Wildbiologie · Jägersprache
Teller
Teller ist das jägersprachliche Wort für die Ohren des Schwarzwildes. Bei Reh- und Rotwild heißen die Ohren dagegen Lauscher, bei Hase und Kaninchen Löffel.
Was bedeutet „Teller“?
Wo der Laie einfach von den Ohren eines Wildschweins spricht, sagt der Jäger Teller. Das Wort gehört zu den Körperteilnamen, die die Jägersprache für jede Wildart eigens festlegt. Obwohl Schwarzwild jagdrechtlich zum Schalenwild zählt, gilt für seine Ohren nicht der sonst beim Schalenwild übliche Ausdruck Lauscher. Zusammen mit den Tellern bilden Gebrech (der Rüssel), Seher bzw. Lichter (die Augen), Schwarte (die Haut) und Pürzel (der Schwanz) das typische Vokabular für den Kopf- und Körperbereich einer Sau.
Ohren im Vergleich der Wildarten
Die richtige Zuordnung der Ohrbezeichnungen ist eine klassische Wissensfrage. Lauscher sagt man beim übrigen Schalenwild, etwa bei Reh und Rotwild. Beim Feldhasen und beim Kaninchen heißen die Ohren Löffel, beim Fuchs Gehöre, beim Schwarzwild Teller. Für die Jagdpraxis zählt nicht nur der Name: Bei Sauen gehören Gehör und Geruch zu den stärksten Warnsinnen, hinzu kommt der Tastsinn im Gebrech. Wer auf Schwarzwild ansitzt, muss deshalb windrichtig sitzen und Geräusche wie Knacken, Rascheln oder Metallklappern vermeiden; gute Tarnung allein genügt bei dieser Wildart nicht.
Der Teller als Ort für die Wildmarke
Wo eine Wildmarke vorgeschrieben ist, hängt ihr Platz davon ab, ob das Stück verwertet wird. Ist es zum Verzehr bestimmt, sitzt die Marke am Rippenbogen. Ist das Stück untauglich und geht zur Tierkörperbeseitigung, wird die Marke am Ohr befestigt, beim Schwarzwild also am Teller, bei anderem Schalenwild am Lauscher. Welche Regeln im Einzelnen gelten, richtet sich nach Landesrecht.
„Teller“ in der Jägerprüfung
Der Begriff taucht vor allem in Aufzählungsfragen auf: Prüflinge sollen die Ohren mehrerer Wildarten benennen oder acht äußere Körperteile des Schwarzwildes nennen. Häufige Fehler sind das Vertauschen von Lauscher, Löffel und Teller sowie das Vergessen, dass Sauen trotz Schalenwild-Zugehörigkeit eine eigene Bezeichnung tragen. Seltener wird der Teller im Zusammenhang mit der Kennzeichnung untauglicher Stücke abgefragt.
Häufige Fragen zu „Teller“
Sagt man beim Wildschwein auch Lauscher?
Nein. Lauscher ist die Bezeichnung für die Ohren von Reh-, Rot- und anderem Schalenwild. Beim Schwarzwild verwendet die Jägersprache ausschließlich das Wort Teller.
Wie gut hört Schwarzwild?
Das Gehör der Sauen ist sehr fein und zählt zusammen mit dem Geruch zu ihren wichtigsten Warnsinnen. Ungewohnte, harte Geräusche verraten den Jäger deshalb schnell, auch wenn er gut getarnt ist.
„Teller“ kommt in 5 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
- LauscherLauscher ist das Wort der Jägersprache für die Ohren des Schalenwildes, etwa bei Reh-, Rot- und Damwild; andere Wildarten haben eigene Ohrbezeichnungen.
- LöffelLöffel ist das Wort der Jägersprache für die Ohren von Hase und Kaninchen. Beim Feldhasen sind sie lang und schwarz gespitzt, beim Wildkaninchen kürzer und ohne schwarze Spitze.
- GebrächGebräch hat zwei jagdliche Bedeutungen: Es bezeichnet den Rüssel des Schwarzwildes (meist Gebrech geschrieben) und den Wildschaden, bei dem Sauen den Boden mit diesem Rüssel umbrechen.
- PürzelPürzel ist das jägersprachliche Wort für den Schwanz, vor allem beim Schwarzwild. Auch beim Dachs, bei Gams- und Muffelwild wird der kurze Schwanz so genannt.
- SchwarteSchwarte ist die jägersprachliche Bezeichnung für die Haut samt Borstenkleid des Schwarzwildes; auch das Fell des Dachses heißt Schwarte.
- WildmarkeEine Wildmarke ist ein amtlich nummeriertes Kennzeichen, meist aus Kunststoff, das am erlegten Stück befestigt wird und dessen Herkunft sowie die Zuordnung von Proben nachweist.
- LichterLichter ist das Wort der Jägersprache für die Augen des Wildes, etwa bei Reh-, Rot-, Dam- und Schwarzwild; beim Hasen spricht man auch von Sehern.
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