Eiruhe
Eiruhe oder Keimruhe heißt die Entwicklungspause des befruchteten Eies, die beim Rehwild auf die Blattzeit folgt und bis in den Dezember dauert.
Nach der Befruchtung im Juli oder August entwickelt sich der Keim nur bis zu einem winzigen Keimbläschen und ruht dann rund viereinhalb Monate frei in der Gebärmutter. Erst ab Dezember nistet er sich ein und wächst weiter. So kommt das Kitz nach einer Gesamttragzeit von rund neuneinhalb Monaten im Mai oder Juni zur Welt, wenn Äsung und Deckung am besten sind.
Unter dem heimischen Schalenwild hat nur das Reh eine Eiruhe, beim Raubwild kennen sie etwa Dachs, Baum- und Steinmarder. Wird eine Ricke erst in einer seltenen Nachbrunft im November oder Dezember beschlagen, entfällt die Eiruhe, und das Kitz kommt trotzdem im Frühjahr.