Wildbiologie · Jägersprache
Ranzzeit
auch: Ranz
Ranzzeit, kurz Ranz, ist die Paarungszeit beim Raubwild, etwa bei Fuchs, Mardern, Dachs, Luchs und Wolf. Je nach Art liegt sie im Winter oder im Hochsommer.
Was bedeutet „Ranzzeit“?
Für die Paarungszeit von Fuchs, Marder, Dachs und anderem Raubwild verwendet die Jägersprache das Wort Ranz; die Zeitspanne heißt Ranzzeit. Wenn ein Fuchs ranzt, paart er sich also. Anders als beim Schalenwild mit Brunft oder Blattzeit unterscheiden sich die Raubwildarten stark in der zeitlichen Lage. Grob gibt es zwei Gruppen: Winterranzer wie Fuchs und Wolf und Sommerranzer wie Baum- und Steinmarder sowie Dachs. Bei den Sommerranzern sorgt die Keimruhe dafür, dass die Jungen trotzdem erst im Spätwinter oder Frühjahr zur Welt kommen.
Ranzzeiten der wichtigsten Arten
Fuchs: meist Dezember bis Februar, Schwerpunkt im Januar und Februar; nach rund 52 Tagen Tragzeit folgt der Wurf im März bis Anfang April. In der Ranzzeit nutzt der Fuchs auch seinen Bau. Baum- und Steinmarder: Ranz im Hochsommer, also Juli und August, danach Keimruhe und Wurf im Frühjahr. Dachs: Ranz über längere Zeit möglich, der Höhepunkt liegt im Sommer, Keimruhe ebenfalls. Luchs: Ranz gegen Ende des Winters bis ins Frühjahr, rund 70 Tage Tragzeit, keine Keimruhe. Wolf: meist Januar bis Februar, rund 63 Tage Tragzeit. Waschbär und Wildkatze ranzen ab dem Spätwinter; die lauten Paarungsrufe der Wildkatze heißen Katzengeschrei.
„Ranzzeit“ in der Jägerprüfung
In der Prüfung wird die Ranzzeit einzelner Arten abgefragt, vor allem Fuchs (Januar/Februar), Baum- und Steinmarder sowie Dachs (Juli/August) und Luchs, für den die Prüfungsantwort März/April lautet. In Mehrfachauswahl-Fragen soll erkannt werden, welche Arten im Hochsommer ranzen. Häufige Fehlerquelle ist das Durcheinanderbringen von Ranz, Tragzeit und Wurfzeit, besonders bei Arten mit Keimruhe.
Häufige Fragen zu „Ranzzeit“
Wann ist die Ranzzeit des Fuchses?
Meist im Januar und Februar, sie kann aber bereits im Dezember beginnen. Die Welpen werden nach rund 52 Tagen Tragzeit meist im März oder April geboren.
Warum ranzen Marder im Sommer, bekommen aber erst im Frühjahr Junge?
Bei Baum- und Steinmarder gibt es eine Keimruhe mit verzögerter Einnistung. Die eigentliche Entwicklung der Embryonen beginnt erst nach dieser Ruhephase.
Was ist der Unterschied zwischen Ranz und Brunft?
Beide bezeichnen die Paarungszeit. Ranz wird beim Raubwild verwendet, Brunft bei den Hirscharten.
„Ranzzeit“ kommt in 22 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- FuchsDer Fuchs, genauer Rotfuchs (Vulpes vulpes), ist ein Hundeartiger und das häufigste heimische Raubwild in Deutschland. Er ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger und Allesfresser mit Schwerpunkt auf Mäusen und anderen Kleinsäugern.
- BaummarderDer Baummarder (Martes martes), im Volksmund auch Edelmarder, ist ein waldgebundener Marder mit gelblichem, meist ungegabeltem Kehlfleck, dunkler Nase und sehr guter Kletterfähigkeit.
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- DachsDer Dachs (Meles meles) ist der größte heimische Marderartige: ein kräftiger, grabender Allesfresser mit schwarz-weiß gestreiftem Gesicht, der in weitverzweigten, oft über Generationen genutzten Bauen lebt.
- LuchsDer Luchs, genauer Eurasischer Luchs (Lynx lynx), ist Europas größte Katze und ein streng geschützter Lauer- und Pirschjäger mit Pinselohren, Backenbart, Stummelwedel und Tellertatzen.
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