Wildbiologie · Jägersprache
Haken
Haken heißen in der Jägersprache bestimmte Eckzähne: bei der Bache die kleinen Eckzähne, beim Fuchs die Fangzähne und beim Rotwild in manchen Prüfungsfragen die Grandeln.
Was bedeutet „Haken“?
Anders als in der Alltagssprache, wo ein Haken zum Aufhängen dient, benennt die Jägersprache damit Eckzähne. Beim Schwarzwild sind es die deutlich kleineren Eckzähne der Bache; der Keiler trägt dagegen ein Gewaff aus Haderern oben und Gewehren unten. Beim Fuchs werden die vier Eckzähne, also die Fangzähne, als Haken bezeichnet und auch als Trophäe aufbewahrt. Schließlich verwenden manche Prüfungsfragen Haken als anderes Wort für die Grandeln des Rotwildes.
Die drei Bedeutungen im Vergleich
Bei der Bache: Die Eckzähne bleiben klein und bilden kein Gewaff wie beim Keiler; mit den Haderern und Gewehren des Keilers dürfen sie nicht gleichgesetzt werden. Beim Fuchs: Raubwild besitzt Fang- und Reißzähne; die Fangzähne des Fuchses, gelegentlich auch die des Dachses, dienen als Trophäe. Beim Rotwild: Grandeln sind die verkümmerten oberen Eckzähne, die Hirsch und Tier gleichermaßen tragen. Wer nach dem Erlegen eines Alttieres die Haken ausbrechen soll, findet sie im Oberkiefer vor den Backenzähnen.
Haken im Sinne von Werkzeug und Bewegung
In der Wildbrethygiene begegnet das Wort in seiner Alltagsbedeutung. Aufbrechhaken oder -nägel halten beim liegenden Aufbrechen die Bauchhöhle offen, beim hängenden Aufbrechen wird ein Hinterlauf an einem Haken aufgehängt. Beim Aushakeln von Federwild zieht man das Gescheide mit dem Finger oder einem hakenförmigen Gerät heraus. Vom Feldhasen wiederum kennt man das Hakenschlagen auf der Flucht.
„Haken“ in der Jägerprüfung
In der Prüfung geht es fast immer um die Trophäe des Fuchses: Aus welchen Zähnen werden die Haken gewonnen, und welche Wildart passt zum Begriff? Seltener wird der Sitz der Grandeln beim Alttier abgefragt. Bei Zuordnungsaufgaben ist Fuchs/Haken die passende Kombination. Außerdem sollte man wissen, dass Haken nicht zu den Pirschzeichen am Anschuss eines Stückes Rotwild gehören.
Häufige Fragen zu „Haken“
Welche Zähne sind beim Fuchs die Haken?
Es sind die vier Eckzähne, auch Fangzähne genannt. Sie werden als Trophäe des Fuchses aufbewahrt.
Was ist der Unterschied zwischen Haken und Gewaff beim Schwarzwild?
Gewaff nennt man die großen Eckzähne des Keilers, bestehend aus Haderern im Oberkiefer und Gewehren im Unterkiefer. Die Bache hat deutlich kleinere Eckzähne, die Haken heißen.
„Haken“ kommt in 6 Prüfungsfragen vor
So oft taucht der Begriff in unserem Fragenbestand aus Wildbiologie und den übrigen Sachgebieten auf. Übe die Fragen dazu im Trainer, bis du sie sicher beantwortest.
Kostenlos Prüfungsfragen übenVerwandte Begriffe
- GewaffGewaff heißen in der Jägersprache die vergrößerten Eckzähne des Keilers. Es setzt sich aus den unteren Eckzähnen, den Gewehren oder Hauern, und den oberen, den Haderern, zusammen.
- GrandelnGrandeln sind die zurückgebildeten oberen Eckzähne des Rotwildes, die Hirsch und Tier im Oberkiefer vor den Backenzähnen tragen. Sie gelten als begehrte Trophäe und werden als Schmuck gefasst.
- BacheBache ist die jägersprachliche Bezeichnung für das weibliche Stück Schwarzwild, also die Wildsau. Führende Bachen mit abhängigen Frischlingen stehen unter dem Elterntierschutz.
- KeilerKeiler heißt in der Jägersprache das männliche Wildschwein ab dem dritten Lebensjahr; kennzeichnend ist sein Gewaff aus vergrößerten Eckzähnen, den Gewehren und Haderern.
- FuchsDer Fuchs, genauer Rotfuchs (Vulpes vulpes), ist ein Hundeartiger und das häufigste heimische Raubwild in Deutschland. Er ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger und Allesfresser mit Schwerpunkt auf Mäusen und anderen Kleinsäugern.
- AushakelnAushakeln ist eine ältere Methode, bei Federwild das Gescheide mit dem Finger oder einem Haken durch eine kleine Öffnung herauszuziehen, statt den Vogel aufzubrechen.
- SchwarzwildSchwarzwild ist die jagdliche Bezeichnung für das Wildschwein (Sus scrofa), die einzige wildlebende Schweineart Deutschlands; es zählt zum Schalenwild, ist aber kein Wiederkäuer.
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