Fiepen
Fiepen nennt der Jäger die hohen, feinen Kontaktlaute des Rehwildes, mit denen sich Ricke und Kitz verständigen.
Das Kitz fiept nach der Ricke, die Ricke nach dem Kitz. In der Blattzeit fiept die Ricke, wenn der Bock sie treibt, in höchster Erregung bis zum Angstgeschrei. Diese Laute ahmt der Jäger beim Blatten nach, um den Bock anzulocken.
Ein kurzes Fiepen bringt auch ziehendes Rehwild oft zum Verhoffen. Beim Rotwild spricht man stattdessen vom Mahnen. Auch das hohe Pfeifen der Maus heißt Fiepen; beim Mäuseln ahmt der Jäger es nach, um den Fuchs zu reizen.
Verwandte Begriffe
BlattzeitBlattzeit heißt die Brunft des Rehwildes; sie fällt in den Hochsommer, meist von Mitte Juli bis Mitte August.BlattjagdDie Blattjagd ist die Lockjagd auf den Rehbock in der Blattzeit, bei der der Jäger mit einem Blatter die Laute von Ricke oder Kitz nachahmt.BlatterEin Blatter ist ein kleines Lockinstrument, mit dem der Jäger bei der Blattjagd die Laute von Ricke und Kitz nachahmt, um den Rehbock anzulocken.SchreckenSchrecken nennt der Jäger den rauen, bellenden Warnlaut, den vor allem Rehwild, aber auch Rotwild bei Störung oder Gefahr ausstößt.VerhoffenVerhoffen heißt in der Jägersprache, dass ziehendes oder flüchtendes Wild, vor allem Schalenwild, plötzlich stehen bleibt, um zu sichern.MäuselnMäuseln heißt in der Jägersprache, das Pfeifen einer Maus nachzuahmen, um Füchse und anderes Raubwild anzulocken.