso falsch ist es, Rabenvögel pauschal als Schädlinge abzustempeln, denn der Bruterfolg von Bodenbrütern hängt auch von Lebensraum, Insekten und Witterung ab.
Häufige Fragen zu „Rabenvögel“
Welche Vögel gehören zu den Rabenvögeln?
Zu den heimischen Rabenvögeln zählen Rabenkrähe, Nebelkrähe, Saatkrähe, Kolkrabe, Elster, Eichelhäher und Dohle.
Woran erkennt man eine Saatkrähe?
Ausgewachsene Saatkrähen haben eine helle, unbefiederte Schnabelwurzel mit grauem, grindigem Aussehen. Sie wirken schlanker als Rabenkrähen und brüten meist in Kolonien.
Welche Rabenvögel brüten in Kolonien?
Saatkrähe und Dohle. Beim Kolkraben sind dagegen feste Paarbindung und Revierverhalten stark ausgeprägt.
„Rabenvögel“ kommt in 26 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FederwildFederwild ist die jagdliche Sammelbezeichnung für alle wildlebenden Vogelarten, die dem Jagdrecht unterliegen – etwa Hühnervögel, Enten, Gänse, Tauben, Schnepfen, Rabenvögel sowie Greifvögel und Falken.
- GreifvögelGreifvögel sind meist tagaktive Beutegreifer mit Hakenschnabel, kräftigen Fängen und sehr scharfem Sehvermögen, etwa Bussarde, Habicht, Sperber, Milane, Weihen und Adler. Sie können dem Jagdrecht unterliegen, sind aber streng geschützt und nicht regulär bejagbar.
- HabichtDer Habicht (Gattung Accipiter) ist ein kräftiger Greifvogel, der mit kurzen, abgerundeten Flügeln und langem Stoß wendig in Wald und Deckung jagt und mittelgroße Vögel und Säuger schlägt.
- BaummarderDer Baummarder (Martes martes), im Volksmund auch Edelmarder, ist ein waldgebundener Marder mit gelblichem, meist ungegabeltem Kehlfleck, dunkler Nase und sehr guter Kletterfähigkeit.
- BodenbrüterBodenbrüter sind Vögel, die ihr Nest gut getarnt direkt auf dem Boden anlegen – dazu zählen alle heimischen Hühnervögel, aber etwa auch Gänse, Schnepfen und die Weihen.
- PrädatorenmanagementPrädatorenmanagement ist die gezielte Bejagung von Fressfeinden wie Fuchs, Krähe oder Elster, um gefährdete Bodenbrüter und Niederwild zu schützen – wirksam nur zusammen mit einer Verbesserung des Lebensraums.
- EuleEulen (Ordnung Strigiformes) sind nacht- und dämmerungsaktive Nachtgreifvögel mit Gesichtsschleier, lautlosem Flug und sehr gutem Gehör; alle heimischen Arten sind streng geschützt.
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