Jagdhunde: Begriffe für die Jägerprüfung

Ohne brauchbare Jagdhunde ist tierschutzgerechte Jagd nicht denkbar. Hier stehen die Begriffe zu Rassegruppen, Arbeitsweisen, Ausbildung und Prüfungen der Jagdhunde, wie sie im Prüfungsstoff zum Jagdhundewesen vorkommen.

21 Begriffe · alphabetisch sortiert

A

Apportieren
Apportieren heißt, dass ein Jagdhund Wild oder einen Gegenstand aufnimmt, ruhig trägt, zum Hundeführer bringt und sauber ausgibt. Beim Verlorenbringen sucht er dazu verlorenes Niederwild.
Apportierhund
Ein Apportierhund ist ein Jagdhund, der auf das Bringen von Wild nach dem Schuss spezialisiert ist. Typische Vertreter sind die Retriever, etwa Labrador und Golden Retriever.

B

Bracke
Eine Bracke ist ein laut jagender Hund, der Hase oder Fuchs spurlaut auf der Spur verfolgt; Bracken bilden eine der sechs Hauptgruppen der Jagdhunde.
Brauchbarkeitsprüfung
Die Brauchbarkeitsprüfung ist der landesrechtlich geregelte Nachweis, dass ein Jagdhund für den Einsatz im Jagdbetrieb geeignet ist, etwa für Nachsuche, Stöbern oder das Bringen von Wild.
Buschieren
Buschieren bezeichnet die Suche eines Jagdhundes in unübersichtlicher, niedriger Deckung, bei der der Hund stets innerhalb der Schussweite seines Führers bleibt – man spricht von Arbeit „unter der Flinte“.

E

Erdhund
Erdhunde, auch Bauhunde genannt, sind kleine, mutige und scharfe Jagdhunde wie Teckel und Terrier, die vor allem für die Arbeit im Fuchs- und Dachsbau gezüchtet und ausgebildet werden.

F

Fährtenlaut
Fährtenlaut bedeutet, dass ein Jagdhund auf der warmen, frischen Fährte des verfolgten Wildes Laut gibt – also bellt, obwohl er das Wild noch nicht sieht.

H

Hetze
Hetze bezeichnet das Verfolgen von Wild durch einen frei laufenden Hund. Bei der Nachsuche ist sie gewollt, um krankes Wild zu stellen; als unkontrolliertes Nachjagen gilt sie dagegen als schwerer Fehler.

J

Jagdhund
Ein Jagdhund ist ein für die Jagd gezüchteter, ausgebildeter und geführter Gebrauchshund, der vor und nach dem Schuss arbeitet und als Tierschutzinstrument vor allem die Nachsuche auf krankes Wild erleichtert.
Jagdhundeausbildung
Jagdhundeausbildung ist der systematische Aufbau von Gehorsam, Führigkeit und jagdlichen Fertigkeiten wie Apport, Nasen- und Wasserarbeit, durch den aus einem veranlagten Hund ein brauchbarer, sicher geführter Jagdhelfer wird.
Jagdhundezucht
Jagdhundezucht ist die planvolle Verpaarung von Jagdhunden mit dem Ziel gesunder, wesensfester und jagdlich leistungsfähiger Nachkommen, geregelt durch Zuchtvereine, Zuchtordnungen und Prüfungen.

S

Schweißhund
Ein Schweißhund ist ein Jagdhund, der auf die Nachsuche nach krankgeschossenem Schalenwild spezialisiert ist; klassische Rassen sind der Hannoversche Schweißhund, der Bayerische Gebirgsschweißhund und die Alpenländische Dachsbracke.
Sichtlaut
Sichtlaut nennt man einen Jagdhund, der nur dann Laut gibt, also bellt, wenn er das verfolgte Wild vor Augen hat; der Begriff bezeichnet zugleich diese Lautart selbst.
Spurlaut
Spurlaut ist ein Jagdhund, der auf der Spur oder Fährte von Wild Laut gibt, also bellt, obwohl er das Wild nicht sieht; beim Schalenwild spricht man auch von fährtenlaut.
Standlaut
Standlaut ist das anhaltende, tiefe und rhythmische Bellen eines Jagdhundes an gestelltem oder verendetem Wild; der Hund bleibt dabei am Stück und ruft seinen Führer herbei.
Stöberhund
Ein Stöberhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Jagdhund, der selbstständig in dichter Deckung sucht, Wild spurlaut herausbringt und dabei Kontakt zum Führer hält; wichtigste deutsche Rasse ist der Deutsche Wachtelhund.
Stöbern
Stöbern ist die freie, selbstständige Suche eines Jagdhundes in dichter Deckung oder unübersichtlichem Gelände, bei der er Wild findet und laut heraustreibt; es zählt zur Arbeit vor dem Schuss.

V

Verlorensuche
Verlorensuche ist die Nasenarbeit eines Jagdhundes, bei der er krankgeschossenes oder verendetes Niederwild, das der Jäger nicht findet, selbstständig sucht und bringt.
Vorstehen
Vorstehen ist das blitzartige Erstarren eines Vorstehhundes, sobald er die Witterung von Wild in die Nase bekommt. Durch seine Haltung zeigt er dem Jäger an, dass Wild unmittelbar vor ihm liegt.
Vorstehhund
Ein Vorstehhund ist ein vielseitiger Jagdhund, der Wild in weiter Suche findet und durch Vorstehen anzeigt. Sein Haupteinsatz ist die Niederwildjagd im Feld, wobei er vor und nach dem Schuss arbeitet.

W

Wasserarbeit
Wasserarbeit ist das Suchen und Bringen von Wild durch den Jagdhund aus dem Wasser und aus deckungsreichen Uferbereichen – ein zentrales Fach von Ausbildung und Brauchbarkeitsprüfung.
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