Wildbiologie
Spießer
auch: Spießhirsch, Spiesser
Ein Spießer ist ein junger männlicher Geweih- oder Gehörnträger, dessen Stangen noch unverzweigt sind, also je nur einen Spieß ohne Enden tragen; beim Rot- und Damhirsch ist das meist der erste Kopf.
Was ist ein Spießer?
Der Name beschreibt die Form des Kopfschmucks: Jede Stange ist ein einfacher, unverzweigter Spieß. Die Bezeichnung gibt es beim Rothirsch, beim Damhirsch, beim Sikahirsch und beim Rehbock, bei dem man statt vom Geweih vom Gehörn spricht. Spießer steht in einer Reihe mit weiteren Formnamen wie Gabler, Sechser, Achter oder Zehner. Diese Namen beschreiben, wie das Geweih aussieht, sind aber kein starres Gesetz dafür, wie alt ein Stück ist oder wie es sich weiterentwickelt.
Spießer bei Rot-, Dam- und Rehwild
Beim Rotwild ist der Hirsch im ersten Kopf in der Regel ein Spießer; selten schiebt er bereits eine Hochgabel oder einen Sechser. Im zweiten Kopf trägt er meist sechs, acht oder zehn Enden; vom dritten Kopf an ist er in der Regel Kronenhirsch. Beim Damhirsch beginnt die Stufenfolge ebenfalls mit dem Spießer im ersten Kopf, es folgen Knieper, Löffler, Halbschaufler und schließlich der Schaufler; der Spießer trägt noch keine Schaufel. Beim Rehbock ist der Spießer eine Gehörnform mit je einer unverzweigten Stange zwischen Knopfbock und Gabler. Auch beim Sikawild ist die Bezeichnung gebräuchlich.
Spießer im Abschussplan
Im Wildtiermanagement werden Spießer beim Rotwild der Klasse III zugeordnet, zusammen mit Kälbern und Schmaltieren, also Stücken im ersten und zweiten Lebensjahr. Alte Hirsche stehen dagegen in Klasse I und sollen selektiv entnommen werden.
„Spießer“ in der Jägerprüfung
Die Prüfung verlangt vor allem, den Spießer richtig in die Geweihentwicklung einzuordnen: beim Damhirsch die Reihenfolge Spießer, Knieper, Löffler, Halbschaufler, Vollschaufler, beim Rothirsch die Stufen vom ersten Kopf bis zum Kronenhirsch. Wer die Formnamen als feste Altersangabe missversteht, liegt oft daneben.
Häufige Fragen zu „Spießer“
Was kommt beim Damhirsch nach dem Spießer?
Auf den Spießer folgen Knieper, Löffler, Halbschaufler und schließlich der Voll- oder Kapitalschaufler. Erst ab dem Löffler beginnt sich die Schaufel zu bilden.
Ist jeder Spießer ein einjähriger Hirsch?
Nicht zwingend. Beim Rothirsch ist der erste Kopf meist ein Spießer, die Namen beschreiben jedoch die Form und nicht verbindlich das Alter.
„Spießer“ kommt in 3 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- GablerGabler ist die jagdliche Bezeichnung für einen Rehbock oder Hirsch, dessen Stangen sich jeweils zu einer Gabel mit zwei Enden verzweigen. Der Name beschreibt nur die Form des Kopfschmucks, nicht ein festes Alter.
- GeweihEin Geweih ist der knöcherne Kopfschmuck der männlichen Hirsche wie Rot-, Dam-, Sika- und Elchhirsch. Es sitzt auf den Rosenstöcken, wird jedes Jahr abgeworfen und unter dem Bast neu gebildet.
- GehörnGehörn ist die jagdsprachliche Bezeichnung für den Kopfschmuck des Rehbocks. Biologisch ist es ein Geweih aus Knochen, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- RotwildRotwild (Cervus elaphus) ist die größte heimische Hirsch- und Schalenwildart Deutschlands. Jagdlich meint der Begriff die gesamte Art; der Hirsch ist das männliche Stück, das weibliche ab dem dritten Lebensjahr Alttier.
- DamwildDamwild (Dama dama) ist eine mittelgroße Hirschart aus der Gruppe der Echten Hirsche, deren männliche Stücke ein Schaufelgeweih tragen; jagdlich zählt es zum Schalenwild und zum Hochwild.
- AbschussplanDer Abschussplan ist die behördlich bestätigte oder festgesetzte Planung, wie viele Stücke einer Wildart nach Geschlecht und Altersklasse in einem Revier für ein Jagdjahr oder – je nach Landesrecht – für mehrere Jagdjahre erlegt werden sollen.
- KalbKalb heißt in der Jägersprache das Jungtier von Rot-, Dam-, Sika- und Elchwild im ersten Lebensjahr; beim Rotwild unterscheidet man Hirschkalb (männlich) und Wildkalb (weiblich).
- RudelEin Rudel ist ein fester Verband mehrerer Stücke derselben Wildart, die gemeinsam äsen, ziehen und ruhen – typisch für Rot-, Dam-, Gams- und Muffelwild; auch Wölfe leben im Rudel.
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